16 April 2011


Da es sich nicht lohnt, auf traditionelle Art und Weise die bevorstehenden 4 bis 5 Partien zwischen dem amtierenden Doppelchamp Los Angeles Lakers und den verletzungsgebeutelten New Orleans Hornets vorzustellen, hier fünf Nebenhandlungen, auf die man während der nächsten Tage achten kann/sollte.

- die Länge der Lakers: was macht den Champ in einer 7-Spiele-Serie so schwer zu schlagen ? Neben All-NBA Shooting Guard Kobe Bryant, einem der besten Clutch Performer in der Geschichte des Spiels, ist das die Kombination zweier Riesen im Frontcourt. Pau Gasol und Andrew Bynum, beide 2,13m gross, verleihen dem Team eine imposante und spielerisch bewandte Wand in der Zone, gegen die keine andere Mannschaft anstinken kann. Nimmt man noch 2,08m Forward Lamar Odom mit hinzu, der vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser überall auf dem Platz eingesetzt werden kann, werden die Probleme der Gegner noch offensichtlicher. New Orleans, ohnehin kein "grosses" Team und nach dem Ausfall seines besten Scorers David West zusätzlich geschrumpft, wird unter den Brettern keine Chance haben. Die Lakers müssen einfach nur den Ball nach innen/unten passen...

- die Gesundheit der Lakers: allen voran natürlich Andrew Bynum. Der junge Center, der seit der All-Star Pause aus All-Star Niveau spielte mit durchschnittlich 11.2 Punkten, 12.3 Rebounds (Platz 2 hinter Dwight Howard's 14.7) und 2.36 Blocks (Platz 3 hinter Dwight Howard's 3.0 und Javale McGee's 2.57), verletzte sich im vorletzten Spiel der Saison an seinem chirurgisch bereits vorbelasteten Knie und bereitet dem Lakers-Ärzteteam seither Sorgen. Zwar hat Bynum angekündigt, in Spiel 1 der Serie aufzulaufen. Wie gut aber sein lädiertes Knie, das angeblich nur geprellt ist, durchhalten wird, bleibt abzuwarten. Eines ist klar: mit Bynum in der Lineup sind die Lakers nicht zu schlagen. Fehlt der 23-jährige, erscheinen die Lila-Gelben in einem weitaus mortaleren Lichtschweif. Ebenfalls angeboxt ist die bissige Backcourt-Bulldogge Matt Barnes (Knieschmerzen), sowie der transparente Backup-PG Steve Blake (Windpocken). Ihr Einsatz ist fraglich (Barnes) bis ausgeschlossen (Blake).

- Chris Paul: das Spiel der Hornissen steht und fällt seit Jahren mit ihrem kleinen Platz-General. Was viele inmitten des ganzen aktuellen Derrick Rose Hypes scheinbar vergessen (oder schlicht und ergreifend nie kapiert haben): Paul legte vor gerade mal zwei Jahren eine Saison für die Ewigkeit hin, erzielte durchschnittlich 23 Punkte, 11 Assists, 5.6 Rebounds und 50% aus dem Feld. Von den Werten kann Rose nur träumen. CP3 wird in dieser Serie dominieren. Zum einen, weil Derek Fisher in der Defensive nicht mit ihm mithalten kann. Und zum anderen, weil er nach wie vor der beste pure Aufbauspieler der Liga ist. Naw'lins muss immer und immer wieder das Pick'n'Roll spielen und den Ball so oft wie nur irgend möglich in Paul's Hände legen, um überhaupt eine Chance auf wenigstens einen Sieg zu haben.

- mentale Stärke/der Kopf: es ist hinlänglich bekannt, dass die Lakers sich der Spielweise ihrer Gegner oft anpassen und sich immer wieder geistige lapsūs leisten. Auf dominante Abschnitte (17-1 direkt nach der All-Star Pause) folgen dann wieder Phasen des Desinteresses, der Faulheit und der Arroganz (so wie beim 2-5 Saisonende). Sogar Phil Jackson räumt ein, dass er nicht sagen kann, welches Lakers-Team Abend für Abend aufläuft: das professionelle, konzentrierte Kollektiv, das innerhalb der Triangle Offensive operiert, oder eine Gruppe erfolgreicher, satter, gelangweilter Söldner. Während der letztjährigen Playoffs sorgte das forsche Auftreten der jungen Oklahoma City Thunder dafür, dass die Lakers aus ihrer Lethargie erwachten und ihren Championship-Fokus wieder erlangten. Wieviele Spiele werden dafür 2011 vonnöten sein ?

- die Dominanz der Lakers über NO: Los Angeles gewann während der regulären Saison alle 4 Partien gegen das Team aus Louisiana. Zwei davon zweistellig. Von allen möglichen Erstrundengegnern (NO, Portland, Memphis) stellt das Team von Monty Williams das leichteste Matchup dar. Sicher, ein Sieg ist immer drin, solange Chris Paul die Fäden zieht. Spätestens aber wenn die Lakers geschnallt haben, was die Stunde geschlagen hat - was traditionell durchaus ein bis vier Spiele dauern könnte - und sie die Matchup-Vorteile auf den grossen Positionen auszunutzen beginnen (New Orleans' Optionen auf Center: Aaron Gray, DJ Mbenga, Emeka Okafor, Jason Smith), werden die Hornissen in den Sommerurlaub schwirren.


nbachef meint: 4-1 Lakers