22 Juni 2011


Der nächste in Coach John Calipari's endlos langer Schlange von Guard-Talenten mit NBA-Niveau, Brandon Knight, sucht nach nur einem Jahr auf dem College den Weg zu den Profis - wie vor ihm schon Derrick Rose, John Wall oder Tyreke Evans. Knight hat sich in den zurückliegenden 12 Monaten unter Calipari stark verbessert. Seine verbissene Art, hart an sich zu arbeiten, hat ihm das ermöglicht - und wird ihm auch in Zukunft treue Dienste leisten. Überhaupt ist seine mentale Stärke - für einen Spieler, der erst 19 Jahre alt ist - beeindruckend. Sein erkennbarstes Talent auf dem Platz ist seine Fähigkeit als Scorer. Knight kann die Pille von überall einnetzen. Mitteldistanz, Pullups aus dem Dribbling, direkt am Ring oder vom Parkplatz - sein Repertoire an Würfen ist jetzt schon beeindruckend. Das unterscheidet ihn auch von Spielern wie Rose oder Wall. Die müssen sich ihren konstanten NBA-Jumper erst noch aneignen. Knight hat diesbezüglich schon ausgesorgt. Neben seinen offensichtlichen Scoringqualitäten verfügt der zweifache 'Gatorade High School Spieler des Jahres' auch über genügend Speed und einen effektiven ersten Schritt, um in der NBA zu bestehen.


12 - Brandon Knight

Jahrgang: 1991 (?)
College: Kentucky Wildcats (Freshman)
Größe/Gewicht: 1,91m/80 kg
Position: PG/SG
Stats: 17.3 Pts, 4 Reb, 4.1 Ast, 38% Dreier
Stärken: Scoring, exzellenter Sprungwurf, Dreier, mental gefestigt, Arbeitsmoral, erster Schritt, Schnelligkeit, Mitteldistanzspiel

Schwächen: kein echter Aufbauspieler, setzt Mitspieler nicht effektiv ein, Entscheidungen treffen, Turnovers, Körpergewicht
Best Case Vergleich: Jason Terry



Was ihm dagegen jedoch fehlt, sind klar erkennbare Qualitäten als Spielmacher. Knight kommt eher wie ein 'Score First, Pass Later' Point Guard im Stile von Jason Terry daher. Die Entscheidungen, die er mit dem Ball trifft, verursachen Kopfschmerzen. Sein Dribbling ist alles andere als ausgereift, die Pässe, die er zu spielen versucht ebenfalls. Obwohl er ein ausgezeichneter Werfer ist, lässt seine Trefferquote sehr zu wünschen übrig (nur 42% aus dem Feld). Die schlechten Würfe, die er immer wieder nimmt, passen ins Bild des unüberlegten Guards, der mit dem eigenen Ballbesitz verschwenderisch umgeht. Solche Fehler werden in der NBA bitter bestraft. Es ist leicht nachzuvollziehen, weswegen
Knight als klarer Top-5, vermutlich sogar als Top-3 Pick gehandelt wird: er ist blutjung, mental gefestigt, ein begnadeter Scorer und kann (mit viel Geduld, hartem Training und in der richtigen Mannschaft) einmal zu einem spielentscheidenden Faktor auf der Eins werden. Irgendwie muss der Spagat zwischen Punktesammeln und Spielmachen doch zu schaffen sein. Das dachte man bei Spielern wie Dajuan Wagner, Rashad McCants oder Lou Williams aber auch. Irgendwie werde ich bei Knight das Gefühl nicht los, dass er als Franchise-Pointguard (als den man ihn dort oben draftet) die Erwartungen nie ganz erfüllen wird.


Prognose: Top 5 Pick !