03 Mai 2011




Derrick Rose hatte noch vor wenigen Jahren sicherlich nicht damit gerechnet, bereits so früh in seiner Profikarriere die wichtigste individuelle Basketballer-Auszeichnung des Planeten zu erhalten. Er wollte lediglich "besser werden und an seinem Spiel arbeiten". Genau das passierte aber am heutigen Dienstag, an dem der Bulls Point Guard zum jüngsten NBA-MVP aller Zeiten gekürt wurde (22 Jahre, und damit um einiges jünger als der bisherige Rekordhalter Wes Unseld). Es war der erste Maurice Podoloff Award für einen Bulls-Akteur seit 1998 (Michael Jordan, der mit der 23), mit dem sich Rose aber beileibe nicht vergleichen wollte ("I'm not even touching that man right there. I'm far away from him").

Und obwohl Chicago's neuester Stern am Basketball-Firmament noch
einen weiten Weg vor sich hat, um überhaupt einmal in die gleiche Satzkonstruktion mit Jordan gepackt zu werden, besteht kein Zweifel, dass die Bulls um einen ganz speziellen Spieler herum eine neue Dynastie aufzubauen versuchen. Rose führte die Stiere mit durchschnittlich 25 Punkten und 7.7 Assists (einziger Top10-Akteur in beiden Kategorien) zu 62 Siegen und Platz 1 in der Eastern Conference. Er erhielt bei der Wahl 113 von 121 möglichen 'Platz 1 Stimmen' - ein (ganz zu meinem Entsetzen) erdrutschartiger Sieg, der bereits seit Wochen ein offenes Geheimnis war. Seine Presekonferenz war eine bewegende, ehrliche und in Zeiten phrasendreschender, 'Decision'veranstaltender, dümmlich-infantiler Basketball-Roboter eine frische und äusserst willkommene Angelegenheit. Rose ist bei dem ganzen Fame und der ganzen Extra-Aufmerksamkeit der letzten Jahre ganz augenscheinlich der geblieben, der er immer schon war: ein schüchterner, höflicher, bodenständiger, allürenloser Killer in Basketballshorts (unbedingt Preisverleihungs-PK angucken). Ladies und Gentlemen: der Most Valuable Player 2010/11, Derrick Rose !