13 April 2011



- letzter Abend der regulären Saison - die letzte Chance also, Brontosaurier wie Cleveland, Minnesota oder Detroit in Aktion zu erleben. Wie soll man die nächsten 6 Monate nur ohne sie überleben ?

- Die einzigen Partien, bei denen es noch um etwas geht: Dallas gegen New Orleans und Los Angeles gegen Sacramento. Für die Mavs und Lakers steht Platz 2 in der Western Conference auf dem Spiel. Die Mücken versuchen, Platz 7 zu verteidigen.

- Streicht das: je genauer man die Leistungen der Memphis Grizzlies in den letzten Tagen verfolgt, desto offensichtlicher ist es, dass die Bären bereits die Flinte ins Korn geworfen haben. Durch die absichtliche Niederlage am Dienstag gegen Portland, als Zach Randolph und Tony Allen geschont wurden, und das Aussehen der heutigen Lineup gegen die Clippers (kein Z-Bo, kein Allen, kein Conley) ist klar, dass sich die Grizzlies aus eigenen Stücken auf die 8 haben fallen lassen.

- In Runde 1 geht's also gegen die San Antonio Spurs. Ich weiss, dass viele die Chancen der Grizzlies auf ein mögliches Upset hoch einschätzen. Memphis inklusive. Die werden sicherlich ein Spiel gewinnen, vielleicht sogar zwei. Insgesamt aber wird sich das Fehlen von Rudy Gay schnell bemerkbar machen, wenn die Altherren-Garde von Coach Popovich die Zone dicht machen und das Duo Randolph/Gasol neutralisieren wird. Memphis hat dem von aussen zu wenig entgegen zu setzen und wird sich früh verabschieden.

- Kein schönes Ende für die Spurs nach einer weitestgehend überragenden regulären Saison: durch die heutige Niederlage (die 9. in den letzten 16 Partien) gegen Phoenix (erinnert sich noch jemand an das letztjährige Playoff-Duell ?) und den gleichzeitigen Sieg der Bulls gibt San Antonio die Top-Platzierung noch aus der Hand. Chicago schnappt sich Rang 1 und damit Heimvorteil bis zum letzten Spiel der Playoffs. Noch schlimmer für die Texaner: ihr bester Spieler Manu Ginobili verletzt sich am Ellbogen und muss die Partie verlassen. Sein Status für die erste Playoff-Partie ist unklar.

- Denver muss gerade die gleiche schmerzhafte Erfahrung machen: in einer Partie, in der es um nichts mehr geht (Platz 5 ist seit langem gesichert), sollte man seine Starter schonen, und erst recht den Katalysator des eigenen Angriffssystems (Platz 1 ligaweit). Ty Lawson verstaucht sich den Knöchel und muss vom Platz. Ohne ihn hätten die Nuggets keine Chance im hoch antizipierten Erstrundenduell mit Oklahoma City. Status-Updates folgen...

- Utah, eine der grössten Enttäuschungen auf und neben dem Platz durch die tumultartigen Ereignisse in den letzten Monaten, schafft es durch den Sieg gegen Denver, die Saison mit einer positiven Heimbilanz abzuschliessen (21-20). Die Jazzer haben seit 1981-82 erst eine einzige Losing Season in der heimischen Arena akkumuliert. Dieser bemerkenswerte Heimstärke endet dann nächste Saison, in der Utah sich im unteren Viertel der Liga wiederfinden wird.

- Die Thunder gewinnen zum ersten Mal seit den Seattle Supersonics Tagen ihre Division, verbessern sich gegenüber der letzten Spielzeit um 5 Siege (55-27) und klopfen also am Western Conference Penthouse an. Zweifelt jemand daran, dass OKC schon bald Los Angeles und San Antonio als West-Riesen entthronen wird ?

- Das bevorstehende Conference Halbfinale zwischen Oklahoma City und San Antonio wird eine der spannendsten Serien der Postseason. Die Jungspunde werden den unaufhaltsamen Wechsel von alt zu jung mit einem hart umkämpften 4-3 Sieg zementieren.

- Irrsinn = immer und immer wieder die gleichen Dinge tun und erwarten, dass sich das Ergebnis ändert

- Dallas, oh Dallas. Nichts hinzu gelernt aus den Fiaskos der letzten Jahre, und auch diesmal fahren Dirk & co. wohl frühzeitig zum Fischen. Der Grund: ihre Spielweise kann in den Playoffs einfach nicht lange bestehen. Innen zu soft, aussen zu sehr von Jumpshots abhängig. Der Korb wird mit zunehmendem Playoff-Druck immer kleiner, und obwohl Dirk wohl einmal mehr mit Superman-Leistungen die Pferdchen auf seinen Würzburgern Schultern tragen wird, fehlt es dem restlichen Team an Biss und spielerischer Qualität. Irrsinn = Dallas Mavericks.

- Die Lakers mit dem hart umkämpften Sieg gegen die Sacramento Kings in deren letztem Spiel überhaupt in der Arco Arena. Eine Basketball-Ära geht damit sang- und klanglos zu Ende. Immer traurig, wenn eine komplette Fangemeinde durch den Abzug des Profiteams im Regen stehen gelassen wird. Memories...





- Der amtierende Back-to-Back Champion damit auf Platz 2 nach einer Saison, die man genauso hätte erwarten sollen. Licht und Schatten wechselten sich zuweilen ab, aber die viertbeste Bilanz überhaupt nimmt man gerne mit in die Playoffs, dem eigentlichen Spielplatz des 16-fachen Meisters. Los Angeles schafft es sogar irgendwie, San Antonio und Oklahoma City zu entgehen. Auf einen der zwei trifft man dann im Conference Finale - und bis dahin werden die Lakers schon längst wieder den 4. Gang gefunden haben. Für die unterbemannten, untersetzten, überforderten New Orleans Hornets wird in Runde 1 schon der 1. Gang schon ausreichen

- Portland im Schläfer-Modus und mit seriösen Ambitionen, die Mavericks aus dem Wettbewerb zu kicken. Dallas war das Beste, was den Trail Blazers hätte passieren können, denn alle anderen Top-Teams (San Antonio, Los Angeles, Oklahoma City) wäre für sie zuviel des Guten gewesen. Gegen Dallas aber hat Portland offensichtliche Vorteile: lange Perimeter-Verteidiger, die den Mavs-Guards das Leben schwer machen werden, besseres Rebounding und das Personal, um Nowitzki zumindest eindämmen zu können. Gut möglich also, dass Blazers-PG Andre Miller seine erste Playoff-Serie in 12 Profijahren gewinnen wird.

- Boston heute im 'Season Finale' gegen die New York Knicks - eine Vorschau auf das bevorstehende Erstrundenduell, das am Sonntag beginnt. Beide Coaches schonen die meisten ihrer Starter und ermöglichen ihren Reservespielern ein paar extra Wiederholungen auf der Platte. Ich hatte es schon erwähnt: New York scheint als einziges Team im Osten in der Lage, das höhere Seed ein wenig ärgern zu können. Mit einem Auswärtssieg in Spiel 1 oder 2 - angesichts Boston's Schwächephase durchaus realistisch, bevor die ihren Kampfgeist wiederentdecken - setzen die Knickerbockers die Kobolde gehörig unter Druck. Dann erst wird sich zeigen, wie Grün mit ernsten Widrigkeiten umgehen kann.

- Man darf aber nicht vergessen, dass die C's vor genau einem Jahr in genau der gleichen Bredouille steckten wie heuer. Wir sollten alle den gleichen Fehler wie 2010 nicht noch einmal begehen, ganz gleich, wie gross die Versuchung (wieder) ist

- Miami hätte es besser nicht erwischen können: mit Philadelphia wartet das vermeintlich beste Erstrundenmatchup auf die überathletischen Heat, die mit den jungen Sixers keinerlei Probleme bekommen sollten. Deren grösste Stärke - eben die Athletik - wird durch Miami's Starting Five komplett negiert. Nimmt man die Verletzungssorgen der 76ers mit hinzu (Lou Williams angeschlagen, Elton Brand mit Fraktur der Hand, Iguodala mit Knie-Tendinitis), bleibt nur eine logische Schlussfolgerung: Miami in 4


- Blake Griffin, der deutlichste Rookie des Jahres seit langer Zeit. Zum Abschied und quasi als letzter Hinweis auf seine bevorstehende Dominanz im nächsten Jahrzehnt gab's noch einmal ein Triple Double gegen Memphis: 31 Punkte, 10 Rebound und 10 Assists. Chapeau, Mr. Griffin. Wir sehen uns im Herbst...




- Gute Nachricht für die Cleveland Cavaliers: Derrick Williams von den Arizona Wildcats kündigte diese Woche seine bevorstehende Zusage zum diesjährigen NBA-Draft an. Williams ist der wohl vielseitigste und athletischste Spieler im ansonsten recht dünnen Draft-Jahrgang 2011. Mit ihm könnten die Edelmänner ihre Rückkehr zur Relevanz durchaus beschleunigen - auch wenn die noch Jahre dauern wird.

- ist jemandem während des nicht ganz so spannenden Playoff-Rennens der letzten Wochen eigentlich aufgefallen, wie mies die New Jersey Nets sind ? Ohne Deron Williams und ihren einzigen Rebounder Kris Humphries präsentierten sich die Nyets in katastrophalem Zustand, verloren 15 ihrer letzten 17 Partien. Mit diesem Kader würde man selbst in der D-League untergehen. Prokhorov kann nur hoffen, dass der enigmatische D-Will seinen Vertrag nächstes Jahr verlängern wird, ansonsten gerät der geplant-medienwirksame Umzug nach Brooklyn 2012 zum absoluten PR-Desaster.

- Indiana gegen Chicago in Runde 1. Holt die Besen raus, es wird fröhlich gefegt werden ! Einzig interessante Story in diesem ungleichen Duell: wieviele Punkte erzielen die Pacers in 4 Partien - über oder unter 330 ?

- Steve Nash's unglaublicher Lauf endet hier: Nash's Suns waren, gepowert von ihrem bleichgesichtigen, fragilen, kanadischen Quarterback, neun Jahre in Folge das offensivstärkste Team der Liga. Dass die Serie in dieser Saison reissen würde, war spätestens dann klar, als Vince Carter's zombiehafte Gestalt in Phoenix aus dem Flieger stieg


- die besten Scoring-Teams der Saison 2010/11: Denver (107.5), New York (106.5), Houston (105.9), Phoenix (105). Best Defense: Boston (91.1), Chicago (91.3), Milwaukee (92.7), Orlando (93.7)

- Milwaukee (91.9 Punkte pro Spiel) mit der anemischsten Offensivausbeute in der 43-jährigen Franchise-Geschichte. Irgendwo schlagen Oscar Robertson, Lew Alcindor und Glenn Robinson die Hände angewidert vors Gesicht

- Michael Redd dürfte sein letztes Spiel in den kotzgrünen Bucks-Trikotz gespielt haben. Der mittlerweile sicherlich knielose Shooting Guard wurde vor 11 Jahren von Milwaukee in der 2. Runde gedraftet und hatte sich zum All-Star (2004) und Dream Teamer (2008) hoch geballert. Nach einer weiteren verletzungsgebeutelten Saison dürfte der Linkshänder im Sommer einen Neuanfang starten, dann wohl bei einem Contender. Pat Riley druckt sicherlich schon das Veteran's Minimum Angebot aus...

- Atlanta gegen Orlando, da war doch noch 'was. Die Hawks liessen sich von Dwight Howard und den Magic in den letztjährigen Playoffs dermassen rupfen (100 Punkte Unterschied in 4 Partien), dass die Hawks-Verantwortlichen gar nicht anders konnten, als ihrem 'Franchise-Spieler' Joe Johnson prompt 120 Millionen in seinen bescheidenen Truck zu laden. Einziger Unterschied zwischen den Falken von 2010 und denen von 2011 ? Kirk Hinrich ersetzt Mike Bibby, und ein potentieller Difference-Maker, der explosive Rookie-Scorer Jordan Crawford, spielt mittlerweile in Washington. Ganz stark, Atlanta. Gleiche Lineup, gleiches Ergebnis. Wie war das nochmal mit dem Irrsinn ?

- Exzellente Neuigkeiten für David Kahn und Minnesota: diverse Mock-Drafts 2011 führen gleich 5 Point Guards unter den Top 15 Talenten dieses Jahrgangs auf. Der Timberwolves-Rebuild, Teil 148

- James Harden's Bart ...