20 März 2011


Katerstimmung im Big Apple: nach der anfänglichen Euphorie um Carmelo Anthony und dem etwas frühreifen Geschwätz von Titelambitionen und co. sind die Knicks wieder auf dem Hosenboden der Tatsachen gelandet. Die empfindliche 100-95 Pleite im Bradley Center war bereits die 8. in den 15 Begegnungen (und 5. in den letzten 6) mit Anthony als Starter und gleichzeitig ein erneuter Weckruf: zwei Superstars ein Top-Team nicht machen. Die Knicks, die sich im ersten Viertel gegen Milwaukee leicht Cavs-infiziert präsentierten (ironischerweise steht NY gg. Cleveland in dieser Saison mit 0-3 da) und nur 9 Punkte erzielten, verfehlten insgesamt 54 Würfe, bevor 'Melo süffisant erklärte: "Das könnte noch ein Jahr dauern, bis wir uns eingespielt haben." So oder so ähnlich. Während NY also weiter absackt im Ost-Treibsand, haben die Böcke Gras geleckt und ihr Geweih in Richtung Indiana Pacers ausgerichtet (nur noch 1.5 Siege Rückstand). Delfino mit 30 Pts/11 Rebs und Jennings mit Fast-Triple-Double (14 Pts, 11 Reb, 9 Ast) sicherten den Skiles-Feingeistern einen weiteren Sieg im Kampf um den letzten Playoff-Platz. Nächsten Freitag steigt das Rematch gegen die Knickerbockers und am 1. April dann so etwas wie ein kleines Endspiel gegen die Pacers höchstpersönlich. Vormerken ! Atlanta (6 Spieler in Double Figures) bleibt weiterhin mittlerstes Mittelmaß, ohne dass es hoch oder runter geht nach dem 104-96 gegen die Pissed-Ons von John Kuester, der mit Startaufstellung Nummer 80 in Spiel Nummer 70 jedem noch so treuen Fan den letzten Nerv raubt. Aus der Rubrik 'Spiele, die die Welt nicht braucht' gab's heute Nacht gleich zwei Leckerbissen zu bestaunen: Washington gewinnt gegen die New Jersey Nyets minus Deron Williams und trotz Kris Humphries (18 Pts, 17 Reb), der sich heimlich, still und leise in Kevin Love verwandelt hat. Ohne den (Love verletzte sich heute) geht gar nichts bei Minnesota. Kein Wunder also, dass die Timberpuppies gegen Sacramento knapp mit 127-95 unter die Räder kamen. Alles, was es für Sacramento für diese Offensivexplosion brauchte, war die Disqualifikation von DeMarcus Cousins. Danach lief's für die Kings wie am Schnürchen, inklusive 21-0 Zwischenspurt.

Laufen tut's auch für die
Lakers seit dem All-Star Wochenende mit jetzt 12 Siegen aus den letzten 13 Duellen. Beim 84-80 Comeback-Sieg im Staples gegen die Trail Blazers war Old Man River Derek Fisher mit zwei entscheidenden Defensivaktionen und 10 Sekunden vor Schluss mit dem Messer zur Stelle. Zuvor verlor der Untermieter LA Clippers in einer amüsanten Partie gegen Phoenix mit 108-99. Die Suns klammern sich weiter verbissen an die letzten Playoff-Strohhalme und bleiben mit 35-33 in unmittelbarer Nähe von Platz 8, auf dem noch die Grizzlies (38-32) sitzen. Noch, denn Houston fackelt das Feld von hinten ab. Die Texaner sind völlig besinnungslos und haben jetzt 15 von 21 gewonnen nach dem heutigen 110-108 gegen Utah, das schneller sinkt als die Titanic. Kyle Lowry mit seinem ersten Triple Double (28 Pts, 10 Reb, 11 Ast), Kevin Martin (34) und Rookie Patrick Patterson (13/14) bemannten den heutigen Flug der Raketen, schnurstracks weiter Richtung 'Planet Postseason'. Unfassbarer Lauf. Mit einem 5-0 Lauf entschieden die Dinos aus dem hohen Norden das Duell in der Prärie von Oklahoma zu ihren Gunsten. Amir Johnson traf den entscheidenden Hookshot zum 95-93 für die Raptors. Glücklicherweise nicht weiter schlimm für OKC, dass den 4. Platz im Westen so gut wie sicher hat - ebenso wie Dallas den 3. nach dem erschreckend einfachen 101-73 gegen Golden State. Dirk Nowitzki mit 20 Zählern und 'Throwback Stojakovic', der mit 5 Dreiern an seine Glanzzeiten vor knapp 20 Jahren anknüpfte, machten den Playoff-Spot für die Mavericks ganz offiziell klar.