19 April 2011


Celtics 96, Knicks 93

Die Knicks spielten eine ausgezeichnete Partie heute im TD Garden und hatten sogar realistische Chancen auf einen verblüffenden Upset-Sieg. Wenn da nur nicht immer diese Crunch-Time wäre, die ihnen immer wieder einen Strich durch den Spielzug macht. Auch ohne ihren etatmässigen AH-PG Billups (Knie) und den während des Aufwärmens verletzten Stoudemire (Rücken) waren die Defensivallergiker aus Gotham immer im Spiel. Carmelo lieferte mit 42 Punkten, 17 Rebounds und 6 Assists das Spiel seiner Lebens ab. Das aber reichte nicht für NY. Zum einen, weil Rondo (Karrierebestwert 30 Pts) einen Freifahrtschein für ungedeckte Drives zum Korb gebucht hatte. Und zum anderen, weil sich die Knicks mal wieder in letzter Minute selbst um den Lohn ihrer Mühen brachten. Es ist wie beim Boxen mit diesen 'Bockers: es spielt wirklich keine Rolle, wie oft man zuschlägt. Wenn man hinten immer wieder die Hucke voll kriegt, und dazu noch die zwei entscheidenden, heisst's am Ende logischerweise: T.K.O. Garnett (12/10) setzte per Baby-Hook den KO-Treffer zum 94-93. New York ging vorne ausgerechnet zu Jared Jeffries, dem Mann mit den notorischen Metallhänden. Der verlor natürlich den Ball. Schlimmer noch: anstatt dann gleich zu foulen, liess New York knapp vier Sekunden von der Uhr herunter streichen. Nach 2 Freiwürfen von West fehlte dann die notwendige Zeit zum Ausgleich. Boston Wins - erneut. Die Knicks können jetzt nur hoffen, dass Amare und Billups schnell wieder in die Lineup zurück kehren. Das Team minus Carmelo traf heute nur 18 von 60 aus dem Feld. Mit Walker, Mason und Jeffries als Crunch-Time Einheit kann das gegen den letztjährigen Finalisten einfach nichts werden.


Magic 88, Hawks 82

Soviel zur 'Jason Collins als Difference-Maker' These. Dwight Howard, der frisch gebackene DPOY (knapp vor Keith Bogans), dominierte einmal mehr beide Zonen, erzielte 33 Punkte und griff sich 19 Rebounds, während Orlando mit einer im Vergleich zu Spiel 1 stark verbesserten Defensive die Oberhand behielt. Die Magischen gestatteten nur 39% aus dem Feld und forcierten 15 Ballverluste. ATL versuchte es immer wieder auf die alte, uneffiziente Ego-Iso Tour - ohne Erfolg. Orlando radierte einen frühen 10-Punkte Rückstand aus (das höchste Playoff-Comeback seit 2009), dominierte den zweiten Abschnitt 32-20 und machte am Ende, als es darauf ankam, die Big Plays. Auch die Rollenspieler der Nadelstreifen machten diesmal mit. Es war gewiss keine dominante Vorstellung der Heimmannschaft (16 TOs, nur 9 Assists, nur 34% FG), aber sie reichte aus, um die Serie zu egalisieren. Howard's Durchschnittswerte in den ersten beiden Partien: 40 Punkte und 19 Rebounds pro Abend. Jason Collins wird wohl kein DPOY.


Mavericks 101, Blazers 89

Irgend jemand muss die NBA benachrichtigen. Es ist offensichtlich, dass die Dallas Mavericks verbotenerweise Wasser aus Jungbrunnen in ihre isotonischen Getränke mischen. Wie sonst ist es zu erklären, dass ausgerechnet die Altherrengarde der Mavs den vermeintlich favorisierten Aussenseiter aus dem hohen Nordwesten ganz alt aussehen lässt. Kidd, dessen persönlichen Bestmarke während der regulären Saison 21 Punkte war, macht bisher in den POs genau soviele - im Schnitt. Auch heute waren es wieder 18 (plus 8 Assists). Nimmt man noch Peja Stojakovic hinzu (21 Pts, 5 Dreier), so fühlt man sich schnell an 2005 zurück erinnert, als beide noch zum All-NBA Kader zählten. Dort kann man heute wenigstens Nowitzki einordnen, der mit 33 Punkten - und trotz eines durchwachsenen Abends (9-22 FG) - einmal mehr zur Stelle war, als es im Vierten darauf ankam. Dallas hat Portland bisher im Q4 mit 15 Zählern deklassiert. Die beste Nachricht für Mavs-Fans: die Gäuler haben ihre erste 2-0 Führung in einer Playoff-Serie seit 2006. Damals schaffte man es bekanntlich recht weit.