24 April 2011


Sixers 84, Heat 82

Miami war bereits auf dem Weg zum Sweep, führte 95 Sekunden vor Schluss mit 6 gegen die jungen und unerfahrenen 76ers. Was dann folgte, waren 6 dilletantische Aktionen in Folge (3 vorne, 3 hinten), mit denen man die Sixers wieder ins Spiel zurück liess - und damit auch zurück in die Serie. Bei Philadelphia war einmal mehr die Mannschaft der Star: gleich 5 Spieler punkteten zweistellig, keiner davon mehr als 17. Lou Williams traf den entscheidenden Dreier zum 84-82 Endstand. Die Niederlage ist für Miami sicherlich kein Beinbruch, die Serie sollte am kommenden Mittwoch ohne grössere Zwischenfälle unter Dach und Fach gebracht werden können. Aber die Art, wie sich die Heatles mit ihrem zuweilen recht plumpen Isolationsbasketball auch in den Playoffs einfach hindurch "talentieren" wollen, anstatt dem System und den Mannschaftskollegen zu vertrauen, ist schon sehr speziell. Abgesehen von James' vergebenem Korbleger kurz vor Schluss, hier der entscheidende Heat-Angriff, vorgestellt in Echtzeit vom 'Heat Index' Journalisten Kevin A.: "Wade whittles down the clock opposite Holiday. James, Chalmers and Jones are planted to the floor standing still counterclockwise around the arc, with Bosh hanging out on the weak side block. Wade backs Holiday in from the 3-point line. After he tries to cross Holiday over, Wade picks up his dribble with :09 left on the shot clock. James is open at the top of the arc. Mario Chalmers is also open from 3-point range. James Jones is absurdly open across the floor. Instead, Wade pivots with his right foot, spins left, then falls away as he launches an off-balanced jumper."


Celtics 101, Knicks 89

Der nächste Heat-Gegner hat nach seinem vorzeitigen 4-0 Sieg in Runde 1 nun ein paar extra Tage Zeit, um sich zu erholen: Boston erreicht als erstes Team überhaupt das Conference Halbfinale dank eines Sweeps gegen die New York Knicks. Noch vor einer Woche sah es so aus, als würde uns eine spannende, hart umkämpfte Serie erwarten zwischen diesen alten Ost-Rivalen. Dann verletzte sich Billups, Amare's Rücken verabschiedete sich, und wir durften uns die Abende mit Unsterblichen wie Anthony Carter und Roger Mason Jr. um die Ohren schlagen. Solche Bankwärmer frisst das grüne Monster natürlich als Snack. Immerhin: die Knicks kämpften sich nach dem Spiel 3 Disaster und 22% Trefferquote in Halbzeit eins heute nochmal bis auf 4 Punkte heran. Amare zeigte seine NY-Toughness und lief trotz tödlicher Schmerzen auf, während Anthony mit 32 Punkten einmal mehr der beste Punktesammler beim Team aus Gotham war. Zu mehr reichte es nicht. Die Championship-erfahrenen Celtics demonstrierten dank Garnett (26 Pts, 10 Reb) und Rondo (21 Pts, 12 Ast) einmal mehr, wie weit die Knicks noch vom legitimen Contender-Status entfernt sind. Trotzdem würdigte das MSG-Publikum mit Standing Ovations den aufopferungsvollen Kampfgeist seiner überforderten Mannschaft, deren Saison am Ende wohl dennoch als Erfolg zu werten ist.


Hawks 88, Magic 85

Jamal Crawford will Geld. Dem Shooting Guard der Hawks scheint endlich aufgefallen zu sein, dass seine miserable reguläre Saison (nur 14 PPG, schlechtester Scoring-Output seit 8 Jahren) sich kaum für die Aushandlung eines lukrativen neuen Deals im Sommer anbietet. In den Playoffs präsentiert sich Crawford ganz überraschend von seiner allerbesten Seite und ist mit 24 Punkten im Schnitt der Garant für die 3-1 Serienführung der Hawks gegen Orlando. Atlanta gewann auch sein 2. Heimspiel und hat nun gleich 3 Matchbälle gegen das Ein-Mann Team, bei dem nur Howard sein Playoff-Game konstant abrufen kann (heute 29 Pts/17 Reb). Obwohl Arenas mit 20 Zählern für den gesperrten Jason Richardson einsprang, machte das inkompetente Duo Nelson/Turkoglu diesen Mehrertrag wieder zunichte. Nelson versteckte sich hinter seiner Körpergrösse, während der Türke den letzten, entscheidenden Spielzug vergeigte - von den unzähligen davor ganz zu schweigen. Der Forward kommt in den Playoffs auf erbärmliche 8 Punkte im Schnitt bei 25% Trefferquote. Bei den Leistungen der Magic-Bank nicht einmal ansatzweise genug. Joe Johnson versenkte vier wichtige Freiwürfe in den letzten 20 Spielsekunden, und die eigentlich so uninspirierten Falken schnuppern urplötzlich die frische Playoff-Luft über den Wolken und ein bevorstehendes Duell gegen die Stiere aus der windigen Stadt.


Hornets 93, Lakers 88

Der beste Point Guard der Liga spielt nach wie vor in New Orleans. Zwar nachvollziehbar, dass das viele inmitten des ganzen Jugend- und Highlightwahns vergessen haben. Aber der kleine Aufbau mit dem dicken Hinterteil bewies - bereits zum zweiten Mal in dieser Serie - seine absolute Extraklasse und unnachahmliche Vielseitigkeit. An CP3's Gesamtarsenal auf dem Platz kommt kein anderer PG ran. Dank Paul's Triple Double (27 Punkte, 13 Rebounds, 15 Assists) stachen die Hornissen gegen den amtierenden Champion ein zweites Mal zu und egalisierten die Serie 2-2. New Orleans kratzte, kämpfte und kontrollierte die Hustle Kategorien. Das Team von Monty Williams griff sich wieder einmal mehr Rebounds und ezielte gleich 20 'Second Chance Points'. Das, gepaart mit einer schwachen Lakers-Bank (nur 18 Zähler) und 14 Paul-Punkte im entscheidenden letzten Abschnitt waren genug, um die Serie für mindestens zwei weitere Duelle zu verlängern. Spiel 5 steigt am Dienstag in Los Angeles. Kobe Bryant wird dort trotz Fussverletzung auflaufen. Und Pau Gasol wird dann auch wieder unbedrängt freie Pässe fangen.