05 April 2011












Nun hat es Denver also auch mal erwischt: das Team von George Karl verlor zu Hause gegen den direkten Divisionsrivalen Oklahoma City mit 101-94. Damit rückt der Nordwest-Titel und Heimvorteil in Playoff-Runde 1 in weite Ferne. Die Nuggets hatten ihre letzten 10 Heimpartien seit dem Weggang ihres ehmaligen Franchise-Spielers Carmelo Anthony gewonnen uns waren seit dem All-Star Wochenende in 19 Partien insgesamt 15 mal als Sieger vom Platz gegangen. Gegen Oklahoma City hatte Denver in der Mile High City zuletzt 2007 verloren und seither den Gegner regelmässig dominiert (durschnittliche Punktedifferenz 19.3 pro Partie). Nicht dieses Mal.

In diesem richtungsweisenden Duell stürmte OKC ins Pepsi Center und legte schon einmal die Parameter fest für die bevorstehende Erstrundenserie zwischen den beiden Teams. Gleichzeitig sicherten sich die Thunder wohl (mit an ziemliche Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) den Divisionstitel und damit auch Platz 4 in der Western Conference - was Heimvorteil in Runde 1 garantiert. Wieso das für Oklahoma so wichtig wäre ? Nun: Denver's Auswärtsbilanz in dieser Saison liegt bei 16-22. In eigener Halle sind die Nuggets dagegen ein ganz anderes Biest (31-8 nach der heutigen Niederlage) und damit härter zu knacken als frisch gesiebte Goldklumpen. Und da sich beide Teams auch in der Postseason auf Augenhöhe begegnen werden, dürfte der Heimvorteil den kleinen, aber feinen Unterschied ausmachen zwischen Conference Halbfinale und "chillen mit Verwandten".

Neutrale Beobachter dürfen sich jedenfalls schon jetzt auf eine spannende Serie mit grandiosem Basketball einstellen. Kevin Durant (32 Pts, 9 Reb) wird auch in den Playoffs dominieren, wie er das nun einmal so tut Abend für Abend. Auch in dieser Partie übernahm der beste Scorer der Liga von Beginn an die Kontrolle. Denver fand zunächst kein Mittel (17 Durant-Punkte zur Pause), passte sich aber im dritten Viertel an und zwang KD immer nach links - zunächst mit Erfolg. Der aber demonstrierte im entscheidenden vierten Abschnitt - ganz im Stile eines Superstars - seinerseits seine Anpassungsfähigkeit (11 Pts) und führte seine Farben letztendlich zum verdienten Sieg. Zu dem hätte es für den Donner fast nicht gereicht, denn Russell Westbrook sabotierte sein eigenes Team mit einer miserablen Leistung. Überdrehte Aktionen, Ballverluste und irre Würfe wie heute kann Oklahoma von Westbrook in den Playoffs nicht gebrauchen, zumal Denver mit Ty Lawson und Raymond Felton das beste PG-Tandem der Liga ins Rennen schickt. Vor allem Lawson (28 Pts, 5 Ast) führte Westbrook nach Belieben vor und liess den All-Star ein ums andere Mal stehen. Denver ging gegen Ende des Q3 sogar in Führung.

Enter Eric Maynor. Der Backup-Guard zeigte mit 7 Punkten/2 Assists in nur 7 Minuten Einsatzzeit, wieso er zu den effektivsten Ersatzspielern der Liga zählt. Oklahoma übernahm mit Maynor am Lenkrad durch einen 15-0 Lauf die Kontrolle im Schlussviertel und brachte den Sieg damit über die Zeit. Westbrook sass währenddessen auf der Bank. Kendrick Perkins und Serge Ibaka dominierten den Frontcourt mit insgesamt 25 Rebounds (OKC gewann die Bretterschlacht 51-40). Die Okies präsentierten sich abwechselnd von ihrer besten (harte Teamdefense, Rebounding, Halfcourt-Offense, Durant) und schlechtesten Seite (Westbrook-Eigensinn, mentale Aussetzer), taten aber letztendlich gegen ein gefährliches Nuggets-Team (offensiv extrem vielseitig und uneigennützig, defensiv ebenso stark) genug, um den Sieg zu entführen.

Das nächste Duell zwischen beiden Teams steigt bereits am kommenden Freitag. Tune in !