19 Juni 2011


Der NBA-Draft steht kurz bevor. Zeit also für den Chefkoch, Euch wie schon letztes Jahr auch diesmal wieder die wichtigsten Spieler & Infos zu servieren. Den Anfang macht ein Youngster, den man einfach gern haben muss: Kenneth Faried, Power Forward. Ich habe eine dokumentierte Schwäche für solche Typen. Typen, die jedes Spiel so angehen, als wäre es ihr allerletztes. Erinnert sich jemand an oder vermisst einer von euch Dennis Rodman und dessen irre Verbissenheit beim Kampf um jeden Rebound? Faried ist definitiv euer Mann. Der 21-jährige avancierte in dieser Saison - seiner 4. und letzten auf dem College - zum erfolgreichsten Rebounder in der Geschichte der NCAA. Er verdrängte den grossen Tim Duncan auf Platz 2 und führte heuer den gesamten Hochschulwettbewerb mit 14.5 Rebounds pro Partie an. Sein Game ist pures Hustle. Seine Stärken: Rebounden, hart spielen, verteidigen, im Low-Post bangen, zerstören, zermürben. Und Rebounden. Das macht er wie kaum ein anderer, seit er sich mal als Jugendlicher bei seiner Mutter darüber beschwert hatte, dass er zu wenig Pässe erhielt. Die machte ihm damals lapidar klar: "Dann geh und schnapp dir den Ball, mein Junge". Und Bälle sich schnappen er tat.


35 - Kenneth Faried

Jahrgang: 1989
College: Morehead State Eagles (Senior)
Größe/Gewicht: 2,03m/103 kg
Position: PF
Stats: 17.6 Pts, 14.5 Reb, 2.4 Blk, 2 Stl, 64% FG
Stärken: Rebounds, Defense, Hustle, Athletik, Schnelligkeit, energiegeladener
Dauerspringer, extrem ausdauernd, grosse/schnelle Hände, dominiert die Zone, Einsatzbereitschaft, perfekter Rollenspieler
Schwächen: Offensivspiel, kaum Wurfgefühl, schwacher FT-Schütze, zu klein für die NBA-4, spielte u. verbuchte seine Stats in einer kleinen Conference
Best Case Vergleich: Dennis Rodman



Der Mann mit den langen Dreadlocks ist im Low-Post nicht zu bändigen. Angetrieben von einer nie zu bremsenden Euphorie für die dreckigen Dinge des Spiels hat sich Faried aufs Verteidigen und Glas-Putzen spezialisiert. Der Senior hatte sich bereits letztes Jahr zum Draft angemeldet, seine Kandidatur aber später zurückgezogen. Eine gute Entscheidung, wie sich im Nachhinein heraus stellte. Mit einer weiteren überragenden Saison führte der in New Jersey geborene Faried als Ohio Valley Conference Spieler des Jahres seine Eagles 2011 zum Regionaltitel und in die NCAA-Endrunde. So was schindet Eindruck, ganz gleich, wie klein die Schule ist. Wenngleich der Forward in der Offensive so seine liebe Mühe hat - es fehlen ihm sowohl Go-to-moves als auch ein struktriertes Verständnis komplexerer Angriffsstrategien - so gilt Faried für viele Coaches und Scouts vielleicht gerade deshalb als sicherer Erstrundenpick im unteren Bereich: man weiss, was man mit ihm bekommt. Einen extrem harten Arbeiter, ganz ohne Ego, der alles fürs Team gibt. Und einen jetzt schon elitären Verteidiger und Überathleten, der Partien seinen Stempel aufdrückt, ohne auch nur einen einzigen Spielzug designt zu bekommen. Den perfekten NBA-Rollenspieler also. Und die machen letzten Endes auch den Unterschied. Wie Dennis Rodman. Der wurde übrigens 1986 erst in der 2. Runde an 27. Stelle gezogen...



Prognose: Pick 20 bis 30 !