31 Oktober 2010
Auf ewig ein Spur
Tony Parker, potentieller Free Agent im kommenden Sommer 2011, ist vom Markt. Der Point Guard der San Antonio Spurs unterschrieb an diesem Wochenende eine Vertragsverlängerung, die den 28-jährigen bis 2015 an San Antonio bindet. Damit wird auch klipp und klar, dass der viermalige Champion in Parker den Franchise-Spieler der Zukunft sieht.
Für die beiligten Parteien ist der neuen Deal (50 Mio $) gleichermassen zufriedenstellend. Parker, der im Juni 2011 die Düfte des freien Marktes hätte antesten können, sahnt vor dem neuen NBA-Tarifvertrag, der erst noch ausgehandelt werden muss, aber sicherlich geringere Spielerbezüge diktieren wird, noch mal so richtig ab. Ein ähnlich lukrativer 4-Jahres-Deal wäre im neuen CBA nicht drin. Gleichzeitig signalisiert der Finals-MVP von 2007, der als erster europäischer Guard überhaupt ins All-Rookie 1st Team und All-NBA Team gewählt wurde, eine tiefe Verbundenheit mit dem Club, der ihn 2001 gedraftet hatte (28. Pick). Parker fühlt sich ganz offensichtlich wohl in Texas und will seine sportliche Blütezeit in gewohnter Umgebung durchleben.
Die Spurs wird's freuen. Zum einen kommt der Top-PG mit knapp 12.5 Mille pro Jahr recht günstig daher. Zum anderen hat die Mannschaft nach den Spekulationen der letzten Monate (New York Knicks, etc.) endlich Ruhe, muss sich nicht im Laufe der Saison störenden Reporterfragen aussetzen. Zum dritten ist somit das weitere Überleben der Sporen nach Tim Duncan sichergestellt. Der grosse Mann geht langsam aber sicher in den Winter seiner ganz grossen Karriere, zusammen mit Manu Ginobili, der auch schon 33 ist. Während die meisten Teams nach dem Abtreten ihrer Stars in die Niederungen der Tabelle abstürzen, werden die Spurs weiter um Playoff-Platzierungen mitspielen. Ein junger Nukleus, zu dem Dejuan Blair, George Hill, Richard Jefferson, Tiago Splitter und James Anderson zählen, macht's möglich. Parker wird der Kopf dieser Bande werden und als Franchise-Spieler die Spurs im neuen Jahrzehnt anführen. Das bekannte, qualitativ hohe Spurs-Basketball-Produkt bleibt also auch in Zukunft so bestehen.
Jazz 120, Thunder 99

Utah lief Gefahr, zum ersten Mal seit 30 Jahren zu Saisonbeginn auf 0-3 abzufallen. Nach einer dominanten Preseason (8-0) hatte der Jazz seine ersten beiden Partien verloren und dabei einen erstaunlich unsoliden Eindruck hinterlassen. Wie es scheint, war ein Trip nach Oklahoma City genau das, was der Doktor verschrieben hatte.
Während der bisher noch ungeschlagene Thunder pünktlich zu Halloween eine schauderhafte Leistung ablieferte, kurierte Utah sämtliche Leiden der noch jungen Saison aus: das Offensivspiel fand zusammen, die Flex Offense begann ab dem Q2 bestens zu harmonieren. Mehrere Leistungsträger lieferten starke Spiele ab: Millsap mit 30 Pts/16 Reb, Jefferson 23/10, Miles mit 21 Zählern, Kirilenko mit 19 und Williams mit 16 Pts/15 Ast. Die Trefferquote über die gesamte Spielzeit verteilt lag bei extrem hohen 53 Prozent - allerdings auch bedingt durch die schwache Defensivleistung von Oklahoma City, das auf ganzer Linie enttäuschte. Im zweiten Abschnitt zog Utah durch einen 10-0 Lauf auf und stürmte unaufhaltsam seinem ersten Sieg entgegen.
OKC präsentierte sich, vor allem in Halbzeit eins, schrecklich schwach. Die Offensive stagnierte, die Spieler standen vorne viel herum (nur 10 Assists insgesamt) und liessen hinten die gewohnte Energie vermissen. Man hatte den Eindruck, als seien sich die jungen Wilden ihrer Fähigkeiten ein bisschen zu sicher in diesem Match. Russell Westbrook fand defensiv kein Mittel gegen den starken Deron Williams, der ihn immer wieder vorführte wie einen altbekannten Zaubertrick. Auch Backup Eric Maynor konnte nur staunend zusehen, wie der All-Star die Offensive seines Clubs orchestrierte (15 von insgesamt 32 Assists) und den Jazz so zum Blowout-Sieg gegen einen direkten Divisions-Konkurrenten führte.
Position Battles: PF in TOR
Angesichts des Spielermaterials, das den Toronto Raptors nach dem Abgang ihres ehemaligen Franchise-Spielers Chris Bosh auf der Power Forward Position zur Verfügung steht, erkennt man eigentlich schon das Dilemma des kanadischen Clubs. Einen adäquaten Ersatz zu finden ist in etwa so, als würde einem kurz vor dem Rennen der Bugatti Veyron krepieren, und als Ersatz darf man dann zwischen einem Fiat Panda und einem Detroit Fish wählen.
Die respektiven Spieler sind in unserem Fall Amir Johnson und Reggie Evans - die Kandidaten für einen Platz in der Starting Five von Jay Triano. Johnson ist der jüngere, dynamischere Spieler. Der 2,06m Forward ist erst 23 Jahre alt, spielt aber schon seit 2005 in der NBA. Er ist der letzte Spieler überhaupt, der direkt von der High School zu den Profis wechselte (2. Runde, 56. Pick). Danach führte die Liga ein Mindestalter für NBA-Spieler ein, was Prep-to-Pros Karrieren de facto eliminierte. Johnson spielte erst 4 Jahre für die Detroit Pistons, ehe er vor der letzten Saison in den hohen Norden wechselte. Dort hatte Johnson auch seine bisher beste Spielzeit - relativ gesprochen. 6.2 Punkte und 4.8 Rebounds in nur 17.7 Minuten deuteten das Potential des langen Mannes schon einmal an.
Viele Beobachter (ich inklusive) hatten mit einer Beförderung Johnson's in die Startformation gerechnet nach dem Abgang des Spielers mit dem winzigen Kopf (Bosh). Reggie Evans hatte offensichtlich andere Pläne. Der Veteran (9. NBA-Saison) riss sich in den letzten Preseason-Partien den Startplatz unter den Nagel und besticht seither als Berserker am Brett. 30 Rebounds hat der 30-jährige bereits gepflückt in den ersten beiden Spielen der neuen Saison - das sind 15 im Schnitt. In bester Dennis Rodman Manier hat sich Evans ausschließlich dem Glasreinigen verschrieben - andere Stats tauchen deshalb fast gar nicht auf in seinem Boxscore. Obwohl er das Höllentempo nicht eine ganze Saison lang halten wird, überzeugte Evans schon früher als starker Rebounder (Karriere-PER36 von 12.6 Rebounds). Die abprallenden Bälle sind ganz klar seine Spezialität, und er jagt ihnen zur Zeit wie ein Gestörter hinterher.
Die Zahlenwerte bisher (im Durchschnitt):
Evans 2 mal Starter, 30 Min, 1 Pts, 15 Reb, 1 Stl, 0.5 Blk
Johnson 2 mal Bank, 16 Min, 5 Pts, 2 Reb, 1 Stl, 1 Blk
Die Raptors werden in den nächsten Wochen und Monaten einige wichtige Entscheidungen zu treffen haben. Evans Stärken im Rebounding werden durch seine wenig berauschende Offensive negiert. Auch das Verteidigen zählt nicht gerade zu seinen Spezialitäten. Da hat Johnson enorme Vorteile: er verfügt über ein, zwei Offensivmoves und kann als Shotblocker hinten ein wenig Angst verbreiten. Zudem schlummert da noch einiges an unerschlossenem Potential, und den Monsterdeal (5 Jahre, 34 Mio $) in diesem Sommer hat er sicherlich nicht offeriert bekommen, um auf der Bank zu schmoren. Je mehr Niederlagen die Dinos einsammeln, desto mehr Spielzeit wird Amir Johnson erhalten.
29 Oktober 2010
Rondo's Monster Triple Double
Die beste Leistung des Abends und wohl auch der bisherigen (zugegeben noch seeehr jungen Saison) gab's beim Gastspiel der Knicks im TD Garden zu bestaunen: Rajon Rondo spulte einen Lehrfilm in Sachen Point-Guard Play ab und demonstierte so ganz nebenbei noch, wieso seine Ambitionen, bald der beste Einser der Liga sein zu wollen, nicht belächelt werden sollten.
RR erzielte beim 105-101 Heimsieg seiner Celtics das erste Triple Double der Saison mit 10 Punkten, 10 Rebounds und sagenhaften 24 Assists. Während das Triple Double schon spektakulär genug ist, stechen die 24 Vorlagen noch mehr heraus als orangene Hosen mit grünen Schuhen. Wie schneiden Rondo's irre Stats im All-Time Vergleich ab ?
- es war Rondo's 5. Karriere Triple Double. Unangefochtene Nummer 1 bleibt Oscar Robertson (181) vor Magic Johnson (138) und Jason Kidd (105). Zweitbester aktiver Spieler nach Kidd ist Grant Hill (29) vor Lebron James (28)
- es war Rondo's Karrierebestwert bei den Assists. Sein ehemaliger Rekord in der regulären Saison lag bei 18. Der in Playoff-Spielen bei 19 (2 mal)
- kein Spieler in der gesamten NBA-Geschichte hatte je mehr Assists in einem Triple Double erzielt. Pistons-Legend Isiah Thomas war ebenfalls auf 24 gekommen
- nur drei andere Spieler seit 1988 haben ein 10/10/20 Triple Double erreicht (Magic Johnson, Fat Lever, Jamaal Tinsley)
- 24 Assists sind noch ein gutes Stückchen vom teaminternen Celtics-Rekord entfernt. Den hält immer noch Point-Guard Legende Bob Cousy mit 28. Der NBA-Rekord liegt bei 30 (Scott Skiles)
- Rondo, der in seinen ersten drei Spielen der Saison nun schon 50 Vorlagen gesammelt hat, egalisiert damit John Stockton für die meisten Assists in den ersten drei Partien einer Spielzeit
Magic 70, Heat 96

Das hoch antizipierte Spitzenspiel war's nun wirklich nicht in South Beach, Miami, aber die Heat stehen mit einer 1-1 Bilanz gegen ernsthafte Titelkandidaten da nach dem überdeutlichen 96-70 gegen Orlando. Was vielversprechend und durchaus spannend begann (24-24 nach Q1, 51-45 zur Pause, 8 Führungswechsel, 7 Gleichstand) mutierte nach der Halbzeit zu einem Schlachtfest.
Miami erzielte die ersten 14 Punkte der zweiten Hälfte, während Orlando seine bescheidene Wurfquote aus den ersten beiden Vierteln 20000 Meilen unter den Meeresspiegel abdriften liess. Am Ende stand eine beschämende Quote von 30.4 Prozent - so schlecht hatten die Gäste seit 2003 nicht mehr getroffen. Und in der Tat kann ich mich auch nicht erinnern, jemals ein schlechteres Spiel der Magic gesehen zu haben. Lässt man Howard (19 Pts, 8-15 FG) und Anderson (12 Pts, 5-8 FG) mal aussen vor, zählt man beim Rest des Teams ganze 8 Körbe - im ganzen Spiel wohlgemerkt. Das ist dann schon mehr als peinlich. Ebenso wie die 5 Assists im ganzen Spiel - ein neuer Team-Negativrekord.
Ganz anders die Heat: angeführt von Wade (26 Pts) egalisierte das Heimteam seinen höchsten Sieg jemals gegen Orlando und demonstrierte, bei allen Sorgen um die bisher wenig meisterliche Offensive, wie man die Liga zu dominieren gedenkt: durch Throwback Heat-Defense. Miami zeigte eine streckenweise gute Abwehr, die in den kommenden Monaten sicherlich noch aggressiver und vernichtender zusammenwachsen wird. Viele Deflections, gutes Rebounding und ein schnelles Umschalten von Defensive auf Angriff. Alles in allem aber weniger eine perfekte eigene Leistung (nur 40.7% aus dem Feld) als vielmehr ein Totalausfall der Magic, die nach einer dominanten Preseason und dem Kantersieg gegen die Wizards komplett von vorne anfangen müssen.
28 Oktober 2010
T.R.O.Y.: Red Auerbach
Auf den Tag genau vor 4 Jahren verstarb Arnold Jacob 'Red' Auerbach, einer der erfolgreichsten Trainer und Manager aller Zeiten. Auerbach, Sohn eines russischen Einwanderers, machte sich zunächst als Coach einen Namen. Nachdem er die Washington Capitols in der BAA betreut hatte, wechselte er 1950 zu den Boston Celtics. Seither ist der Name Red Auerbach Synonym für den Erfolg und steht sinnbildlich für die glorreichste Franchise in der NBA-Geschichte. Auerbach gewann insgesamt 938 Spiele an der Seitenlinie und heimste insgesamt 9 Titel mit den Kobolden ein - darunter unfassbare 8 in Folge ab 1956. Bis heute hat es nur Phil Jackson auf mehr Championship-Ringe gebracht als Red.
Später wechselte der Pionier des modernen Basketballs in die Chefetage bei den C's, wo er als GM und Team-Präsident weitere 7 Titel gewinnen konnte. Damit waren es dann 16 in nur 29 Jahren - bis heute eine der erstaunlichsten Erfolgsstorys im Sport überhaupt. Nebenher etablierte Auerbach die Idee, dass man im Basketball als Team und mit harter Verteidigung weiter kommen kann, als mit individueller Stärke. Er machte das Fastbreak-Spiel salonfähig, und riss gleichzeitig Rassentrennungsbarrieren ein, indem er den ersten Afro-Amerikaner überhaupt draftete (Chuck Cooper 1950) und zum allerersten Mal eine komplett schwarze Starting Five auf den Platz schickte (1964).
Auerbach's Markenzeichen wurde die dicke Siegeszigarre, die er sich manchmal schon während des letzten Viertels am Seitenrand genehmigte - immer dann, wenn er "den Erfolg bereits riechen konnte". Die Boston Celtics ehrten ihn mit der Nummer 2 an der Hallendecke, die nie mehr vergeben wird. Die NBA benannte nach ihm die Auszeichnung für den Trainer des Jahres, die Red Auerbach Trophy. Er wurde 89 Jahre alt.
27 Oktober 2010
Blake Griffin spielt Basketball
Falls es der ein oder andere noch nicht mitbekommen oder schon wieder vergessen haben sollte: Blake Griffin spielt jetzt in der NBA, wie seine ersten beiden Körbe unmissverständlich klar machen. Herzlichst willkommen, du biestiges Biest !
Synapsen-Roulette Spieltag 2

- Miami, das auf dem besten Weg zu einer 0-82 Saisonbilanz zu sein scheint, steht nach der schwachen Darbietung gestern gegen Boston bereits gehörig unter Zugzwang. Zum Glück für die Hitze wartet mit den 76ers heute ein Gegner auf, der an Harmlosigkeit wohl kaum zu unterbieten ist.
- War so zu erwarten: Cleveland's Fans empfangen die ehemals verhassten Celtics mit Liebe im Herzen nach deren Auftakterfolg gestern gegen Miami.
- Dwyane Wade wirkt wie ausgewechselt, dominiert Partie gegen Philly fast nach Belieben. Heat führen nach Q3 bereits mit 80-54, vor allem wegen Wade und James Jones (6 Dreier, 20 Pts). Miami mit insgesamt 54% Trefferquote bei den Jumpshots, im Gegensatz zu 27% letzte Nacht. Macht nen Riesenunterschied, auch wenn die Offensive der Heat noch alles andere als geschmeidig aussieht.
- 'The Quest for 9' startet heute für die Raptors. Bargnani legt zwar los wie ein Ferrari, aber Toronto verliert gegen New York 98-93 - die erste von mindestens 65 Niederlagen für die prähistorischen Säuger. Die Neuen Stoudemire (19 Pts/10 Reb) und Felton (15 Pts/6 Ast) tun den Knicks gut, ebenso wie Chandler in seiner neuen Rolle als 6. Mann (22 Pts/8 Reb).
- Die Pistons lagen in New Jersey schon 92-84 in Front bei weniger als 4 Min. zu spielen. Endstand: 101-98 für die Nets. Das Tandem Lopez (25 Pts/9 Reb) - Harris (22 Pts/9 Ast) wirkt vielversprechend. Detroit .... nicht so sehr.
- Die Videokassette hängt im Q3 beim Spiel New Orleans gegen Milwaukee. David West trifft schon zum 5. mal in Folge seit der Pause den gleichen Jumpshot aus der gleichen Entfernung nach dem gleichen Anspiel von Chris Paul. Die Hornissen gefallen mit Ariza und Belinelli auf den Flügeln viel besser als in der letzten Saison.
- Nowitzki verwirft mal einen gegen Charlotte, eigentlich ein Skandal. Uns Dirk ansonsten mit fast perfekter Darbietung, 28 Punkte, 13 Rebounds und 6-6 von der Linie. Dirkules trifft damit seinen 78. Freiwurf in Folge - die viertlängste Serie aller Zeiten. Der Rekord liegt nach wie vor bei Ex-Timberwolf Micheal Williams mit 97 verwandelten Freiwürfen hintereinander (1993).
- Denver führt nach 3 gegen Utah, 86-65. Die Nuggets haben ihre letzten 48 Heimspiele gewonnen, wenn sie nach dem 3. Viertel in Führung liegen. Das macht dann wohl 49.
- Es läuft gerade soviel Basketball auf einmal - mein Hirn scheint zu zerbersten. Ein schönes Gefühl...
- Den Award können sie jetzt schon vergeben: Blake Griffin wird der unumstrittene Rookie des Jahres. Unfassbar, wie energiegeladen der 21-jährige in der Zone agiert. Die Schwerkraft gilt für ihn offensichtlich nicht. 8 Punkte in weniger als 6 Minuten, inklusive ein paar spektakulärer Dunkings. Die Posterdruckereien in Los Angeles laufen bereits auf Hochtouren.
- Und quasi direkt als mahnendes Omen folgen mehrere Einstellungen von Greg Oden. Viele Parallelen zwischen Oden und Griffin: beides ehemalige Nummer 1 Picks, beide mit 0 absolvierten Spielen in ihrer Rookie-Saison.
- Minnesota versäumt keine Partie auf dem Weg zu 70+ Niederlagen, lässt sich von 4 Beno Udrih Freiwürfen besiegen. Endstand 117-116, der erste Auftakt-Auswärtserfolg der Kings seit 2000. Hier mal die Frontcourt-Spielzeitverteilung der Wölfe: Beasley 34, Tolliver 28, Darko 24, Love 24, Pekovic 12, Koufos 8....Faszinierend !
- Throwback ABA-Partie zwischen Golden State und Houston. Halbzeitstand 68-67. Einige Spieler hatten kurzzeitig versucht, Defense zu spielen, wurden aber prompt mit technischen Fouls belegt. Monta Ellis verschwendet keine Minute, bietet sich potentiellen Tradepartnern an mit 27 Punkten zur Pause.
- Hätte fast versäumt, dass Denver-Utah nicht wie gewohnt 5 gegen 5 gespielt wurde, sondern ausschließlich im 1 gegen 1. Als Starter standen sich Carmelo Anthony und Al Jefferson gegenüber, es wurde fliegend gewechselt, letzter Mann durfte Hände nehmen. Das Melo-Team gewann am Ende 110-88.
- Die dümmste Meldung des Tages kommt - wie sollte es anders sein - aus dem Büro von NBA-Vize Stu Jackson: die Liga verhängt mit sofortiger Wirkung ein generelles 'Stirnbänder falsch herum aufziehen' Verbot. Wurde ja auch Zeit, dass Jackson endlich gegen hochkriminelle Delinquenten wie Rajon Rondo vorgeht. Beruhigend, zu wissen, wo in Zeiten der 6-Schritte Regel und technischen Fouls im 10er Pack die Prioritäten der Liga liegen.
- Golden State gg. Houston 104-96 - das ist nach Q3, nicht der Endstand. Der lautet 132-128 für die Warriors. Monta Ellis egalisiert sein Career-High mit 46 Punkten. Scola spielt WM mit 36/16. Curry mit 25 Pts, 12 Assists. Welch ein erster NBA-Mittwoch !
LBJs neues Nike-Video
Lebron James' neues Nike-Video 'Rise' ist offiziell raus, und es ist ein Meisterwerk. Die in Portland ansässige Werbefirma Wieden + Kennedy hat einmal mehr ihre Klasse unter Beweis gestellt und den Tenor der letzten Monate perfekt eingefangen. Vielleicht sollte sich LBJ in Zukunft öfters mal auf den Rat professioneller Werbefachleute und PR-Berater verlassen anstatt auf die Dummbeutel von LRMR (Maverick Carter & co).
Es wird offensichtlich, dass die letzten Monate nicht spurlos am zweimaligen MVP vorbei gegangen sind. Vom Riesenbanner in Cleveland, der Decision, Kritikern, Miami Vice, St.Vincent-St.Marys, Charles Barkley, Donuts, Cowboys und Bauarbeitern ist in dem Clip alles vertreten, was früher oder später in LBJ's Gehirn herum geschwirrt sein muss. Don Johnson bringt es auf den Punkt: "You just gotta deal with the Heat, man..."
Dickes Debut
Obwohl sein Stat-Sheet mit 9 Punkten, 7 Rebounds und 1 Block in 18 Minuten Spielzeit nicht mit seinen glorreichen Zahlenwerten Anfang des Milleniums vergleichbar war, darf Shaquille O'Neals Debut im grün-weissen Trikot der Boston Celtics trotzdem als Slam Dunk gewertet werden. 'The Big Shamrock' stand in der Anfangsformation und offerierte den C's eine Präsenz, wie man sie im Garden wohl noch nie erlebt hat.
Die Zahlen können nicht mal ansatzweise audrücken, was Shaq seinem neuen Team zur Verfügung stellt. Er bleibt, auch im hohen Alter und mit knapp 470 Kilogramm Lebensgewicht, ein Vollstrecker unter den Brettern. Seine ersten beiden Treffer aus dem Feld waren Dunks - ein Alley-Oop von Rondo und ein Fast-Break Stopfer, bei dem vor 15 Jahren noch die Korbanlage mit runter gekommen wäre. Boston riss anschließend das Kommando an sich und dominierte den Rest der ersten Halbzeit.
Mehr noch: im dritten Viertel attackierten die Celtics immer wieder Miami's schwache Inside-Defensive, indem sie den Ball in den Low-Post zu O'Neal passten. Der zog ein Foul nach dem anderen und katapultierte seine Mannschaft so nach nur 6 Minuten in den Freiwurf-Bonus. Zwischenzeitlich führte Shaq nach 2 von 2 erfolgreichen Freebies sogar die Liga bei der Freiwurfquote an. Selbstverständlich versemmelte das Riesen-Kleeblatt 5 seiner nächsten 6 Versuche und landete am Ende bei für ihn humaneren 38 Prozent von der Linie (3-8).
Nichtsdestotrotz unterstrich der 38-jährige, warum ihn Boston verpflichtet hat: stoßweise kann man O'Neal immer noch down low füttern und innen schwache Mannschaften damit bestrafen. Er bringt eine gewisse Lockerheit ins Team, passt mit seiner Art hervorragend in den Veteranen-Verein. Und er soll (vor allem in den Playoffs) gegen die Dwight Howards und Pau Gasols der Liga ein allerletztes Mal die Brechstange raus holen, um in Beantown Banner Nummer 18 an die Hallendecke zu hängen. Mit Shaq als Zonen-Patrouille an der Seite von Kevin Garnett kein unmögliches Unterfangen.
26 Oktober 2010
nbachef Season Preview: Western Conference (1)
Vierter und letzter Teil der Saisonvorschau mit den acht Playoff-Teams in der Western Conference:
1. Los Angeles LakersBest Case: NBA-Titel
Kobe spielt sich nach seiner Knie-OP langsam in Form. Gasol verankert die Zone. Bynum muss verletzungsbedingt mindestens 20 Spiele aussetzen. Artest sorgt für Unterhaltung auf und ausserhalb des Platzes, während er von seiner Psychiaterin betreut wird. Fisher erreicht endlich die angepeilte Fortbewegungsgeschwindigkeit eines Stuhls. Odom startet mal, kommt mal von der Bank und schwankt wie immer zwischen Weltklasse und Bezirksklasse. Barnes, Blake, Vujacic und Brown bringen abwechselnd ein bisschen Feuer von der Bank. Phil Jackson hält sein Veteranen-Team im Fokus, das erst nach der All-Star Pause so richtig in Schwung kommt. Platz 1 im Westen und ein Durchmarsch durch die Playoffs ist bereits vorbestellt. Am Ende warten Boston, Orlando oder Miami auf dem Weg zum erneuten Three-Peat. Phil Jackson reitet auf seinem 12. und letzten Titel in den kalifornischen Sonnenuntergang hinein.
Worst Case: NBA-Finals
Kobe spielt sich nach seiner Knie-OP langsam in Form. Gasol verankert die Zone. Bynum muss verletzungsbedingt mindestens 20 Spiele aussetzen. Artest sorgt für Unterhaltung auf und ausserhalb des Platzes, während er von seiner Psychiaterin betreut wird. Fisher erreicht endlich die angepeilte Fortbewegungsgeschwindigkeit eines Stuhls. Odom startet mal, kommt mal von der Bank und schwankt immer zwischen Weltklasse und Bezirksklasse. Barnes, Blake, Vujacic und Brown bringen abwechselnd ein bisschen Feuer von der Bank. Phil Jackson hält sein Veteranen-Team im Fokus, das erst nach der All-Star Pause so richtig in Schwung kommt. Platz 1 im Westen und ein Durchmarsch durch die Playoffs ist bereits vorbestellt. Am Ende warten Boston, Orlando oder Miami auf dem Weg zum erneuten Three-Peat. Phil Jackson reitet ohne seinen 12. und letzten Titel in den kalifornischen Sonnenuntergang hinein - 11 sind wohl auch nicht schlecht.
2. Dallas MavericksBest Case: Conference Finale
Dirk Nowitzki wird seine Karriere in Dallas beenden, nachdem er diesen Sommer eine lukrative 4-Jahres Vertragsverlängerung unterschrieben hat. Das garantiert ihm einen Platz in der Hall of Fame als beliebtester und bester Mavs-Akteur aller Zeiten, noch vor Ikonen wie Shawn Bradley, Martin Muursepp oder Uwe Blab. Auf dem Platz wird Dirk einmal mehr eine MVP-würdige Saison abliefern und die Pferde schnurstracks in Richtung Divisionstitel führen - es wäre der 3. in den letzten 5 Jahren. Tyson Chandler ersetzt den fusslahmen Erick Dampier unter den Brettern. Haywood und Butler laufen diesmal von Saisonbeginn an im Mavs-Jersey ein. Roddy Beaubois und Dominique Jones sind zwei explosive Scorer und verfestigen den Eindruck, dass im grossen D eines der tiefsten und potentesten Teams der Liga zu Werke geht. Und dann ist da ja noch Mark Cuban, der jeden Tag aufs Neue versucht, via Blockbuster-Trade einen grossen Co-Star zu den Mavericks zu lotsen.
Worst Case: Aus in Playoff-Runde 1
Alle Jahre wieder das gleiche Lied: dominant in der regulären Saison, anemisch in den Playoffs. Daran hat sich nichts geändert. Man wird den Eindruck nicht mehr los, dass Dirk seine geliebten Mavs nie ins gelobte Land führen wird. Die Defensive ist nur Durchschnitt (Platz 15 bei den erlaubten Punkten und gegnerischen FG%), vor allem im Frontcourt fehlen die Ersatzoptionen. Und wie schon in den letzten Jahren heisst es wieder "Jetzt oder Nie". Nie es wird, denn ohne Trade keine Chancen auf den Titel.
3. Utah JazzBest Case: Conference Finale
Vielerorts wurde der Verlust von Free Agent Carlos Boozer als potentiell verheerend für die Jazz diagnostiziert. En contraire: mit Neuzugang Al Jefferson unter den Brettern wird Utah noch mehr Spiele gewinnen als im letzten Jahr - da waren es 53. Big Al gibt dem Halbfeld-Spiel von Coach Jerry Sloan die dringend benötigte Low-Post Präsenz sowie zusätzlich mehr Defensive als Boozer es je konnte. Jefferson ist jünger, billiger und hat seine besten Jahre noch vor sich. Der Star und Motor des Teams bleibt nach wie vor Deron Williams, einer der 3 besten Point Guards ligaweit. Neuzugang Raja Bell bringt Toughness und Defensivskills auf dem Perimeter. Kirilenko spielt um einen neuen Vertrag und wird dementsprechend motiviert zu Werke gehen. Falls er das nicht tut, winkt den Jazz dank seiner auslaufenden 17 Mio $ ein nettes Upgrade auf den Flügeln. Kehrt Memo Okur Anfang 2011 einigermassen genesen von seiner Achillessehnenverletzung zurück, starten die Jazz einen erfolgreichen Run auf den Nordwest-Titel und Platz 3 im Westen.
Worst Case: Platz 9, Verletzungspech
In Utah gibt es selten Worst Cases: der Verein verlor nur 1 mal in den letzten 27 Jahren (!) mehr als die Hälfte seiner Partien. Unglaublich. Nur langfristige Verletzungen der wichtigsten Leistungsträger (Williams, Jefferson) können die nächste Winning Season und einen Platz in den Playoffs verhindern. Der Vollständigkeit halber sei noch auf die brisante Froncourt-Rotation hingewiesen, wo Millsap nach Jahren des tristen Backup-Daseins endlich dicke Minuten einfordern wird. Die verlangt auch der Russe, der wie gesagt um einen neuen Vertrag spielt. Und Okur will bei seiner Rückkehr auch etwas vom Kuchen abhaben. Falls AK-47 gehen muss, stellt sich die Frage, ob Familie Miller das Geld in Talent reinvestieren oder lieber unter die Luxussteuer manövrieren möchte.
4. Oklahoma City ThunderBest Case: Conference Finale
Naturgewalt aus dem Niemansland - die Cinderella-Story der OKC Thunder war in deutscher Blog-Sprache hier als Erstes zu lesen. Seitdem ist der Hype auf Durant, Westbrook & co. noch mehr gestiegen, und wie oft üblich in solchen Situationen, laufen die Medien Gefahr, übers Ziel hinaus zu schiessen. Ganz klar ist natürlich, dass hier ein Juggernaut heran reift, eine potentielle Dynastie. Von unten nach oben mit Weitsicht und Geduld kontruiert, mit ausschließlich jungen Spielern, die sich schnurstracks in Richtung All-Star/All-NBA Niveau entwickeln. Durant wird MVP, Westbrook beginnt, Spiele im Alleingang zu dominieren, Harden und Ibaka werden immer besser. Die beiden Neuzugänge Daequan Cook und Mo Peterson stopfen die Löcher in den Dreier-Statistiken, während Rookie Cole Aldrich den Frontcourt verstärkt. Manager-Genie Sam Presti hat wieder einmal mehr als 20 Mio $ an auslaufenden Verträgen gebunkert inklusive der obligatorischen Draft-Picks. Es winkt Platz 2 im Westen hinter den Lakers.
Worst Case: Platz 8, Wachstumsstörungen
Was die Thunder anbelangt, sollten die Beobachter mal geschlossen auf die sprichwörtliche Euphoriebremse treten. Selbst wenn OKC wie im letzten Jahr vollständig gesund bleibt (Durant, Westbrook, Green und Sefolosha absolvierten alle 82 Partien), warten noch etliche Straßensperren auf dem Weg zum Gipfel. Der Donner kann ohne weiteres 60 Spiele gewinnen und 2. werden - aber ebenso gut 36 verlieren und auf Platz 8. abstürzen. Kaum ein anderes Team ist anfälliger für Turnovers, auf der Bank sitzen ausschließlich Spezialisten, und Coach Scott Brooks ist wie seine Jungs jung und unerfahren. In den Playoffs warten Veteranen wie Jackson, Sloan, Popovich, Karl, Adelman und Carlisle an den Seitenlinien. Der Aufstieg kommt gewiss - man sollte nur nichts überstürzen.
5. Portland Trail BlazersBest Case: Conference Finale
Der Hype-Kelch wurde ausnahmsweise mal an Portland vorbei gereicht in diesem Sommer, dank Miami und dem ganzen Free Agent Theater. Das gesunkene Interesse könnte für die Blazers ein Segen sein, nachdem die hohen Erwartungen der letzten Jahre das junge Team erdrückt hatten. Auf dem Papier bleibt Portland der schlafende Riese im Westen, triefend vor Talent und dem Potential auf etwas Grosses. Trotz einer nicht enden wollenden Serie von Verletzungen gewann das Team von Nate McMillan 50 Partien und wurde 6. Mit weiteren qualititativen Upgrades (Matthews, Babbitt), einem genesenen Greg Oden unter den Brettern und vollgepackt mit heiss begehrten Trade-Chips sollten knapp 60 Siege und ein Division-Titel im Nordwesten niemanden überraschen.
Worst Case: Platz 7, Chemie-Probleme
Die unendliche Tiefe ist auch ein potentieller Problemherd. Wie willst Du unter Roy, Miller, Aldridge, Camby, Oden, Batum, Matthews und Fernandez die Minuten, Ballberührungen und Würfe aufteilen, ohne dass mindestens einer davon beleidigt reagiert ? Die Vorwehen waren schon letztes Jahr zu vernehmen, und das wird heuer noch schlimmer. Fernandez will immer noch weg, Roy hat bereits über die Medien lautstark mehr Ballbesitz verlangt, und Miller fühlt sich chronisch übergangen. Das Centertandem Oden/Przybilla laboriert nach wie vor an den Verletzungen der Vorsaison, und überhaupt sind die Blazers nicht das Abbild von Langlebigkeit. Oden läuft langsam aber sicher die Zeit davon. Gut möglich, dass Portland in dieser Konstellation in der Sackgasse steckt.
6. San Antonio SpursBest Case: Platz 2, Conference Finale
Solange Tim Duncan, Manu Ginobili und Tony Parker sich die Pille teilen, muss San Antonio zu den Titelkandidaten gezählt werden - das ist ein ungeschriebenes NBA-Gesetz. Richard Jefferson hat sich über den Sommer den Allerwertesten aufgerissen, um Anschluss zu finden in Gregg Popovich's Spielsystem und peilt ein Comeback-Jahr an. Die beiden Youngster George Hill und Dejuan Blair haben bereits ihre Klasse unter Beweis gestellt und werden in Zukunft noch mehr Einsatzzeit erhalten. Im Idealfall laufen Hill, Blair und die zwei Rookies James Anderson und Tiago Splitter oft genug auf, um die Altstars für die Playoffs zu konservieren. Die Spurs sind eingespielt und exzellent gecoacht. Das Fenster ist nach wie vor offen, und ein Showdown mit Dallas um den Titel in der Southwest Division sorgt für Extra-Spannung 2010/11.
Worst Case: Playoff-Aus in Runde 1
Die Zeichen der Zeit gehen auch an den San Antonio Spurs nicht spurlos vorüber: von 63 Siegen in 05/06 ging es in den verganenen Jahren stetig bergab, auf zuletzt 50 Siege. Nicht zufällig sank Duncan's Spielzeit parallel dazu von 34.1 Min auf zuletzt 30 pro Partie. Der beste Forward/Center aller Zeiten ist auf dem absteigenden Ast und kann seine Sporen nicht mehr wie früher im Alleingang schultern. Die zusätzliche Abhängigkeit von Blair/Splitter/Jefferson im Frontcourt ist nicht ideal. Parker's anstehende Free Agency ebenfalls nicht. Und das leidige Verletzungs-Thema wird den Spurs auch noch dazwischen funken. Alles in allem wohl ein weiterer Abgang vor den Conference-Finals.
7. Houston RocketsBest Case: Conference Halbfinale
Auch ohne eine einzige Minute Yao Ming gewannen die Rockets mehr als die Hälfte ihrer Partien (42-40) und blieben länger im Playoff-Rennen, als den meisten West-Teams lieb war. 42 Ws bleiben wohl das Parterre für den zweimaligen Champ, tiefer wird's mit Yao, den Neuzugängen Brad Miller, Courtney Lee und Patrick Patterson sowie einem ganzen Jahr Martin/Brooks im Backcourt nicht gehen. Das allein reicht schon fast für extra Spiele im Mai. Bleibt der Chinese einigermassen gesund (30+ Minuten nach der All-Star Pause), fliegen die Rockets in ganz andere Sphären hinein. Auf jeder Position brennen überdurchschnittlich gute Backups (Lowry, Lee, Budinger, Hayes, Miller) auf Einsatzzeit, Rick Adelman ist ein vorzüglicher Coach, und der Manager Daryl Morey ist ein Experten-GM, der personaltechnisch immer ein paar extra Trade-Asse aus dem Ärmel schüttelt. Dank seiner Defense und Yao kann Houston den Mavs/Spurs in der Southwestern Paroli bieten.
Worst Case: Platz 10, Yao muss Karriere beenden
Wo geht der Weg der Rockets hin ? Die frustrierende 24-Minuten Vorgabe für Ming's Spielzeit kann keine langfristige Option sein, denn einen wie ihn als Rollenspieler zu integrieren, ist unmöglich. Infolgedessen könnten die Roten Identitätsprobleme bekommen, während Yao pausenlos ein- und ausgewechselt wird. Aaron Brooks bleibt beleidigt, weil Morey ihm trotz 'Most Improved' Saison noch keine Vertragsverlängerung angeboten hat. Kevin Martin ist in Wirklichkeit Elijah Price, der Mann mit Osteogenesis imperfecta, und wird mal wieder 20+ Spiele ausfallen. Und nicht zuletzt sind da die hohen Erwartungen der Fans, die sich und ihr Team bereits in der West-Elite wähnen. Mal sehen, wie die ehemaligen Underdogs mit der veränderte Mentalität umgehen.
8. Denver NuggetsBest Case: Conference Finale
Scheint noch gar nicht lange her zu sein, da forderten just diese Nuggets den späteren Champion Los Angeles Lakers zu einem epischen Schwergewichtskampf im Western Conference Finale heraus. Das Spielermaterial ist nahezu identisch geblieben: MVP-Kandidat Carmelo Anthony (28.2 PPG), Chauncey Billups, der im letzten Jahr mit 19.5 PPG und 466 versenkten Freiwürfen neue Karrierebestwerte aufstellte, sowie die potentiell hochexplosiven Martin, Smith, Nene und Andersen. Sogar George Karl kehrt nach seinem beschwerlichen, aber siegreichen Kampf gegen den Krebs, auf den Coachingstuhl zurück und wird versuchen, seine Goldklumpen in einer sicherlich emotionalen Spielzeit zurück zu Ruhm und Ehren zu führen.
Worst Case: Platz 10, Melo-Trade
Dummerweise hat sich alles andere schlagartig gewandelt. Das Melo-Drama zieht sich in die reguläre Saison hinein und wird erst im Februar gelöst sein - wenn die Nuggets ihren abwanderungswilligen Franchisespieler widerwillig in den Osten traden. Spätestens dann fällt alles in der Mile High City auseinander. Martin und seine auslaufenden 14 Mio $ müssen ebenfalls gehen, vielleicht auch Quarterback Billups, für den in Denver dann keine Notwendigkeit mehr herrschen wird. Der Rebuild und damit einhergehend der tiefe Sturz in die Bedeutungslosigkeit sind unausweichlich. Schade eigentlich...
nbachef Season Preview: Western Conference (2)
Anstatt dem üblichen Preview-Salat, den man sonst so vorgesetzt bekommt (Startaufstellungen, Siegesvorhersagen etc.), bringt Euch nbachef eine leicht modifizierte Vorschau auf die neue Saison - und beleuchtet die jeweiligen Best/Worst Case Szenarios für alle 30 Teams in der antizipierten Tabellenreihenfolge. Weiter geht die Preview-Fahrt im wilden Westen mit den Lotterie-Teams:
9. New Orleans HornetsBest Case: Playoffs Runde 1
Chris Paul natürlich - was sonst ? Der kleine Aufbauspieler mit dem dicken Hintern bleibt das Alpha und Omega in New Orleans. Der beste Point Guard der Liga ist für sich genommen schon gut genug, um die Hornets eine ganze Spielzeit lang im Kampf um das letzte West-Playoff-Ticket am Leben zu erhalten. Mit seinem alten Kumpel David West down low und den beiden Neuzugängen Trevor Ariza und Marco Belinelli auf dem Flügel hat CP3 endlich mal wieder ein paar Abnehmer für seine perfekt getimten Vorlagen. Wenn alles klickt, sind 42-48 Siege und eine starke erste Playoff-Runde möglich.
Worst Case: 35 Siege. Paul und West wechseln
Bei allem Optimismus ob des neuen Managements (Dell Demps), des neuen Coaches (Monty Williams) und dem Stojakovic Trade-Chip (14 Mio $) bleibt irgendwie doch alles beim Alten: dem Club geht's in erster Linie darum, Geld zu sparen. Talentierte Upgrades für einen Push hinein in die West-Elite wird man nicht verpflichten, und in der aktuellen Konstellation fehlt den Hornissen auf jeder Position adäquates Ersatzpersonal. Paul und West werden sich einmal mehr die Seele aus dem Leib spielen, um an Ende die Playoffs knapp zu verpassen. West wechselt als Free Agent im Sommer, Paul muss man früher oder später traden, um ihn 2012 nicht für lau zu verlieren. Schwere Zeiten für die Stechmücken.
10. Los Angeles ClippersBest Case: Playoffs Runde 1
Best Case Szenarios und die LA Clippers passen an sich überhaupt nicht zusammen, noch nicht einmal theoretisch. Dennoch gibt's hier einiges zu mögen bei der 2011er Clippers-Version. Die Jugendbewegung ist in vollem Gange. Mit Blake Griffin, Al-Farouq Aminu und Eric Bledsoe stehen gleich drei Rookies in der Rotation des neuen Head Coaches Vinny del Negro. Der ist zwar kein echter Crack an der Seitenlinie, aber immer noch um Längen besser als sein überforderter Vorgänger Mike Dunleavy Sr. Der Backcourt der Clips muss sich mit Baron Davis und Eric Gordon vor keinem anderen verstecken. Der Frontcourt mit Griffin (Favorit auf den Rookie des Jahres), Chris Kaman, Craig Smith und DeAndre Jordan gibt sich solide mit viel Luft nach oben. Die Startaufstellung der Angelinos lässt sich also durchaus sehen. Soviel spielerisches Talent auf einem Haufen kann im Idealfall überraschen und in die Playoffs einziehen.
Worst Case: 30 Siege. Baron lustlos, Griffin bricht sich die Kniescheibe
Erst auf der Auswechselbank fangen die wirklichen Probleme an. Es fehlt von allem etwas. Dass Draft-Enttäuschung Randy Foye ausgerechnet hier seine Karrierelaufbahn korrigieren kann, darf bezweifelt werden. Zuguterletzt steht und fällt die Saison mit der Motivation von Baron Davis. Ausgerechnet Boom Dizzle. Je nachdem, welcher Baron auftaucht, könnten die Clippers um den 8. Platz im Westen mitspielen - oder wieder einmal mit kurzen Momenten des Erfolgs flirten, bevor das hier allseits präsente Chaos sich seinen Lieblingsverein wieder einverleibt.
11. Phoenix SunsBest Case: Playoffs
Kaum ein anderes Team ist vor der neuen Saison schwerer einzuschätzen als die Phoenix Suns. Nach dem Abgang von Amare Stoudemire, der eine monströse zweite Saisonhälfte (inkl. Playoffs) ablieferte, fehlt zwar der Go-to Guy in der Zone. Dafür verfügen die Suns nun über massenhaft Offensivoptionen auf den Flügeln (J-Rich, Turkoglu, Childress, Dudley, Hill) - ganz nach dem Geschmack von Steve Nash. Der 63-jährige Kanadier agiert entgegen aller Erwartungen immer noch auf Top-Niveau. Teams mit Elite-PGs á la Nash erreichen so gut wie immer die Playoffs. Die Spielweise der Suns ist perfekt geeignet für die reguläre Saison. Phoenix wird seinen Gegnern also weiterhin davon sprinten und im Regular Season Marathon massenweise Siege einfahren - im Idealfall knapp 50, was locker für die Playoffs reichen würde.
Worst Case: 30 Siege. Nash's Rücken verabschiedet sich
Das kongeniale Nash-Amare Pick'n'Roll wird bereits jetzt schmerzlich vermisst. Ohne Stoudemire fehlt den Suns internes Rebounding und eine Präsenz in der Zone. Lopez, Frye und Warrick werden die hinterlassene Lücke nicht schliessen können, es sei denn Robin Lopez wächst über sich hinaus. Mindestens ein Trade sollte noch her, um die Fronctourt-Defizite zu addressieren. Der Supergau wäre für Phoenix zweifellos ein Ausfall des Gehirns/Taktgebers Nash. Der hat zwar in den letzten 9 Jahren nur 3 Spiele pro Saison verpasst - irgendwann endet aber jede Serie mal. Nach der sensationelle guten Spielzeit 2010/11 ist ein tiefer Sturz mit diesem Kader unausweichlich.
12. Memphis Grizzlies Best Case: Playoffs Runde 1
Überraschend solides Jahr der Grizzly-Bären: man gewann 40 Partien und beendete die starke Western Conference als 10. Über den Sommer ist alles beim Alten geblieben in Memphis, und man hofft, dass ein weiteres Jahr Wachstum und Reife der Magie bereits genug sind. Rudy Gay erhielt einen der teuersten Deals (80 Mio $) und damit das uneingeschränkte Vertrauen des Team-Managements. Bester Spieler war aber eigentlich Zach Randolph, der mit 20.8 Pts, 11.7 Reb und als guter Teamkollege überzeugen konnte. Marc Gasol, Mike Conley und OJ Mayo komplettieren eine der besten Starting 5s der Liga. Neuzugang Tony Allen, der aus Boston kam, soll die Bank verfestigen. Alles steht und fällt aber mit den Startern. Machen die einen entscheidenden Schritt nach vorne, schafft es Memphis in die Playoffs.
Worst Case: 30 Siege. Streitereien im Team
Eines der Hauptprobleme sind die auslaufenden Verträge von Randolph, Gasol, Conley und Mayo im Sommer. Dank Gay's Monsterdeal ist nicht genug Geld für alle im Sparschwein, denn Teambesitzer Heisley ist dumm und kann nicht rechnen. In einer Mannschaft, die weniger von ihrer Chemie denn von individueller Klasse lebt und ohnehin keine wirkliche Identität besitzt, sind Streitereien um Spielzeit, Ballbesitz und Würfe vorprogrammiert. Conley kann ein Team nicht lenken, ist als Point Guard unterer Durchschnitt - und einer der Hauptgründe für ein erneutes Verpassen der Playoffs in 2010/11.
13. Sacramento KingsBest Case: 38 Siege
Mit dem amtierenden Rookie des Jahres Tyreke Evans, der als einziger Frischling neben MJ, Big O und LBJ 20-5-5 in seinem ersten Profijahr ablieferte, sowie Neuzugang DeMarcus Cousins stehen zwei äusserst vielversprechende Youngster im Kader der Sacramento Kings, um die herum in Zukunft etwas Grosses aufgebaut werden soll. Auch Carl Landry ist beachtenswert und für den Rebuild relevant. Mit Casspi, Thompson und Greene verfügt Head Coach Paul Westphal über weiteres junges, formbares Spielermaterial. Geld ist da, und ausser OKC und den Clippers verfügt wohl kein anderes Team über mehr blutjunges Potential. Lenkt Evans in Zukunft lieber sein Basketballteam anstatt seinen Sportwagen, winkt den Kings in der W-Spalte ein substantieller Schritt nach vorn.
Worst Case: 20 Siege
Zweifellos haben Evans und Cousins viel Talent - ob und wie das aber auf dem Feld zusammen passt, wird einen grossen Einfluss auf Sacramento's weitere NBA-Reise haben. Trotz massenhaft Cap Space macht das Gerücht von 'Relocation' die Runde durch die Arco Arena. Das wäre freilich ein Schock für die basketballverrückte kalifornische Hauptstadt. Was die kommende Saison angeht, duellieren sich die Kings mit den Warriors um Platz 13 im Westen. Es wird noch ein paar Jährchen dauern, bis das Niveau des Kult-Teams um Webber, Divac, Bibby & co. angepeilt werden kann.
14. Golden State Warriors Best Case: 32 Siege
Viel hat sich verändert in Golden State: der bisherige Coach Don Nelson, ehemals ein brillantes und hoch innovatives Offensivgenie, war zuletzt nur noch ein Schatten seiner selbst. Er wird von Keith Smart an der Seitenlinie ersetzt. Smart übernimmt das Privileg, den produktivsten Backcourt der Liga coachen zu dürfen - Stephen Curry und Monta Ellis kamen zusammen auf 43 Pts und 11 Assists im Schnitt. Mit Neuzugang David Lee bemannt nun ein All-Star die Big Man Position bei den Warriors. Lee sollte zusammen mit Andris Biedrins die Bretter sauber halten und wenigstens ansatzweise ein bisschen Interior Defense aufbieten. Das neue Besitzerduo Gruber/Lacob wird alles daran setzen, der wohl treuesten Fangemeinde der Liga in Zukunft ein professionelleres Produkt vor die Nase zu setzen.
Worst Case: 15 Siege.
Monta Ellis und Stephen Curry, die zwei Besten bei den Warriors, sind de facto der gleiche Spielertyp und spielen die gleiche Position. Obwohl die Dubs einmal mehr zu den unterhaltsamsten Teams der Liga zählen werden, hat sich an der kollektiven Defense-Allergie nichts geändert. So kannst Du in der NBA nicht viel reissen. Trotz neuem Logo, neuer Trikots, neuem Coach, neuen Besitzern und neuen Spielern: Golden State gewinnt auswärts höchstens 10 Partien und landet wieder in der Lotterie.
15. Minnesota TimberwolvesBest Case: 20 Siege. Johnson und Beasley schlagen ein
Kevin Love (14 Pts, 11 Reb) ist das neue Gesicht der Franchise und soll die Wölfe in eine glorreiche Zukunft führen. Ihm zur Seite steht der vielversprechende Wesley Johnson, 4. Pick im diesjährigen Draft, sowie der offensichtlich irre Michael Beasley. Der wurde in Miami hochkant aus der Stadt gejagt und erhält in 'Sota die Chance, etwas mehr aus seinem Talent zu machen. Der Coaching Staff war schlau genug, das Experiment 'Triangle Offense' für gescheitert zu erklären. Das neue System 'Ball Movement' scheint auf Anhieb besser zu funktionieren (6-2 in der Preseason).
Worst Case: 8 Siege, schlechteste Bilanz aller Zeiten
Oh Mann, wo willste hier nur anfangen ? So viele Worst Case Szenarios, dass man damit ein ganzes Buch füllen könnte. GM David Kahn ist so schlecht, dass sich Wolves-Fans öffentlich Kevin McHale zurück wünschen - ein absolutes Armutszeugnis. In welche Richtung soll's gehen ? Nachdem letztes Jahr zuviele Guards im Kader standen, ist nun der Frontcourt überbevölkert. Der beste Mann Al Jefferson ist weg, Rubio hat weiterhin keinen Bock auf die Wolves. Hier ist kein roter Faden und kein Plan erkennbar. Mit diesem Kader können die Timberkahns die schlechteste Bilanz aller Zeiten (9-73) in Angriff nehmen - und unterbieten.
'Flash' ist tot
Dwyane Wade ist nicht mehr 'Flash'. Der Shooting Guard der Miami Heat gab gestern via Twitter/in einem Interview bekannt, in Zukunft vollständig auf den bisherigen Spitznamen verzichten zu wollen. Den Moniker hatte er vor knapp 5 Jahren von seinem damaligen Teamgefährten und Hobby-Komiker Shaquille O'Neal verliehen bekommen.
Er habe aber in diesem Sommer einen neuen Lebensabschnitt eingeschlagen, habe sich verändert, gab Wade als Grund für den Namensverzicht an. Flash repräsentierte ihn nicht mehr, und die Leute sollten ihn in Zukunft als Dwyane Wade anerkennen, nicht als einen Charakter.
Dass der Namenswechsel rein zufällig zwei Tage vor dem Aufeinandertreffen der Miami Heat mit den Boston Celtics (wo Shaq mittlerweile spielt) über die Bühne ging, und damit eine Message transportieren sollte, wies Wade von sich. Ich für meinen Teil fand Flash noch nie sehr zutreffend, und dachte ohnehin, dass die ganze Welt Wade 'D-Wade' nennt. Wie dem auch sein, ein neuer Spitzname muss her für Miami's teuersten Rollenspieler. Vorschläge ?
nbachef Season Preview: Eastern Conference (1)
Anstatt dem üblichen Preview-Salat, den man sonst so vorgesetzt bekommt (Startaufstellungen, Siegesvorhersagen etc.), bringt Euch nbachef eine leicht modifizierte Vorschau auf die neue Saison - und beleuchtet die jeweiligen Best/Worst Case Szenarios für alle 30 Teams in der antizipierten Tabellenreihenfolge. Weiter geht's im Osten mit den acht Playoff-Teams:
1. Orlando MagicBest Case: NBA-Titel
Dwight Howard ist weiterhin der Schlüsselspieler für die Magischen. Auch wenn sein Sommer-Workout mit Center-Legende Hakeem Olajuwon nicht fruchten sollte, bleibt D12 ein ernst zu nehmender MVP-Kandidat und Favorit auf den Defensivspieler des Jahres. Zudem ist Howard einer der wenigen Akteure, den das neue Heat-Superteam nicht in den Griff bekommen kann. Orlando hat den tiefsten Roster ligaweit. Der Kader ist eingespielt und wird dank seiner chirurgischen Präzision einen Regular Season Gegner nach dem anderen sezieren. Zudem sind mehr als genug Puzzlestücke (Rollenspieler, auslaufende Verträge) vorhanden, um einen Hochkaräter á la Chris Paul via Trade an Land zu ziehen. Der surreale Hype um den In-State Rivalen weiter südlich garantiert höchste Motivation von Oktober bis Mai.
Worst Case: Platz 2, Conference Halbfinale
Orlando hat nichts dazu gelernt. Obwohl die Magic mal wieder durch die reguläre Saison preschen, lassen Spieler wie Vince Carter und Rashard Lewis in der Postseason einmal mehr jeglichen Killer-Instinkt vermissen. Howard ist in der Zone auf sich allein gestellt, kassiert Fouls im Minutentakt und dazu ein bis zwei Technische pro Spiel. Miami gewinnt die Southeast Division und Orlando wird von den Veteranen-Celtics - wie bereits letzte Saison - aus den Playoffs gefegt.
2. Miami HeatBest Case: NBA-Titel
Der neue Spielplatz-Bully in der Nachbarschaft terrorisiert von Beginn an seine Kontrahenten. Lebron, Wade und Bosh entwickeln schon im November eine mustergültige Teamchemie und reissen den Rest der Mannschaft mit - alle Rollenspieler agieren am Limit. Miami wird so gut wie unmöglich zu verteidigen sein, und obwohl das Loch in der Mitte offensichtlich bleibt, so macht das an den meisten Abenden überhaupt keinen Unterschied. Die Heat nehmen Chicago's All-Time Bestmarke von 72 Siegen ins Visier und walzen alles platt, was sich ihnen in den Weg stellt - Boston und Orlando inklusive. Lebron kratzt als Point-Forward am Triple Double. Platz 1 im Osten ist reine Formsache.
Worst Case: Platz 2, Conference Halbfinale
Was die Preseason schon angedeutet hat, bestätigt sich ab dem 26. Oktober: Miami hat noch erhebliche Probleme mit der Teamchemie. Wade, Bosh und Lebron standen bisher gerade mal 4 Minuten gemeinsam auf dem Platz. Verletzungen werfen die Heat immer wieder zurück. Das Team ist frühestens im Januar eingespielt - bis dahin ist Orlando schon davon gezogen in den Standings. In den Playoffs trifft Miami auf Boston, das dem neuen Superteam auf brutale Art und Weise seine Grenzen aufzeigt. Der grosse Durchbruch kommt frühestens 2011/12.
3. Boston Celtics
Best Case: NBA-Titel
Ein ganz starker Konsens innerhalb der Ball-Kommune scheint zu sein: Boston auf 3 im Osten. Diese Mannschaft existiert nur noch für die Playoffs, die reguläre Saison ist absolut irrelevant. Coach Doc Rivers, der schlauerweise verlängert wurde, wird seine Veteranen pacen. Mehr als 58 Siege sind also nicht drin. Das reicht in der schwachen Atlantic Division dennoch locker zum Titel - ein Platz unter den ersten 4 und Heimvorteil in den Playoffs ist damit garantiert. Man erinnere sich an letzte Saison: da war man trotz des ineffektiven Rasheed Wallace und eines einbeinigen Kevin Garnett nur wenige Minuten von einem NBA-Titel entfernt. Die Additionen in diesem Sommer, eine starke Bank und die Gewissheit, dass sich das Fenster langsam aber sicher schliesst, garantieren einen weiteren langen Run der Kobolde bis tief in den Mai/Juni. Die Celtics sind die neuen Spurs - man darf sie nie abschreiben.
Worst Case: Platz 4, Conference Halbfinale
Den C's merkt man ihr methusalemisches Alter zusehends an. Die Defensive büsst immer mehr ihrer ehemals furchteinflössenden Effizienz ein. Vor allem Kendrick Perkins wird schmerzlich vermisst werden, denn die beiden O'Neals sind nur noch ein Schatten ihrer selbst und nicht in der Lage, die Rolle der Bahnschranke im bunten Bereich zu übernehmen. Pierce und Garnett werden von ihren langsam vermodernden Körpern eingeholt und fallen längere Zeit aus. Das Team muss sich ausschließlich auf Rajon Rondo verlassen und wirkt verlassen. Das Playoff-Aus kommt spätestens in Runde 2, wo entweder Orlando/Miami oder ein aufstrebendes Team wie Chicago/Milwaukee den Altmeister demütigt und die endgültige Wachablösung im Osten unterstreicht.
4. Chicago Bulls
Best Case: Conference Finale
Ein junges und aufstrebendes Team, das schon vor den qualitativen Upgrades in diesem Sommer für die obere Etage im Osten gebucht hatte. Derrick Rose und Joakim Noah spielten sich letztes Jahr in den Fokus der Öffentlichkeit und geben den Bulls ein aufregendes, junges Tandem für die Zukunft. Hinzu kam via Free Agency All-Star PF Carlos Boozer. Der fällt zwar ein paar Monate aus, bietet den Bullen dann aber eine dringend benötigte Low-Post Option, die in der windigen Stadt seit den Tagen von Elton Brand gefehlt hatte - 20/10 inklusive. Die Verteidigung wird sich unter dem neuen Coach/Defensivguru Tom Thibodeau innerhalb kürzester Zeit zu einer der besten ligaweit entwickeln. Zusammen mit dem starken Frontcourt (Booozer-Noah-Deng) und einem Top-PG (Rose) genug für Chicago, um zum ersten Mal seit den Tagen von Michael Jordan den Divisions-Titel in der Central einzuheimsen.
Worst Case: Platz 5, Aus in Runde 1
Der Boozer-Ausfall tut weh. Ohne ihn fehlt den Bulls einmal mehr die Präsenz in der Zone, de facto eine Kopie zur letzten Spielzeit. Mit dem Unterschied, dass alle Distanzschützen (Miller, Hinrich) aus der Stadt gejagt wurden, vom Perimeter also so gut wie gar keine Scoring-Entlastung mehr erwartet werden darf. Vor allem Veteran Hinrich an der Seite von Rose wird man vermissen. Noah verliert sein Feuer unterm Arsch, jetzt da er eine fette 60 Mio $ Vertragsverlängerung unterzeichnet hat. Thibodeau ist bei seinem ersten Cheftrainer-Gig überfordert. Bis Boozer Anfang 2011 wieder ins Geschehen eingreifen kann, hinkt Chicago in den Standings hinterher und schafft es nicht mehr, Milwaukee einzuholen. Der Heimvorteil ist weg, man fliegt gegen Boston früh aus den POs.
5. Milwaukee Bucks
Best Case: Platz 3, Conference Halbfinale
Das Überraschungsteam des vergangenen Jahres im Osten mit 48 Siegen. Milwaukee zog ein paar unspektakuläre, aber effektive Free Agents an Land, holte den wuchtigen Drew Gooden und den menschlichen Foulmagneten Corey Maggette. John Salmons, der wohl beste In-Season Neuzugang letzte Saison (19.9 Pts in MIL), wird diesmal von Beginn an für die Hirsche auflaufen. Brandon Jennings brennt nach seiner schwachen zweiten Saisonhälfte auf Wiedergutmachung und will sich in die Belle Etage der NBA Point Guards spielen. Wenn Center Andrew Bogut sich einigermassen gut von seiner makabren Armverletzung erholt hat, müssen die Bucks unter der Leitung von Disziplinfanatiker Scott Skiles als einer der zwei Favoriten in der Central Division gesehen werden. Es wird ein harter Zweikampf mit den Bulls, den Milwaukee dank seiner Tiefe und 53-56 Siegen für sich entscheiden kann.
Worst Case: Platz 6, Aus in Runde 1
Jennings zeigte oft seine hässliche Fratze, traf nur 34% seiner Wurfversuche im neuen Jahr. Direkt am Korb war kein Spieler schlechter. Kann er das Team anführen ? Milwaukee's grosse Stärke - die Ausgeglichenheit - entpuppt sich in Crunchtime als grösste Schwäche. Es fehlt eine designierte Go-to Option. Maggette fährt häufig die Ego-Schiene und wird Skiles die Zornesröte ins Gesicht treiben. Bogut hat selbst schon eingeräumt, zu keinem Zeitpunkt wieder vollkommen fit zu sein. Keine guten News für einen Angriff auf die Central-Krone.
6. Atlanta Hawks
Best Case: Platz 3, Conference Halbfinale
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Joe Johnson im wildesten Free Agent Sommer aller Zeiten den lukrativsten Vertrag (120 Mio $) unterschreibt ? Angemessen oder nicht, JJ (21.3 Pts, 4.6 Reb, 4.9 Ast) bleibt der wichtigste Spieler im Team. Seit er 2005 nach Atlanta kam, konnten sich die Falken jedes Jahr verbessern. Auch wenn das in dieser Saison nicht wieder gelingt, so haben sich die Hawks unter den 6 besten Teams im Osten fest gesetzt. Fast alles bleibt beim alten: Josh Smith ist neben Dwight Howard der beste Verteidiger der Liga und hätte einen All-Star Spot redlich verdient. Den bekam statt dessen sein adretter Frontcourt-Kollege Al Horford zugesprochen. Jamal Crawford ist der amtierende Sixth Man of the Year und bringt Scoring-Punch von der Bank. Die einzige wirkliche Neuerung ist der strenge Larry Drew an der Seitenlinie, der den bisherigen Coach Mike Woodson und dessen lockere Gangart ersetzt.
Worst Case: Platz 6, Aus in Runde 1
Der Kopf bleibt nach wie vor das Hauptproblem in ATL, nicht das Talent. So wie sich die Mannschaft in den Playoffs abschlachten liess, müssen ernsthafte Zweifel an der kollektiven Psyche erhoben werden. Crawford ist unglücklich, weil er noch keine Vertragsverlängerung angeboten bekommen hat, muss aber exzellent spielen, damit Atlanta oben mithalten kann. Die erhoffte Verstärkung unter den Körben wurde im Sommer nicht geholt. Alle Top-Teams im Osten haben aufgerüstet, die Hawks taten nichts. Das 'Wir sind jung und haben noch ein paar Jahre' Argument zieht nicht mehr. Es wird wohl Zeit, die aktuelle Version der Vögel auseinander zu reissen.
7. New York Knicks
Best Case: Playoffs, Carmelo Anthony kommt
Nach Jahren der Hoffnungslosigkeit kratzen die Knickerbockers erstmals seit der Saison 03/04 wieder an den Playoff-Plätzen. Mit Amare Stoudemire verfügt das D'Antoni-Team endlich über einen verlässlichen Low-Post Spieler und Go-to Guy. Er kennt das Spielsystem und passt gut nach New York. Raymond Felton, der aus Charlotte kam, ist ein überdurchschnittlicher, teamdienlicher Point Guard, der perfekt ins Uptempo Spielsystem passen und die Offensive abspulen wird. Mit Danilo Gallinari, Anthony Randolph, Wilson Chandler, Toney Douglas und Timofey Mozgov verfügen die Knicks über eine Vielzahl von jungen Talenten, die auch in einem eventuellen Trade (zusammen mit Eddy Curry's auslaufendem Deal) nützlich sein könnten. Carmelo Anthony lässt grüssen. Alles in allem ist hier genug spielerische Klasse vorhanden, um einen der letzten beiden Playoff-Spots im Osten abzugreifen.
Worst Case: Platz 11, Amare reisst Kreuzband
Man hatte mit Lebron James/Chris Bosh geliebäugelt, musste sich am Ende aber "nur" mit Stoudemire/Felton zufrieden geben. Und da kommt das Hauptproblem ins Spiel: Knicks-Fans philosphieren immer noch über Akteure, die nicht im Big Apple arbeiten (Anthony, Paul). Der planlose James Dolan schreibt immer noch die Schecks aus, der Geist von Isiah Thomas (den Dolan in diesem Sommer zurück bringen wollte) spukt immer noch durch den MSG. Spielerisch fehlt es den Knicks an Rebounds und Defense. Der Weg zum ernst zu nehmenden Contender ist noch lang und beschwerlich.
8. Indiana Pacers
Best Case: Playoffs
Wie bitte - Pacers und Playoffs in einem Satz ? Schwer zu glauben, in der Tat. Aber in einer schwachen Eastern Conference, in der die letzten beiden Playoff-Plätze weit offen sind, durchaus vorstellbar. Der Trade Murphy gegen Darren Collison war ein guter Schachzug von Larry Bird, eigentlich sein erster seit langem. Das PG-Problem ist damit endlich vom Tisch, wenngleich nun im Frontcourt eine grosse Lücke klafft. Die soll Roy Hibbert stopfen. Dem beweglichen Riesen (11.7 Pts, 5.7 Reb, 1.6 Blk) trauen viele eine Breakout-Saison zu. Unangefochtener Star im Team bleibt selbstredend Danny Granger. Das wandelnde Verletzungsrisiko liefert in Jim O'Briens Uptempo-Offensive regelmässig hohe Punktwerte ab - zuletzt 24 Punkte pro Partie. Die auslaufenden Verträge von Dunleavy, Ford und Foster sind zusammen 26 Mio $ wert. Dadurch steigen die Hoffnungen auf qualitative Upgrades im Februar oder im nächsten Sommer. Jedenfalls sieht man wieder das Licht am Ende des Conseco Fieldhouse.
Worst Case: Platz 14, schlechter Trade verpulvert Cap Space
Dass Collison in einer Vollzeit-Anstellung Starter-Anforderungen gewachsen ist, muss er erst noch beweisen. Granger der Glasmann wird in traditioneller Manier 10 bis 20 Spiele aussetzen müssen. Defense wird in Indiana mit der Todesstrafe geahndet, im Rebounding waren die Pacers letztes Jahr 29. - und das war mit Troy Murphy, der 10 pro Spiel pflückte. Das Rebuilding läuft nun schon gefühlte 15 Jahre - wann kommt endlich der ersehnte halbe Schritt nach vorne ?
Der neue Spielplatz-Bully in der Nachbarschaft terrorisiert von Beginn an seine Kontrahenten. Lebron, Wade und Bosh entwickeln schon im November eine mustergültige Teamchemie und reissen den Rest der Mannschaft mit - alle Rollenspieler agieren am Limit. Miami wird so gut wie unmöglich zu verteidigen sein, und obwohl das Loch in der Mitte offensichtlich bleibt, so macht das an den meisten Abenden überhaupt keinen Unterschied. Die Heat nehmen Chicago's All-Time Bestmarke von 72 Siegen ins Visier und walzen alles platt, was sich ihnen in den Weg stellt - Boston und Orlando inklusive. Lebron kratzt als Point-Forward am Triple Double. Platz 1 im Osten ist reine Formsache.
Worst Case: Platz 2, Conference Halbfinale
Was die Preseason schon angedeutet hat, bestätigt sich ab dem 26. Oktober: Miami hat noch erhebliche Probleme mit der Teamchemie. Wade, Bosh und Lebron standen bisher gerade mal 4 Minuten gemeinsam auf dem Platz. Verletzungen werfen die Heat immer wieder zurück. Das Team ist frühestens im Januar eingespielt - bis dahin ist Orlando schon davon gezogen in den Standings. In den Playoffs trifft Miami auf Boston, das dem neuen Superteam auf brutale Art und Weise seine Grenzen aufzeigt. Der grosse Durchbruch kommt frühestens 2011/12.
3. Boston CelticsBest Case: NBA-Titel
Ein ganz starker Konsens innerhalb der Ball-Kommune scheint zu sein: Boston auf 3 im Osten. Diese Mannschaft existiert nur noch für die Playoffs, die reguläre Saison ist absolut irrelevant. Coach Doc Rivers, der schlauerweise verlängert wurde, wird seine Veteranen pacen. Mehr als 58 Siege sind also nicht drin. Das reicht in der schwachen Atlantic Division dennoch locker zum Titel - ein Platz unter den ersten 4 und Heimvorteil in den Playoffs ist damit garantiert. Man erinnere sich an letzte Saison: da war man trotz des ineffektiven Rasheed Wallace und eines einbeinigen Kevin Garnett nur wenige Minuten von einem NBA-Titel entfernt. Die Additionen in diesem Sommer, eine starke Bank und die Gewissheit, dass sich das Fenster langsam aber sicher schliesst, garantieren einen weiteren langen Run der Kobolde bis tief in den Mai/Juni. Die Celtics sind die neuen Spurs - man darf sie nie abschreiben.
Worst Case: Platz 4, Conference Halbfinale
Den C's merkt man ihr methusalemisches Alter zusehends an. Die Defensive büsst immer mehr ihrer ehemals furchteinflössenden Effizienz ein. Vor allem Kendrick Perkins wird schmerzlich vermisst werden, denn die beiden O'Neals sind nur noch ein Schatten ihrer selbst und nicht in der Lage, die Rolle der Bahnschranke im bunten Bereich zu übernehmen. Pierce und Garnett werden von ihren langsam vermodernden Körpern eingeholt und fallen längere Zeit aus. Das Team muss sich ausschließlich auf Rajon Rondo verlassen und wirkt verlassen. Das Playoff-Aus kommt spätestens in Runde 2, wo entweder Orlando/Miami oder ein aufstrebendes Team wie Chicago/Milwaukee den Altmeister demütigt und die endgültige Wachablösung im Osten unterstreicht.
4. Chicago BullsBest Case: Conference Finale
Ein junges und aufstrebendes Team, das schon vor den qualitativen Upgrades in diesem Sommer für die obere Etage im Osten gebucht hatte. Derrick Rose und Joakim Noah spielten sich letztes Jahr in den Fokus der Öffentlichkeit und geben den Bulls ein aufregendes, junges Tandem für die Zukunft. Hinzu kam via Free Agency All-Star PF Carlos Boozer. Der fällt zwar ein paar Monate aus, bietet den Bullen dann aber eine dringend benötigte Low-Post Option, die in der windigen Stadt seit den Tagen von Elton Brand gefehlt hatte - 20/10 inklusive. Die Verteidigung wird sich unter dem neuen Coach/Defensivguru Tom Thibodeau innerhalb kürzester Zeit zu einer der besten ligaweit entwickeln. Zusammen mit dem starken Frontcourt (Booozer-Noah-Deng) und einem Top-PG (Rose) genug für Chicago, um zum ersten Mal seit den Tagen von Michael Jordan den Divisions-Titel in der Central einzuheimsen.
Worst Case: Platz 5, Aus in Runde 1
Der Boozer-Ausfall tut weh. Ohne ihn fehlt den Bulls einmal mehr die Präsenz in der Zone, de facto eine Kopie zur letzten Spielzeit. Mit dem Unterschied, dass alle Distanzschützen (Miller, Hinrich) aus der Stadt gejagt wurden, vom Perimeter also so gut wie gar keine Scoring-Entlastung mehr erwartet werden darf. Vor allem Veteran Hinrich an der Seite von Rose wird man vermissen. Noah verliert sein Feuer unterm Arsch, jetzt da er eine fette 60 Mio $ Vertragsverlängerung unterzeichnet hat. Thibodeau ist bei seinem ersten Cheftrainer-Gig überfordert. Bis Boozer Anfang 2011 wieder ins Geschehen eingreifen kann, hinkt Chicago in den Standings hinterher und schafft es nicht mehr, Milwaukee einzuholen. Der Heimvorteil ist weg, man fliegt gegen Boston früh aus den POs.
5. Milwaukee BucksBest Case: Platz 3, Conference Halbfinale
Das Überraschungsteam des vergangenen Jahres im Osten mit 48 Siegen. Milwaukee zog ein paar unspektakuläre, aber effektive Free Agents an Land, holte den wuchtigen Drew Gooden und den menschlichen Foulmagneten Corey Maggette. John Salmons, der wohl beste In-Season Neuzugang letzte Saison (19.9 Pts in MIL), wird diesmal von Beginn an für die Hirsche auflaufen. Brandon Jennings brennt nach seiner schwachen zweiten Saisonhälfte auf Wiedergutmachung und will sich in die Belle Etage der NBA Point Guards spielen. Wenn Center Andrew Bogut sich einigermassen gut von seiner makabren Armverletzung erholt hat, müssen die Bucks unter der Leitung von Disziplinfanatiker Scott Skiles als einer der zwei Favoriten in der Central Division gesehen werden. Es wird ein harter Zweikampf mit den Bulls, den Milwaukee dank seiner Tiefe und 53-56 Siegen für sich entscheiden kann.
Worst Case: Platz 6, Aus in Runde 1
Jennings zeigte oft seine hässliche Fratze, traf nur 34% seiner Wurfversuche im neuen Jahr. Direkt am Korb war kein Spieler schlechter. Kann er das Team anführen ? Milwaukee's grosse Stärke - die Ausgeglichenheit - entpuppt sich in Crunchtime als grösste Schwäche. Es fehlt eine designierte Go-to Option. Maggette fährt häufig die Ego-Schiene und wird Skiles die Zornesröte ins Gesicht treiben. Bogut hat selbst schon eingeräumt, zu keinem Zeitpunkt wieder vollkommen fit zu sein. Keine guten News für einen Angriff auf die Central-Krone.
6. Atlanta HawksBest Case: Platz 3, Conference Halbfinale
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Joe Johnson im wildesten Free Agent Sommer aller Zeiten den lukrativsten Vertrag (120 Mio $) unterschreibt ? Angemessen oder nicht, JJ (21.3 Pts, 4.6 Reb, 4.9 Ast) bleibt der wichtigste Spieler im Team. Seit er 2005 nach Atlanta kam, konnten sich die Falken jedes Jahr verbessern. Auch wenn das in dieser Saison nicht wieder gelingt, so haben sich die Hawks unter den 6 besten Teams im Osten fest gesetzt. Fast alles bleibt beim alten: Josh Smith ist neben Dwight Howard der beste Verteidiger der Liga und hätte einen All-Star Spot redlich verdient. Den bekam statt dessen sein adretter Frontcourt-Kollege Al Horford zugesprochen. Jamal Crawford ist der amtierende Sixth Man of the Year und bringt Scoring-Punch von der Bank. Die einzige wirkliche Neuerung ist der strenge Larry Drew an der Seitenlinie, der den bisherigen Coach Mike Woodson und dessen lockere Gangart ersetzt.
Worst Case: Platz 6, Aus in Runde 1
Der Kopf bleibt nach wie vor das Hauptproblem in ATL, nicht das Talent. So wie sich die Mannschaft in den Playoffs abschlachten liess, müssen ernsthafte Zweifel an der kollektiven Psyche erhoben werden. Crawford ist unglücklich, weil er noch keine Vertragsverlängerung angeboten bekommen hat, muss aber exzellent spielen, damit Atlanta oben mithalten kann. Die erhoffte Verstärkung unter den Körben wurde im Sommer nicht geholt. Alle Top-Teams im Osten haben aufgerüstet, die Hawks taten nichts. Das 'Wir sind jung und haben noch ein paar Jahre' Argument zieht nicht mehr. Es wird wohl Zeit, die aktuelle Version der Vögel auseinander zu reissen.
7. New York KnicksBest Case: Playoffs, Carmelo Anthony kommt
Nach Jahren der Hoffnungslosigkeit kratzen die Knickerbockers erstmals seit der Saison 03/04 wieder an den Playoff-Plätzen. Mit Amare Stoudemire verfügt das D'Antoni-Team endlich über einen verlässlichen Low-Post Spieler und Go-to Guy. Er kennt das Spielsystem und passt gut nach New York. Raymond Felton, der aus Charlotte kam, ist ein überdurchschnittlicher, teamdienlicher Point Guard, der perfekt ins Uptempo Spielsystem passen und die Offensive abspulen wird. Mit Danilo Gallinari, Anthony Randolph, Wilson Chandler, Toney Douglas und Timofey Mozgov verfügen die Knicks über eine Vielzahl von jungen Talenten, die auch in einem eventuellen Trade (zusammen mit Eddy Curry's auslaufendem Deal) nützlich sein könnten. Carmelo Anthony lässt grüssen. Alles in allem ist hier genug spielerische Klasse vorhanden, um einen der letzten beiden Playoff-Spots im Osten abzugreifen.
Worst Case: Platz 11, Amare reisst Kreuzband
Man hatte mit Lebron James/Chris Bosh geliebäugelt, musste sich am Ende aber "nur" mit Stoudemire/Felton zufrieden geben. Und da kommt das Hauptproblem ins Spiel: Knicks-Fans philosphieren immer noch über Akteure, die nicht im Big Apple arbeiten (Anthony, Paul). Der planlose James Dolan schreibt immer noch die Schecks aus, der Geist von Isiah Thomas (den Dolan in diesem Sommer zurück bringen wollte) spukt immer noch durch den MSG. Spielerisch fehlt es den Knicks an Rebounds und Defense. Der Weg zum ernst zu nehmenden Contender ist noch lang und beschwerlich.
8. Indiana PacersBest Case: Playoffs
Wie bitte - Pacers und Playoffs in einem Satz ? Schwer zu glauben, in der Tat. Aber in einer schwachen Eastern Conference, in der die letzten beiden Playoff-Plätze weit offen sind, durchaus vorstellbar. Der Trade Murphy gegen Darren Collison war ein guter Schachzug von Larry Bird, eigentlich sein erster seit langem. Das PG-Problem ist damit endlich vom Tisch, wenngleich nun im Frontcourt eine grosse Lücke klafft. Die soll Roy Hibbert stopfen. Dem beweglichen Riesen (11.7 Pts, 5.7 Reb, 1.6 Blk) trauen viele eine Breakout-Saison zu. Unangefochtener Star im Team bleibt selbstredend Danny Granger. Das wandelnde Verletzungsrisiko liefert in Jim O'Briens Uptempo-Offensive regelmässig hohe Punktwerte ab - zuletzt 24 Punkte pro Partie. Die auslaufenden Verträge von Dunleavy, Ford und Foster sind zusammen 26 Mio $ wert. Dadurch steigen die Hoffnungen auf qualitative Upgrades im Februar oder im nächsten Sommer. Jedenfalls sieht man wieder das Licht am Ende des Conseco Fieldhouse.
Worst Case: Platz 14, schlechter Trade verpulvert Cap Space
Dass Collison in einer Vollzeit-Anstellung Starter-Anforderungen gewachsen ist, muss er erst noch beweisen. Granger der Glasmann wird in traditioneller Manier 10 bis 20 Spiele aussetzen müssen. Defense wird in Indiana mit der Todesstrafe geahndet, im Rebounding waren die Pacers letztes Jahr 29. - und das war mit Troy Murphy, der 10 pro Spiel pflückte. Das Rebuilding läuft nun schon gefühlte 15 Jahre - wann kommt endlich der ersehnte halbe Schritt nach vorne ?
25 Oktober 2010
nbachef Season Preview: Eastern Conference (2)
Anstatt dem üblichen Preview-Salat, den man sonst so vorgesetzt bekommt (Startaufstellungen, Siegesvorhersagen etc.), bringt Euch nbachef eine leicht modifizierte Vorschau auf die neue Saison - und beleuchtet die jeweiligen Best/Worst Case Szenarios für alle 30 Teams in der antizipierten Tabellenreihenfolge. Los geht's im Osten mit den Lotterie-Kandidaten:
9. Charlotte Bobcats Best Case: Playoffs
Coaching-Ikone Larry Brown führte die Rotluchse in der abgelaufenen Saison zu erstaunlichen 44 Siegen und zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte des Vereins in die Playoffs. Das wollen die 'Cats heuer natürlich wiederholen. Brown und Teambesitzer Michael Jordan versuchten es in diesem Sommer mit der 'Addition durch Subtraktion' Strategie, liessen PG Raymond Felton und C Tyson Chandler ziehen, ohne einen einzigen relevanten Neuzugang zu präsentieren. Die Hoffnung ist, dass DJ Augustin instinktiv in seine Rolle als Spielgestalter hinein wächst, Stephen Jackson und Gerald Wallace wieder die Offensivlast tragen und die Defensive (letztes Jahr Platz 1 mit 93.4 erlaubten PPG) gut genug ist, um die Bobcats wieder in die Playoffs zu hieven.
Worst Case: 30 Siege, Spieler wenden sich von Brown ab
Brown's Halbwertszeit bei seinen neuen Teams ist legendär: er verliert schnell das Interesse, tradet Spieler reihenweise aus der Stadt und vergrault die Veteranen im Kader durch seine harte Gangart. Obwohl mit Sicherheit noch ein Point Guard via Trade kommen wird, verfügt Charlotte auf den zwei wichtigsten Positionen (Aufbau und unter dem Korb) nicht über die notwendige Klasse, um mit der Liga mitzuhalten. Während der Rest der Conference sich verbessern konnte, traten die Katzen auf der Stelle. Kein Salary Cap Platz und keine Draft-Picks bedeuten einen raschen Absturz.
10. Washington Wizards Best Case: Playoffs
Die tiefste Talsohle ist durchschritten in der Hauptstadt. Nummer 1 Pick John Wall bringt einen neuen Enthusiasmus und die Aussicht auf bessere Zeiten mit, und plötzlich scheint auch wieder die Sonne durch beim zuletzt stark gebeutelten Club. Der Rookie PG übernimmt gleich die volle Verantwortung, und das kann den Wizards nur gut tun. Flankiert wird Wall vom aufstrebenden, wenn auch launischen Andray Blatche und dem freakigen Javale McGee. Scharfschütze Gilbert Arenas weicht auf die SG-Position aus und wird versuchen, seine Karriere wieder in geregeltere Bahnen zu lenken. Mit Josh Howard, Al Thornton und Nick Young stehen weitere talentierte Nachwuchsmänner bereit. Die Erwartungen sind gering, so dass Coach Flip Saunders von unten eine neue Mannschaft und eine neue Philosophie etablieren kann. Wenn alles passt und Wall die Rookie-Mauer umdribbeln kann, spielt Washington um die Playoffs mit.
Worst Case: 25 Siege, Arenas sorgt für Chaos
Im schlimmsten Fall zeigt sich gleich von Beginn, dass keiner der aktuellen Wizards-Spieler ins Zukunftskonzept um Wall passt. Arenas fährt die Ego-Schiene und verbaut den Zauberern jede Chance auf ein sinnvolles Wachstumsjahr, verpestet gleichzeitig die Umkleidekabine und bringt psychisch labile Youngster wie Blatche und Howard auf dumme Gedanken. Der ohnehin niedrige Basketball-IQ der Wizards wird durch Spieler wie Yi Jianlian und Hilton Armstrong zusätzlich gedrückt. Es wird klar: erst nachdem Arenas aus der Stadt gejagt wurde, kann hier etwas Neues erblühen.
11. Philadelphia 76ers Best Case: Playoffs
Die Sixers galten direkt nach dem Draft als Sleeper-Team im Osten und wurden von vielen Beobachtern (etwas voreilig) in die Playoffs gehievt. Der neue Coach Doug Collins (Karrieresiegquote 54%) gilt als guter Lehrer für junge Spieler und wird das Team vorübergehend verbessern. Der Backcourt wirkt stark dank Andre Iguodala, Jrue Holiday, Evan Turner und Louis Williams. Vor allem von Iguodala erwarten Beobachter nach dessen Engagement beim Team USA - wie schon bei vielen Topstars zuvor - einen immensen Leistungssprung. Mareese Speights soll den alternden Elton Brand unter den Körben unterstützen und ist - genug Spielzeit vorausgesetzt - ein Breakout Kandidat. Mit Nocioni und Songaila verfügen die 76ers endlich über ein klein wenig dringend benötigte Toughness im Team. Viele Neuerungen, ein Schritt in die richtige Richtung
Worst Case: 25 Siege, Turner floppt
Iguodala ist nicht der Franchise-Spieler, für den viele ihn halten. Eher eine zweite Option. Holiday wirkt als Spielmacher oft noch überfordert. Thaddeus Young stagniert trotz des hohen Talent-Levels seit seiner Rookie-Saison - ebenso wie Speights und Spencer Hawes. Brand wirkt immer öfter wie ein 65-jähriger Kreisligaspieler statt wie eine 20/10 Zonen-Wuchtbrumme. Und Turner blieb bisher den Nachweis seiner Klasse schuldig, sowohl in der Summer League als auch in der Preseason. Sieht ganz danach aus, als würde dieses Team im Zug nach Nirgendwo sitzen.
12. New Jersey Nets Best Case: Playoffs
Obwohl auf den ersten Blick zu hoch gerankt und weit von einem potentiellen Playoff-Platz entfernt, muss zunächst auf die 12-70 Bilanz von vor einem Jahr eingegangen werden. Die Mannschaft war nicht so schlecht, wie das Endergebnis vermuten lässt. Extrem viel Verletzungspech und franchise-internes Chaos beschleunigten den Absturz des Teams. Das spielerische Talent ist ohne Zweifel da: mit Brook Lopez (18.8 Pts, 8.6 Reb) und Devin Harris (16.9 Pts, 6.6 Ast) verfügt NJ über zwei Stützpfeiler für die Zukunft. Dazu zählt auch All-Around Talent Terrence Williams. Mit einem neuen, spendierfreudigen Teambesitzer (Prokhorov) und dem kleinen General Avery Johnson an der Seitenlinie, der weiss, wie man Defensive und junge Spieler lehrt, zeigt die Leistungskurve der Nyets klar nach oben. Und Chancen auf Carmelo Anthony hat man ja auch noch...
Worst Case: 20 Siege, die vielen Puzzlestücke sind nicht kompatibel
Die Tatsache, dass man trotz eines Milliarden-Geldgebers und viel Salary Cap Raum keinen einzigen relevanten Spieler an Land ziehen konnte, bestätigt den Ruf New Jersey's als unattraktives Sumpfloch, in dem keiner spielen will. Der geplatzte Trade für Anthony wird dem Club Alpträume bescheren, während sich so mancher junger Leistungsträger (Harris, Favors) von den Wechselgerüchten entnerven lässt. Big Man Troy Murphy erholt sich nur schlecht von seinen chronischen Rückenleiden, und New Jersey tritt die ganze Saison über auf der Stelle, während Avery an seinem wenig lernwilligen Roster nach und nach verzweifelt.
13. Cleveland Cavaliers Best Case: Playoffs
Der tiefe Fall vom besten Regular Season Team hinunter in die Abgründe der Ost-Tabelle ist ohne LBJ vorgezeichnet, aber: das Potential für eine Überraschungssaison ist da im Niemansland Ohio. Mit Mo Williams und Antawn Jamison verfügen die Cavs über ehemaliges All-Star Talent. In Varejao, Moon und Parker spielen gute Verteidiger auf strategisch wichtigen Positionen. JJ Hickson ist ein potentieller Star. Der neue Coach Byron Scott ist ein guter, konnte bisher die Hälfte seiner Partien an der Seitenlinie gewinnen. Vor allem aber wird Cleveland von seiner Extra-Motivation zehren in dieser Saison. Keiner traut den ex-Lebrons etwas zu, die Erwartungen sind historisch niedrig. Die Cavs könnten, wenn alles perfekt läuft, zur Aschenputtel-Geschichte der Saison werden und sich als 8. Team in die Playoffs mogeln.
Worst Case: 16 Siege, Depressionen und ganz lange Wintermonate
Das letzte Mal, als Mo Williams (2008) oder Antawn Jamison (2009) Go-to Scorer ihrer respektiven Teams waren, gewannen diese Mannschaften gerade mal 28 (Milwaukee) bzw. 19 (Washington) Spiele. Schlechte Vorzeichen also für Cleveland, die sich schon im Januar aus dem Playoff-Rennen verabschieden werden. Den Franchise-Spieler James, der 7 Jahre lang bei den Cavs auf MVP-Niveau agiert und den Verein wieder relevant gemacht hatte, bekommt Dan Gilbert und das Team einfach nicht ersetzt. Der Fall zurück in die Bedeutungslosigkeit ist nicht abzuwenden.
14. Detroit Pistons Best Case: Playoffs
Auf dem Papier wirken die Pistons durchaus wie ein potentielles Playoff-Team im Osten. Mit Richard Hamilton (18.1 Pts) verfügen die Kolben über einen soliden Go-to Scorer an der Seite von Shoot-first PG Rodney Stuckey, der immer noch Platz zum Wachsen hat. Von der Bank kommen die zwei Mikrowellen Ben Gordon und Will Bynum. Neuzugang Tracy McGrady soll ebenfalls dringend benötigtes Scoring zur Verfügung stellen. Im Frontcourt bietet sich Charlie Villanueva für eine Breakout-Saison an. Austin Daye und Greg Monroe sind zwei blutjunge Bigs mit verblüffendem Potential. Ausserdem verfügt Detroit über massenweise Tradeware und die auslaufenden Verträge von Prince und Wilcox. Ein weiteres Upgrade im Frontcourt (Stichwort: Low Post Präsenz) wird angepeilt.
Worst Case: 15 Siege, interne Querelen um Spielzeit/Führungsrollen
Der Identitätswechsel ging für die Pistons absolut nach hinten los. Der Übergang vom defensivstärksten Team der Liga zu einer Möchtegern-Phoenix Suns-Version tut sehr weh. Das Team sieht auf Papier vielleicht solide aus, aber nur wenn heute 2005 wäre (Wallace, Prince, Hamilton, McGrady). Die Teamchemie ist nicht vorhanden, der Roster extrem schlecht ausbalanciert (2 Center, 33 Perimeter-Spieler). Der Coach wirkt planlos, und das Spielermaterial schreckt alle potentiellen Tradepartner ab.
15. Toronto Raptors Best Case: 30 Siege, klare Identität
Im Idealfall umarmt Andrea Bargnani von der ersten Minute an seine neue Franchise-Spieler-Rolle in T-Dot. Der lange Italiener (17.2 Pts, 6.2 Reb) blüht als erste Option im Angriff so richtig auf und zeigt seine beste Dirk Nowitzki Imitation. Die Young Guns im Team (DeRozan, Weems, Wright) laufen ihren Gegnern dank schnellen Beinen davon. Die beiden Neuzugänge Linas Kleiza und Leandro Barbosa danken ihrem neuen Arbeitgeber mit Comeback-Saisons. Angeführt von Jarrett Jack und Jose Calderon auf Aufbau schaffen es die Dinos, immer wieder ihre Gegner zu überraschen und mehr als jedes dritte Spiel zu gewinnen. Rookie Ed Davis schlägt nach seiner Rückkehr ein wie eine Bombe und macht Chris Bosh auf Anhieb vergessen.
Worst Case: 9 Siege, schlechteste Bilanz aller Zeiten
Begrüsst die Toronto Euros, das neue NBA-Kanonenfutter. Jedes Spiel des neuen schlechtesten Teams der Liga wird schmerzhafter als eine Drillings-Geburt. Die Wunden vom Chris Bosh Fiasko und der verpasste Trade im Februar werden selbst in 5 Jahren noch nicht verheilt sein. Die Raps rangierten schon letzte Saison auf Platz 30 bei der Team-Defensive. Die dürfte in dieser Spielzeit noch anämischer auftreten. Das kommt davon, wenn man seinen Kader um europäische Rollenspieler herum zusammenstellt. Immerhin steigen so die Lotterie-Chancen auf den 1. Pick im Sommer 2011.
22 Oktober 2010
nbachef Season Preview: Rookie of the Year
Im Kampf um die Auszeichnung des besten Newcomers kann es in der kommenden Saison eigentlich nur drei ernsthafte Kandidaten geben: John Wall, DeMarcus Cousins und Blake Griffin.
Frischlinge wie Evan Turner, Wesley Johnson oder Derrick Favors, die schon vor Monaten nicht als Stars auf Anhieb gesehen werden konnten, bestätigten während der Preseason jene ersten Eindrücke. Alle drei sind noch nicht bereit, in der besten Liga der Welt Verantwortung zu übernehmen und konstant gute Leistungen zu zeigen. Andere wie Dominique Jones oder Jordan Crawford, die mit ihrer abgezockten Spielweise in den letzten Wochen ein paar Oohs und Aahs erschallen liessen, werden während der regulären Saison nicht genug Spielzeit erhalten, um ihre Performances zu wiederholen.
Bleiben also nur Wall, Cousins und Griffin.
3. DeMarcus Cousins: die angeblichen Charakterschwächen konnte ich bisher nicht feststellen. Im Gegenteil: Cousins überzeugte mit seiner ruppigen Spielweise unter den Brettern und bewies, dass er gewillt ist, die Drecksarbeit zu erledigen. DMC wirkte in der Summer League wie ein Erwachsener unter Grundschülern und duplizierte seine guten Leistungen in der Preseason. Cousins war zweitbester Scorer (16 PPG) und Rebounder (8.7 RPG) unter den Rookies. Das Charakterschwächen-Geschwafel hatten die Kings auch vor der letzten Saison betreff Tyreke Evans gehört - der wurde später dann Rookie des Jahres. Cousins, der jetzt schon die perfekten körperlichen Ausmasse und Skills für einen echten Fünfer hat, peilt den gleichen Weg an.
2. John Wall: der einstimmige Favorit auf so gut wie allen Seiten und bei allen, die gerne mal unkritisch mit dem Strom mitschwimmen. Wall ist bereit für die NBA, keine Frage. Als Point Guard bei den gebeutelten Washington Wizards hat er zudem das Privileg, schon vor seinem ersten Punktspiel den Franchise-Spieler-Status erlangt zu haben - mit dem Ball in seinen Händen gestaltet er sich die Welt, wie sie ihm gefällt. In der Preseason kam Wall auf 15.7 Punkte und 7.9 Assists in knapp 35 Minuten pro Abend - auf die Saison projiziert durchaus realistische Werte. Wie Derrick Rose und Tyreke Evans vor ihm - beides ehemalige Rookie of the Year - entstammt auch Wall der Hand von Trainerikone John Calipari und scheint schon jetzt die geistige Reife für seine Führungsrolle zu besitzen. Bleibt eigentlich nur die Frage offen, wie Wall mit der extra Aufmerksamkeit umgehen wird, wenn Teams ihn durchschaut und ihre defensive Spielpläne auf ihn zugeschnitten haben werden. Nicht umsonst gilt die PG-Position in der NBA als schwerste für einen Rookie.
1. Blake Griffin: Achtung. Freak of Nature ! Wer Griffin vor zwei Jahren auf dem College oder die letzten Wochen in der Preseason in Aktion erlebt hat, muss das ein oder andere Mal vom Hocker gefallen sein. Der Power Forward wirkt wie eine atomare Betonmischung aus Karl Malone und Shawn Kemp, dominiert die Bretter und fliegt nach Belieben durch die Zone - massenweise Highlights sind da vorprogrammiert. Griffin war der mit Abstand beste und produktivste Rookie in der Preseason mit 17.3 Punkten und 12.3 Rebounds im Schnitt in gerade mal 29 Minuten. Im Gegensatz zu anderen Neulingen hat Griffin bereits einen langen Leidensweg bei den Profis hinter sich, musste nach seiner schweren Knieverletzung ein ganzes Jahr pausieren. Er galt schon 2009 als sicherer Kandidat auf den Rookie des Jahres. Jetzt um 12 Monate reifer, kräftiger und besser, wird kein anderer Neuling mit Griffin mithalten können, was seinen Impact und seinen statistischen Beitrag auf dem Platz anbelangt. Nur eine erneute Verletzung steht zwischen dem 21-jährigen und der ROY-Trophäe - und soviel Pech kann eigentlich nur Greg Oden haben.
nbachef meint: Blake Griffin, Rookie des Jahres. Wen habt ihr ?
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