22 Februar 2011


Die Sacramento Kings und New Orleans Hornets haben sich auf einen Spielertausch geeinigt. Obwohl der von seiner Bedeutung her nicht im Geringsten mit dem gestrigen Blockbuster-Deal zischen New York und Denver mithalten kann, sei er dennoch erwähnt. Denn zumindest ein potentielles Playoff-Team ist involviert.

Die New Orleans Hornets sichern sich die Dienste von Carl Landry. Lange Zeit schon auf der Suche nach einem verlässlichen Scorer, bevorzugt im Frontcourt, haben die Bienen nun ihren Wunschspieler gefunden. Der 27-jährige Power Forward ist beileibe kein Star, keiner, der vom Hocker reisst oder durch spektakuläre Highlights auffällt. Landry ist eher unscheinbar. Langweilig. Und dabei dennoch effektiv. 12 Punkte erzielt der ehemalige Purdue Boilermaker im Schnitt, bei gerade mal 26 Minuten Einsatzzeit. Seine Karrierewerte bisher (3 Saisons): 12 Punkte, 5 Rebounds in etwa 24 Minuten pro Spiel. Landry reifte zunächst in Houston langsam zu einem verlässlichen Frontcourt-Spieler heran. Nachdem die Raketen ihn Mitte der letzten Saison nach Sacramento schickten, avancierte der stämmige 115 Kilo Mann zum Go-To Scorer bei den Kings, legte starke 18 Zähler pro Abend auf. In dieser Saison jedoch war für Landry im eng besetzten Frontcourt (Cousins, Dalembert, Thompson) kein Platz mehr.

Gut für die Hornissen. Die können einen echten Zonenspieler von der Bank aus gut gebrauchen. Jemand, der die Eier ins Nest legt. Landry wäre der Erste seiner Art im 'Big Easy'. Jason Smith fühlt sich nur im Pick'n'Pop mit Chris Paul wirklich wohl. Und Pseudo "Power" Forward David Andersen gilt schon immer softer als Charmin Arschpapier. Landry, ein geduldiger, zerebraler Spieler, der routinemässig über die Hälfte seiner Wurfversuche im Korb unterbringt (Karriere 54%), wird in 'Nawlins von den präzisen Pässen eines Chris Paul profitieren und seine Effizienz sogar noch steigern können. Er führt schon jetzt die NBA in Punkten aus nächster Korbnähe an. Den Hornets wird seine Präsenz und sein Scoring in der zweiten Fünf im Kampf um eine gute Playoff-Positionierung sicherlich gut zu Gesicht stehen. Da die Stechmücken - sogar ohne einen verletzten Okafor - zu den elitären Rebounding Teams der Liga zählen, wird Landry's unterdurchschnittliche Brettarbeit nicht sonderlich ins Gewicht fallen. Guter Deal für NO.

Auch Sacramento hat alles richtig gemacht. Die Kings konnten für den abwanderungswilligen Bald-Free-Agent Landry einen Spieler verpflichten, der gleich mehrfach ins Teamprofil passt: jung, günstig, Backcourt-Akteur mit viel Upside. Low Risk, High Reward, wie's die Amis nennen. Marcus Thornton ist ein explosiver Scorer und stellte das in seiner Rookie-Saison mit 14.5 Zählern eindrucksvoll unter Beweis. Thornton punktet am liebsten direkt am Brett oder von hinter der Drei-Punkt Linie. Der Guard avanciert auf Anhieb zu einem der besten Distanzschützen der Kings, auch ohne ein echter Scharfschütze zu sein. Ohne den verletzten Tyreke Evans sah sich Sacramento gezwungen, einen weiteren Rückraumspieler zu verpflichten, um die Lücke zu schliessen. Thornton, dessen moderater 0.7 Mio $ Rookievertrag im Sommer endet, kann ohne Bedenken den Rest der Saison getestet und vor dem Hintergrund des langfristigen Teamkonzepts evaluiert werden. Als Restricted Free Agent (im Gegensatz zu Landry) behalten sich die Kings das Recht vor, jede Vertragsofferte zu überbieten. Dass Thornton jegliche Defensivaufgaben scheut (der Hauptgrund für seine mickrige Spielzeit unter Hornets Head Coach Monty Williams), wird in Sac-Town nicht weiter auffallen. Dort wird generell nicht verteidigt.

nbachef meint: Vorteil New Orleans