17 April 2011


Memphis 101, San Antonio 98

Es war vielleicht so abzusehen: San Antonio konnte ohne den Bärentöter Manu Ginobili die Grizzlies nicht abmurksen, als es darauf ankam. Die Bären gewannen dank der heldenhaften Tat von Neu-Papa Shane Battier (der Sohn kam direkt nach dem Spiel auf die Welt) ihre erste Playoff-Partie überhaupt und bewiesen, dass die zwei Erfolge gegen San Antonio während der regulären Saison kein Zufall waren. Die Spurs liegen ihnen. Zach Randolph (25 Pts, 14 Reb) und Marc Gasol (24 Pts, 9 Reb) waren die prophezeite Macht unter den Brettern. Bei San Antonio trafen zwar gleich 6 Spieler zweistellig, aber ohne Manu fehlte es in der entscheidenden Phase an Abgezocktheit. Memphis leistete sich mehr Ballverluste, griff insgesamt weniger Rebounds und vergab 12 Freiwürfe, traf aber 55% seiner Würfe aus dem Feld, darunter den entscheidenden von Battier 24 Sekunden vor Schluss. Richard Jefferson verfehlte den Ausgleichs-Dreier mit der Tröte, und so wurde im Alamo Geschichte geschrieben - auf Kosten der Gastgeber eben.


New Orleans 109, Los Angeles 100

Chris Paul fasste es nach dem für viele überraschenden Auftaktsieg der Hornissen beim amtierenden Doppel-Champ Los Angeles Lakers für alle, die es noch nicht mitbekommen haben, trefflich zusammen: "It's the Playoffs, man". Hätte das mal jemand den Lakers im Vorfeld erzählt. Die liessen nämlich, ganz im Stile der letzten beiden Wochen, jegliche Intensität und Dringlichkeit vermissen und bekamen die Quittung in Form der besten individuellen Leistung des Tages: 33 Punkte, 14 Assists, 7 Rebounds und 4 Steals steuerte CP3 zum 109-100 Triumph seiner Mannschaft bei. Der grössenmässig überforderte Aussenseiter aus dem 'Big Easy' machte seine Längennachteile durch gewohnt harte Defensivarbeit wett und spielte vorne einen nahezu perfekten Ball. Die insgesamt nur 3 Ballverluste egalisierten den NBA-Playoff Rekord. Carl Landry (17) und Jarret Jack (15) sowie - völlig unerwartet - das schwitzende Schwergewicht Aaron Gray (12) trugen maßgeblich zum Hornets-Sieg bei, auch weil bei den Lakers ausser Kobe Bryant (34 Pts) und Ron Artest (16 Pts, 11 Reb) alle Spieler weit unter ihren Möglichkeiten blieben.


Celtics 87, Knicks 85

Obwohl er nur 3 Würfe in der ersten Halbzeit genommen hatte, avancierte Ray Allen wieder einmal zum Matchwinner für die Celtics und so mörtelt 'Jesus' weiterhin fleissig an seinem eigenen Denkmal in Boston. Der Scharfschütze war mit 24 Punkten bester Scorer seines Teams und traf insgesamt 9 seiner 15 Wurfversuche, darunter den entscheidenden Dreier knapp 11 Sekunden vor dem Ende. Sein Coach Doc Rivers hatte den Spielzug genau so aufgezeichnet. Die Celtics kamen erst in der 2. Halbzeit an in den 2011er Playoffs, schraubten ihre defensive Intensität einige Stufen nach oben und kauften den Knickerbockers langsam aber sicher den Schneid ab. Angeführt von einem ganz starken Jermaine O'Neal (6 von 6 aus dem Feld, 4 Blocks) intensivierten auch Boston's All-Stars Paul Pierce (18), Kevin Garnett (15 Pts, 13 Reb) und Rajon Rondo (10 Pts, 9 Reb, 9 Ast) ihre Bemühungen. Am Ende hatte New York sich einmal mehr teuer verkauft, ohne sich dafür etwas kaufen zu können. Amare Stoudemire (28 Pts, 11 Reb), der in HZ2 kaum zu stoppen war, wartete beim letzten Angriff vergeblich auf den Ball, den statt dessen Carmelo Anthony (nur 5 von 18 FGs) in Richtung Korb backsteinte. Die Knicks warten nun seit 10 Jahren auf einen Playoff-Sieg. Die Chance darauf war heute so gross wie schon lange nicht mehr.


Oklahoma City 107, Denver 103

Das All-Star Tag Team Kevin Durant (41) und Russell Westbrook (31) erzielte zusammen 72 Zähler und war einmal mehr zuviel für tapfer kämpfende Denver Nuggets, die eindrucksvoll bewiesen, dass sie die Serie spannend gestalten werden. Die Thunder widerstanden dem frühen Flächenbombardement der Klumpen, die früh mit 13 führten, und schlossen die erste Halbzeit mit 10-2 Lauf ab. Denver kam seinerseits nach dem Wechsel dank Nene (22 Pts, 8 Reb) und Danilo Gallinari (18) von einem 8-Punkte Rückstand zurück und ging wieder in Führung. Die wechselte insgesamt 9 mal, weitere 9 mal war es ausgeglichen in der schnellen, hart geführten Partie, in der letzten Endes Denver aber zuviele Freiwürfe vergab (nur 21 von 33 von der Linie) und der Liga-Topscorer Kevin Durant zuviele versenkte (12 von 15 Freebies, 13-22 aus dem Feld). Extrem unterhaltsame, enge Partie mit gewohnt spannender Schlussphase. Davon jetzt leider nur noch sechs - wie wär's hier statt dessen mit 'Best of 15' ?