26 April 2011

Bulls 116, Pacers 89

Auch ein verknicktes Sprunggelenk konnte den voraussichtlichen MVP nicht daran hindern, mit den Pacers das zu machen, was er während der regulären Saison mit den restlichen 28 Gegnern auch getan hatte: er dominierte als Bulls-Hauptangreifer den Ball und führte seine Mannschaft nach einer ganz kurzen, brenzligen Schwächephase (Indiana war zwischenzeitlich bis auf 4 Zähler heran gerauscht) letztes Endes zu einem ungefährdeten 27 Punkte Blowout-Sieg, der die Kräfteverhältnisse in diesem Duell dann doch deutlich zurecht rückte. Rose war mit 25 Punkten einmal mehr Topscorer der Partie und führte Chicago zum erst zweiten Playofferfolg (Serie) seit den glorreichen Tagen dieses ominösen Michael Jordan, dem wohl zweitbesten Spieler aller Zeiten nach Lebron James. Die Bullen wollten diesmal keinen Zweifel dran aufkommen lassen, wer ab dem Wochenende im Conference Halbfinale weiterspielen wird, und schnürte Indiana von Beginn an mit harter Thibodeau-D die Luft ab. Die Pacers waren allesamt überfordert, allen voran Rookie Paul George, der die zweifelhafte Ehre hatte, von Rose ein ums andere mal vorgeführt zu werden wie schlechter Stil im deutschen TV. Neben dem All-Star PG lieferten noch Deng (24 Pts), Bogans (5 Dreier) und Noah (14 Pts/8 Reb/4 Blk) starke Leistungen ab. Boozer blieb seiner jährlichen, unterirdischen Playoff-Form wie immer treu (nur 2 Punkte). Chicago traf insgesamt 14 von 31 Distanzwürfen - neuer Teamrekord. Indiana hingegen konnte das ganze Spiel über keine Treffer landen und verfehlte ein ums andere Mal (wie auch McRoberts' Ellbogenschwinger Richtung Noah's Gesicht Ende des Dritten). Für die Pacers enden die Playoffs mit dem 1-4 genauso, wie die gesamte Saison verlief: durchwachsen. Chicago, das sich die beste Leistung für den Schluss aufgehoben hatte, wartet nun auf den Sieger der Serie Orlando gegen Atlanta.


Magic 101, Hawks 76

Dort sah noch vor wenigen Stunden alles nach einem vorzeitigen und überraschend simplen 4-1 Erfolg der Vögel aus, die bereits heute in Orlando alles hätten klar machen können. Denn die Magic standen mit dem Rücken zur Wand. Platt. Desillusioniert. Verzweifelt. Dann erinnerte man sich in Atlanta aber kollektiv an das eigene Lieblingscredo: "Man kann eine Serie immer her-choken, egal, wie sehr man den Gegner dominiert und eigentlich alles im Griff zu haben scheint." Gesagt, getan. Die Hawks hievten einen Backstein nach dem anderen in Richtung Magic-Korb, verfehlten insgesamt 64% ihrer Wurfversuche und hatten das Spiel so bereits vor der Pause verloren. Orlando liess die Murmel vorne ausgezeichnet laufen, hielt das Tempo im Spiel dadurch gewünscht hoch und entkam so dem bevorzugten Half-Court Einschlafrhythmus Atlanta's, das Orlando in allen 3 Siegen bisher unter 90 Punkten gehalten hatte. Auch ohne einen Dwight Howard in Spiellaune (nur 8 Pts/8 Reb) hatten die Nadelstreifen heute mehr als genug Feuerkraft in petto. Angeführt wurde die Punktesammlerei von Jason Richardson, der nach seiner Sperre in Spiel 4 mit 17 Zählern seine bisher beste Playoff-Leistung zeigte. Die Magie leistete sich nur 6 Ballverluste (Team-Playoff-Rekord) und führte durchgehend. Spiel 6 steigt am Donnerstag in Atlanta. Dort hatten die Falken noch vor einem Jahr ihre letzten beiden Playoff-Partien gegen Orlando mit insgesamt 44 Punkten Unterschied verloren. "Treffer"quote: 37%. Der 'Choke-Artists' Tag kommt also nicht von ungefähr. Nein, den hat man sich in der ATL redlich verdient. Und warum sollte sich daran etwas geändert haben in dieser Saison ?


Lakers 106, Hornets 90

Die Alarmleuchten leuchteten für LA-Homer, -Hater und Hobbyreporter schon ganz grell, als Los Angeles Ende des ersten Spielabschnitts deutlich hinten lag. Immerhin hatte man bereits Spiel 4 nach einer indiskutablen Leistung völlig zurecht verloren. Es fehlte - wie schon in den letzten beiden Aprils - der Fokus, die Intensität und der Respekt für den Gegner. Zu allem Überfluss kam dazu noch eine Fussverletzung von Kobe Bryant, eine Ersatzbank im Tiefschlaf und ein spanischer All-Star, der bisher softer spielte als eine Portion Nudeln. Das alles, gepaart mit einem 9-Punkte Rückstand zu Beginn des Q2, war für Kobe Bryant genau das Maß an Widrigkeiten, das der 5-fache Champion braucht, um so richtig auf Touren zu kommen. Bryant, der noch vor zwei Tagen auf Krücken dahin humpelnd die Halle in New Orleans verlassen hatte, riss das Spiel an sich und sein ganzes Team dadurch mit. Die Defensive legte an Intensität zu, die Systeme wurden konzentrierter durchgespielt, sogar das Publikum erwachte aus seiner kalifornischen Dauerlethargie. Es war Bryant's exklamatorischer Dunking gegen Okafor irgendwann Mitte des zweiten Viertels, der eine Welle der Begeisterung im Staples Center auslöste, die die Lakers kollektiv bis ins Ziel ritten. Bynum/Gasol dominierten zum ersten Mal die Zone, so wie man es von ihnen erwartet (32 Pts, 18 Reb, 5 Blks). Alle Starter punkteten zweistellig. Und sogar von der Lakers-Bank kam ausnahmsweise mal ein bisschen Produktivität aufs Parkett. Die Hornets trafen nach ihrem raketenmässigen Auftaktviertel (82%) nur noch 39% ihrer Wurfversuche und gingen in der Folge unter. Es war beileibe keine Glanzvorstellung des Champs, aber eine resolute nichstdestotrotz, die wohl - wie in den letzten Jahren - den Grundstein für den weiteren Playoff-Weg von Lila-Gold legen wird.