22 Juni 2011


Jimmer Fredette war der Publikumsliebling während der abgelaufenen College-Saison, der Hype um seine Person nahm phasenweise groteske Züge an. Über niemand wurde mehr gesprochen, mehr berichtet, mehr sinniert als über den amtierenden College Spieler des Jahres. Was sicherlich nicht von ungefähr kam, führte Fredette doch das gesamte Land im Scoring an (28.9 Punkte pro Spiel). Nach seinem 43-Punkte Auftritt im nationalen TV (die Partie seiner Cougars gegen die San Diego State Aztecs von Kawhi Leonard wurde live übertragen), bei dem unabhängige Beobachter ihn zum ersten Mal in Aktion erleben konnten, avancierte der bleichhäutige Guard innerhalb weniger Wochen zum Popstar. Es wurden Songs über ihn komponiert, Spielsachen produziert, ja sogar sein Vorname verbalisiert ("to Jimmer an opponent": einem Gegenspieler massenweise Punkte einschenken). Kevin Durant, seines Zeichens ein recht talentierter Punktesammler, twitterte sogar: "Jimmer Fredette is the best scorer in the world!!" Fredette selbst zeigte sich von der ganzen Hysterie recht unbeeindruckt und zog weiter munter seine 'Jimmer-Show' ab. 40 Punkte hier, 47 da, oder Karrierebestleistung 52 Zähler gegen New Mexiko dort. Am Ende erhielt Fredette so einstimmig wie schon lange nicht mehr alle relevanten 'Spieler des Jahres' Auszeichungen, die im College-Sport zuhauf vergeben werden.


32 - Jimmer Fredette

Jahrgang: 1989
College: BYU Cougars (Senior)
Größe/Gewicht: 1,88m/88 kg
Position: PG/SG
Stats: 28.9 Pts, 4.3 Ast, 89% FT, 40% Dreier
Stärken: Scoring, Jumpshots, Dreier, automatischer Freiwurfschütze,
Crossover-Dribbling, hoher Basketball-IQ, kann Offense für sich selbst u. andere kreiieren, Selbstvertrauen
Schwächen: Defense, Schnelligkeit/Athletik, Turnovers, erzwingt oft d. eigenen Wurf, lässt sich oft blocken
Best Case Vergleich: Mark Price, Ben Gordon ca. 2008



Die Frage bleibt, wie er diese Erfolge in eine lange und fruchtbare Profikarriere ummünzen kann. Als gesichert gilt, dass Fredette morgen irgendwo im 10-15er Bereich selektiert wird. Teams wie Utah, Phoenix oder Indiana würden ihn mit Kusshand nehmen. Sein Sprungwurf ist eine Augenweide, er kann Offense für sich und andere generieren und verfügt über ein sehr gutes Spielverständnis. Es bleiben natürlich Lücken, die es in den nächsten Jahren zu füllen gilt. Wie vereinbart er seinen lupenreinen Scoringinstinkt mit den Verteiler-Aufgaben eines Aufbauspielers ? Für die Shooting Guard Position ist er zu unathletisch. Seine recht fusslahme Defensivarbeit wird ihm zu Beginn seiner Karriere sicherlich ebenfalls massenweise Bankzeit verschaffen. Viel wird letzten Endes davon abhängen, wie schnell sich Fredette akklimatisieren kann. Ich gehe stark davon aus, dass er sein Spiel beizeiten an die Herausforderungen der nordamerikanischen Profiliga anpassen und eine solide Laufbahn absolvieren wird.
Beileibe kein Star, wie er auf dem College war. Aber ein stabiler NBA-Starter allemal.


Prognose: Pick 12 bis 15 !