29 März 2011












Dass die Miami Heat in dieser Spielzeit ernshafte Probleme mit Elite-Teams haben, ist hinlänglich bekannt. Die Gründe hierfür mittlerweile ebenfalls. Den neuesten Beweis für dieses Phänomen erbrachten Lebron, Dwyane, RuPaul und die Ersatzbank-Zombies am Dienstag Abend, als sie sich beim Meisterschaftsmitfavoriten Cleveland aus der Halle ballern liessen.

Die Kadaver erspielten sich beim emotionalen 102-90 ihren allerersten zweistelligen Sieg der gesamten Saison und den ersten Start-Ziel Erfolg seit über einem Jahr. JJ Hickson verbuchte 21 Punkte und 12 Rebounds, Baron Davis (in seinem ersten Einsatz von Beginn an) und Ramon Sessions dominierten die PG-Position, und Anthony Parker traf 4 von 4 Dreiern, während Cleveland drei Dinge ausgesprochen gut machte: den langen Ball versenken (9 von 17), die Bretter kontrollieren (44-30 Vorteil bei den Rebounds) und pausenlos aggressiv und hart zu Werke gehen. Angetrieben von ihren fanatischen Anhängern in der ausverkauften Quicken Loans Arena erspielten und verspielten die Cavs eine 19-Punkte Führung, bevor sie in der extra lauten Schlussphase kühlen Kopf behielten. Durch einen 12-0 Lauf beim 83-83 rissen die Weiss-Weinroten die Kontrolle endgültig an sich und schnürten den Sack letzten Endes zu. Es war der eine, so dringend herbei gesehnte Sieg für Cleveland gegen seinen grössten Nemesis und nach einer komplett verkorksten Saison: "Über diesen hier werden alle noch lange reden. Es ist der wichtigste Sieg des Jahres."

Lebron James muss den Braten schon vor der Partie gerochen haben. Obwohl dieses 2. Duell in Ohio nichts war verglichen mit LBJ's erstem Auftritt bei seinem Ex-Arbeitgeber, versteckte sich James während der Spielervorstellungen in den Katakomben der Q-Arena, um dem Buh-Regen zu entgehen. Und während James in Hälfte 1 noch den Grossteil seines Triple-Double Schadens anrichtete, verfielen er und seine an diesem Abend katastrophalen Teamkollegen später in die bekannte Kollektivstarre, die dem geschulten Basketball-Auge so viele Schmerzen zufügt. Chris Bosh (1 Defensivrebound in 33 Minuten) hatte seine Koordinationspillen vergessen, verfehlte 9 seiner 14 Wurfversuche und war selbst von seinem gewöhnlichen Charmin-Niveau in der Zone (Ryan Hollins prügelte ihn windelweich) weiter entfernt als Miami von einer effektiven Ersatzbank. Die bewies mit 6 Punkten bei 3-12 aus dem Feld mal wieder ihre absolute Contender-Extraklasse. Der zuletzt so erfolgreiche James-Wade Pick'n'Roll wurde einmal mehr zugunsten stupider Individualaktionen aufgegeben, die Defensive war einmal mehr löchrig und ungewohnt lax. Angesichts der Chancen, die noch auf Platz 1 im Osten bestehen, eine völlig unzumutbare Präsentation der Heat. Ein frustrierter Coach Spoelstra gab nach der Partie offen zu: "Wir wissen irgendwie nicht mehr ganz, was genau unsere Identität ist."

Auch Coach Spo dürfte von den mentalen Aussetzern seiner charakterschwachen Truppe mittlerweile die Nase voll haben. Es ist eine Sache, die Liga-Prügelknaben angesichts individueller Extraklasse auf 2.5 Positionen auseinander zu nehmen. Dank eines im Prinzip überragenden Defensivsystems jegliche halbherzige, schlecht gecoachte Offensive im Keim zu ersticken. Und sie anschliessend via unzähliger Fast-Breaks kirre zu laufen. Wie genau Miami das aber in Playoff-Serien, wenn das Spieltempo gegen Null sinkt, es auf abgeklärtes PG-Spiel, Zonenpräsenz, effektive Ersatzspieler und Disziplin im Ausführen der angesagten Plays ankommt, gegen die Bostons, Chicagos und LAs der Liga schaffen will, bleibt ein Rätsel. Stay tuned...(aber lasst die Kommentare glühen !)