22 März 2011












Gegen Ende der zwei langweiligsten NBA-Tage des Jahres (zählt mal die Mega-Blowouts gestern und heute, inklusive durchschnittlichem 'margin of victory') und bei 21 Lakers-Punkten Vorsprung im dritten Viertel gegen die Phoenix Suns war ich kurz davor, die verdammte Kiste auszuschalten. Ich hielt dieses geballte Elend nicht mehr aus. Zum Glück bekam ich selbst das nicht auf die Reihe und blieb auf Sendung. Am Ende des Tages hatte ich das erst vierte Triple Overtime Spiel der Lakers-Geschichte (in LA) erlebt. Insgesamt 276 Punkte bei 226 Wurfversuchen. 28 erfolgreiche Dreier. Den 107. Kobe Bryant 40-Punkter seiner Karriere. 20 Assists und unzählige irre Plays von Steve Nash. 55 Spielminuten, 29 Punkte und 16 Rebounds von Lamar Odom. Und mehr Clutch Shots in einer einzigen Partie als in der gesamten bisherigen Saison zusammen genommen.

Im Rematch des letztjährigen Conference-Finals (schon wieder 'ne halbe Ewigkeit her) erwischten die Suns den besseren Start. Man merkte den Wüstensonnen an, dass sie mit aller Macht auf den letzten verfügbaren Platz und in die Western Conference Playoffs drängen. Der beste Spielmacher der Liga führte glänzend Regie und verbuchte allein im ersten Abschnitt schon 7 Vorlagen. Im Q2 drehte der Gastgeber dann - inspiriert vom wieder einmal stark spielenden Matt Barnes - etwas auf und zog davon. Im Dritten sah es dann bereits nach einem leichten Sieg für Lila-Gold aus, aber Phoenix liess in der Folge seine gewohnten Dreiersalven herab regnen und kletterte dank der Reservespieler in die Partie zurück. Drei lange Bomben in den letzten 136 Sekunden retteten die Suns in die erste Verlängerung.

...(1)... Das bis dahin recht flüssige Offensivspiel der Lakers kommt fast vollständig zum Erliegen. Ron Artest (18 Pts) trifft zwar einen wichtigen Dreier zum 119-116. Nash aber manövriert weiter durch LA's Abwehr und serviert seinen Teamkameraden einen Treffer nach dem anderen auf dem Silbertablett. Lamar Odom's dummes Foul bringt 1 Sekunde vor dem Ende Channing Frye an die Freiwurflinie. Bang. Bang. Bang. Ausgleich. Zweite Verlängerung.

...(2)... Auf beiden Seiten spielen die Starter munter weiter - fast alle sind mittlerweile weit mehr als 40 Minuten auf dem Parkett. Bryant (42 Pts, 12 Reb, 9 Ast) und Pau Gasol (24 Pts) tragen die Lakers jetzt, aber Phoenix geht dank eines 5-0 Runs kurz vor Schluss in Führung. Der Spanier behält an der Linie die Nerven und versenkt zwei Freiwürfe zum Ausgleich. Phoenix hat die letzte Chance, bekommt aber nie einen Wurf los. Dritte Overtime.

...(3)... Die Partie dauert nun schon weit mehr als 3 Stunden. In New York ist es bereits 1:45 Uhr, in Berlin dreiviertel 7 am Morgen. Nach einem Bryant-Dreier wird Ron Artest zum Gamewinner für Los Angeles. Der Small Forward drischt nach einem Steal zunächst vorne einen Dunk durch die Maschen und trifft wenig später einen irren Fallaway Jumper zum 137-132. Phoenix versenkt in Form von Frye (Career-High 32 Pts, 14 Reb in unfassbaren 57 Minuten Spielzeit) abermals einen Dreier. Bryant aber legt mit einem kurzen Fastbreak-Jumpshot die Partie auf Eis.

Was für ein Match ! Odom (55 Min. Spielzeit) hatte nach der Partie mehr als genug, freute sich aber auf frische Pfannkuchen. Artest war heilfroh, doch noch zur Vorstellung seines neuen Musik-Videos zu kommen. Und ich war nach 9 Langweilern in Folge begeistert darüber, endlich wieder guten, spannenden Basketball geboten bekommen zu haben. Mit Sicherheit eines der besten Spiele der Saison, ganz gleich wer am Ende triumphierte. Sieger war ganz eindeutig der Basketball-Sport.