31 März 2011












Von November bis März waren die Boston Celtics und die San Antonio Spurs das Maß aller Dinge in der National Basketball Association. Ausgerechnet jetzt, kurz vor den Playoffs, stockt der Motor bei beiden Schwergewichten aber gewaltig. Boston kam mit einer mageren 8-7 Bilanz im bisherigen Monat nach Texas. San Antonio hatte sogar 4 Partien in Folge verloren. Das Parkett war also poliert für den hoch antizipierten Showdown der beiden Meisterschaftsanwärter, und das Spiel hielt, was es im Vorfeld versprach.

San Antonio's angeboxte Starter Tim Duncan, Manu Ginobili und Tony Parker kehrten allesamt ins Team zurück. Bei Boston lief Jermaine O'Neal zum ersten Mal seit dem 10. Januar wieder auf. Der Gastgeber erwischte den besseren Start dank des schnellen, kleinen Franzosen, von dem die Grünen einmal mehr nur eine Staubwolke zu sehen bekamen. Parker penetrierte nach Belieben und erzielte 12 seiner 23 Zähler im ersten Abschnitt. Paul Pierce hielt den 18-fachen Champion aber mit 11 Punkten seinerseits auf Tuchfühlung. Nach einem High-Scoring Auftaktviertel justierten die Coaches wie erwartet die Defensive etwas nach. Beide Mannschaften verfehlten nun mehr als zwei Drittel ihrer Wurfversuche und verteidigten unerbittlich. Zur Halbzeit stand es ausgeglichen 49:49.

Nach der Pause kam die grosse Zeit von Celtics-PG Rajon Rondo. Der schwarze Blitz sezierte nun die Spurs-Abwehr nach Belieben, punktete entweder selbst oder verteilte einen Assist nach dem anderen. Boston zog dank eines 14-0 Laufs gegen Ende des Dritten auf und davon. Rondo's beeindruckende Bilanz im Spiel: 22 Punkte, 14 Assists, kein einziger Ballverlust. Pierce scherte knapp am Triple Double vorbei (21 Pts, 11 Reb, 7 Ast), während sich Kevin Garnett (20 Pts, 9-12 FG) und Glen Davis (16 Pts, 8-12 FG) im Frontcourt recht frei entfalten konnten. Die Kobolde trafen in der zweiten Hälfte 62% ihrer Wurfversuche und gingen als verdienter Sieger vom Platz.

San Antonio ist nach dieser erneuten Niederlage in nicht erwarteten Schwierigkeiten. Es war bereits die 5. Spurs-Pleite in Folge. Soviele hat der texanische Vierfach-Champ seit 1997 nicht mehr kassiert - also noch nie, seit Tim Duncan gedraftet wurde. Neben Miami ist San Antonio nun der einzige Titelanwärter mit mehr als 4 konsekutiven Niederlagen seit der All-Star Pause. Kein solches Team hat seit 1995 mehr den Pokal gewinnen können. Und auch der Heimvorteil schmilzt dahin wie Butter in der texanischen Sonnenhitze: Los Angeles hat den eigenen Rückstand auf Platz 1 durch den heutigen Sieg gegen Dallas auf nur noch 2 Niederlagen verkürzt und walzt mit einer 16-1 Bilanz seit dem ASG durch die Liga. In Boston hofft man währenddessen, das der 2. Sieg im 2. Spiel gegen das bilanzbeste Team der Liga endlich den Knoten platzen lässt. Die C's kämpfen mit Miami und Chicago und die besten Plätze im Osten. Die Bulls liegen nach wie auf Rang 1 mit jetzt 2 Siegen Vorsprung. Boston verteidigt durch diesen Sieg zunächst die Zwei und bleibt eine halbe Partie vor den Heat. Das entscheidende Duell zwischen den beiden steigt am 10. April.