Der eine oder andere wird's schon mitbekommen haben: ab heute ist ganz offiziell ein neues NBA-Zeitalter angebrochen. Der spektakulärste Free Agent Jahrgang, den es jemals gegeben hat, darf mit sofortiger Wirkung und ohne jegliche Restriktionen angebaggert werden. Allein schon die enorme Masse an FA's kann einen leicht erschlagen. nbachef hilft Euch in den nächsten Tagen und Wochen, im NBA-Informationsdschungel dieser Tage (es ist völlig ausser Kontrolle geraten) den Überblick zu bewahren. Ihr findet hier alle wichtigen News und knallharten Fakten, frisch auf den Tisch serviert. Welche Free Agents gehen als Erstes weg ? Welche Teams haben die besten Karten ? Wo landet Brian Scalabrine ? Wer sich für den heissesten NBA-Sommer mehr wünscht als eine simple Namensliste, die so und besser übrigens auf jeder zweiten Seite im Netz abrufbar ist, der ist hier an der genau richtigen Adresse.
Wo kommt eigentlich der ganze Hype urplötzlich her - und hat es Free Agent Sommer nicht auch schon früher gegeben ? Nun, hat es. Aber der diesjährige Jahrgang an frei verhandelbaren Spielern stellt alles bisher dagewesene in den Schatten. Zuletzt gab es 1996 einen vergleichbaren Pool an Mega-FAs. Damals waren Michael Jordan, Shaquille O'Neal, Reggie Miller, Juwan Howard, Alonzo Mourning, Horace Grant, Allen Houston oder Gary Payton auf dem Markt.
Shaq verliess sein damaliges Team, Orlando, und unterschrieb einen Monster 7-Jahres-Deal bei den Lakers. Es bleibt bis heute die grösste und wichtigste Free Agent Transaktion in der Geschichte der NBA. Der 2010er Jahrgang könnte aber alles bisher da gewesene in den Schatten stellen. Es scheint fast so, als sei die halbe Liga zu haben. Allein die Top10 Free-Agents haben gemeinsam 55 All-Star Spiele absolviert, standen 34 mal im All-NBA-Team, gewannen vier MVP-Awards und zwei Final-MVPs.
Bevor wir auf einige der wichtigsten Spieler des Sommers zu sprechen kommen, vielleicht noch kurz was zur Cap-Situation und den oft angesprochenen Max-Verträgen. Der Salary Cap wird in der kommenden Saison voraussichtlich bei 56 Mio. $ liegen. Dazu kommt ein Luxury Tax Cap von etwa 68 Mio. (wer sich eingehender mit dem Salary Cap befassen will, Larry Coon hat ein spitzenmässiges FAQ zusammengestellt). Die Idee ist Folgende: ein Team kann nur innerhalb dieser 56 Mio. Verträge an freie Spieler von anderen Mannschaften unterbreiten. Will man einen eigenen Spieler weiter verpflichten (Beispiel: Dallas will mit Dirk verlängern), so darf man diesen 56 Mio. Cap aber überschreiten. So wird garantiert, dass Teams auf Dauer 'ihre eigenen' Spieler langfristig binden können - auch wenn diese immer älter - und dementsprechend immer teurer - werden. Der Luxury Tax ist die erlaubte Obergrenze. Überschreitet man die 68 Mio., muss für jeden Dollar Gehalt ein Extra-Dollar an die NBA-Zentrale und Imperator Stern abgetreten werden. Teams in grossen Märkten (Los Angeles, New York) und solche, die um die Meisterschaft mitspielen (Orlando, Boston) hantieren regelmässig im Luxury Tax Bereich. Alle anderen versuchen nach Kräften, unter der Luxus-Steuer zu bleiben - ein ständiger Kampf und Krampf.
Die Details eines Max-Vertrages hängen vor allem von der Anzahl der absolvierten Profijahre ab und davon, ob man bei seinem eigenen oder einem 'neuen' Team unterschreiben will. Spielt man schon 7+ Jahre in der Liga, beginnt ein Max-Gehalt bei 16.6 Millionen und steigt pro Laufjahr um 10 Prozent. Das macht im 5. Jahr (mehr darf ein neues Team nicht anbieten) etwa 23.6 Mio. Ausnahme: das 'alte' Team (Dallas/Nowitzki oder Cleveland/Lebron) darf ein 6. Laufjahr offerieren (nochmal extra 25.3 Mio.). Das ist im Übrigen der Grund, warum über die Jahre kaum ein Spieler seinem alten Team via Free Agency den Rücken kehrt. Langfristige Sicherheit und ein extra 25 Millionen Gehaltsscheck hat nun mal höhere Priorität als Gewinnen-Wollen. Das wird auch immer so bleiben. Im Übrigen gibt es noch eine ganze Reihe von Ausnahmefällen, bei welchen man den eigenen Cap um vorgegebene Werte überziehen darf (Larry Bird Rights, Midlevel, Bi-Annual, etc). Für genauere Details empfehle ich auch hierfür den obigen Link.
In den letzten Tagen/Wochen/Monaten hat ein regelrechtes Wettrennen um Salary-Cap Platz statt gefunden. Teams gingen massenweise einseitige Trades ein, nur um ein paar extra Millionen unter dem Cap frei zu schaufeln. So kam etwa der aus basketballerischer Sicht völlig verblödete Kirk Hinrich zu den Wizards Deal zustande. Chicago spart auf diese Weise gut 9 Mio. $ extra. Alles Geld, das dann ab dem 8. Juli (ab da dürfen Unterschriften unter Verträge gesetzt werden) ausgegeben werden möchte. Während man also ab dem 1. Juli mündliche Vereinbarungen trifft, beginnt eine Woche später dann die Stunde der Wahrheit - die Tinte muss dann aufs Papier.
Wo die Top Free Agents am Ende landen, weiss ich selbstredend jetzt schon ganz genau dank meiner exzellent postierten Quellen im NBA-Universum (ich hab natürlich keinen Plan, aber meine Vorhersagen sehen in etwa so aus):
- Lebron James: Chicago, New Jersey oder New York - Dwyane Wade: bleibt im Miami - Chris Bosh: Miami oder Chicago - Dirk Nowitzki: verlängert in Dallas und gewinnt nie einen Titel - Amare Stoudemire: Phoenix oder New York - Carlos Boozer: Miami oder Chicago (dorthin wo Bosh nicht hin geht) - Joe Johnson: Atlanta oder Dallas via Sign & Trade - Paul Pierce: bleibt in Boston bis an sein Lebensende - David Lee: bleibt Amare in Phoenix, verlängert Lee in NY. Ansonsten S&T - Rudy Gay: schwer zu sagen. LA Clippers oder New York - Brian Scalabrine: unterschreibt einen Max-Vertrag bei David Kahn in Minnesota
Von folgenden Teams wird ein besonders aggressives Vorgehen erwartet, denn sie haben Platz satt unter ihrem Salary Cap (Stand 1. Juli unter der rein hypothetischen Annahme, dass keiner der eigenen Free Agents verlängert wird):
1. Miami Heat: astronomische 47.5 Mio $. Nur Michael Beasley und Mario Chalmers stehen unter Vertrag. Das Geld reicht locker für zwei Max-Verträge und weitere Deals im Wert von 14 Mio.
2. New York Knicks: 38.8 Mio $. Auch das reicht für zwei Max-Deals plus weitere 5 Mio. Seit zwei Jahren arbeiten die Knicks schon am grossen Hauptgewinn Lebron. Kommt er nicht, gilt die Offseason für die Knicks als Reinfall.
3. New Jersey Nets: 31.8 Mio $. Reicht nicht ganz für zwei Max-Verträge, doch die Nets werden in den nächsten Tagen alles daran setzen, die fehlenden Penunzen noch irgendwie zusammen zu bekommen. Der Yi-Trade nach Washington war erst der Anfang.
4. Chicago Bulls: 31.5 Mio $. Auch das reicht nicht ganz für 2 Max. Auch die Bulls werden aber weiterhin alles versuchen, um auf die fehlenden 1.7 Mio. zu kommen - im Notfall ganz dreist wie beim Kirk Hinrich Trade.
5. Los Angeles Clippers: 20.1 Mio. $. Reicht locker aus für einen Max-Deal. Die Befürchtung ist aber, dass keiner der Top FA's freiwillig bei den Clippers unterschreiben wird - und die Clips dann in einer Art Panikreaktion viel zu viel Geld für 1C und 1D Optionen aus dem Fenster schmeissen.
Apropos Clippers: was passiert eigentlich mit den Teams, die nicht Lebron James, Dwyane Wade, Chris Bosh oder einen der anderen Megastars abstauben können, die einen Max-Vertrag verdienen ? Wie immer in einem Wettrüsten wird es Gewinner und Verlierer geben. Ich persönlich halte nur etwa 10 bis 15 Spieler in der Liga für eines Max-Vertrages würdig. Von denen sind in diesem Jahr vier mit von der Partie (Lebron, Wade, Bosh, Dirk). Es wird aber, wie jedes Jahr, Teams geben, die leer ausgehen und dann massenhaft Kohle in gute, aber nicht elitäre Spieler investieren. So kommen übrigens auch die irrwitzigen Verträge wie der von Freizeit-Döner Eddy Curry zustande (56 Mio. für 6 Jahre). Für alle Knicks-Fans noch eine freudige Nachricht zum Schluss: Curry zieht seine Spieleroption für 10/11 und wird den Knicks-Cap auch in der kommenden Saison unnötig belasten - mit sagenhaften 11.3 Millionen fürs Rumsitzen und Scheisse bauen.
Sobald Lebron James - das mit Abstand grösste Puzzleteil - seine Entscheidung bekannt gegeben hat, werden wohl auch die restlichen Dominoteilchen fallen. Ich gehen davon aus, dass die Free Agents, die 'daheim' bleiben, schon recht früh, also am ersten Wochenende nach dem 8. ihre neuen Deals bekannt geben. Die anderen werden sich dann auf diejenigen Teams verteilen, die noch freien Cap Space zur Verfügung haben. Und dann erwarten uns noch eine Menge Trades, denn Teams über dem Cap werden mit Freude einige ihrer Verträge an die monetär gut aufgestellten Mannschaften abdrücken - solche Cap Dumping Deals dürften dann die letzte Phase des Sommers bestimmen, wenn die grossen Namen bereits unter Dach und Fach sind.
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Manager Wackness
Es wird viel spekuliert darüber, welches Team über den besten General Manager verfügt. Für die einen ist es Sam Presti, der in Oklahoma ein junges, hungriges Team heran gezüchtet hat, dem die Zukunft gehört. Für andere ist es vielleicht Kevin Pritchard, der die Portland Trail Blazers in der Western Conference wieder relevant gemacht hat, bevor er völlig überraschend letzte Woche gefeuert wurde. Für RC Buford in San Antonio (8 von 8 Playoffs, 3 Titel) oder Mitch Kupchak bei den LA Lakers (9 von 10 Playoffs, 5 Titel ) sprechen die Playoff-Teilnahmen pro Amtsjahr, sowie die regelmässigen Titelgewinne. Während jede Diskussion um den besten GM sicherlich auch vom Blickwinkel abhängt, gibt es keinerlei Argumentationsalternativen, was diese fünf Haudegen hier betrifft. nbachef präsentiert Euch die grottigsten Manager der Liga.
5. Rod Higgins (Charlotte Bobcats) in Charlotte seit: 2007 Playoff-Teilnahmen: 1
Griff ins Klo: eindeutig die direkten Folgemoves des 2007er Drafts. Zieht mit seinem 8. Pick Brandan Wright, lässt dafür Joakim Noah, Marc Gasol, Carl Landry, Aaron Brooks und Rodney Stuckey links liegen. Verschickt Wright dann gleich weiter nach Golden State im Tausch für Jason Richardson - was an sich ein brillanter Move wäre. Das ganze ist durch den Folgetrade aber wieder im Arsch: Jason Richardson + Jared Dudley wandern nach Phoenix für einen alternden Boris Diaw und Raja Bell. Wie lässt man sich die Unterhosen über den Kopf ziehen ? Rod Higgins weiss Bescheid.
weitere Hirnfürze: - streicht CJ Watson aus dem Team, um Platz für Jeff McInnis zu machen - draftet 2008 mit dem 9. Pick DJ Augustin, direkt vor Brook Lopez, Jason Thompson, Roy Hibbert, Serge Ibaka oder George Hill - draftet 2009 mit dem 12. Pick Gerald Henderson (wer ?) vor Jrue Holiday, Marcus Thornton, Darren Collison, Dejuan Blair, Taj Gibson, Roddy Beaubois oder Ty Lawson
Fazit: Ich hätte Higgins aufgrund seiner kapitalen Draft-Fehler und der Tatsache, dass Charlotte durch die vielen garantierten Verträge im mittleren und hohen Bereich so gut wie keinerlei Handlungsspielraum für die nächsten Jahre besitzt, noch weiter nach unten gesetzt. Da Higgins in letzter Zeit aber recht solide Entscheidungen getroffen hat, und die Bobcats in der abgelaufenen Saison zum ersten Mal in den Playoffs standen (und weil die nächsten vier Männer richtig erbärmlich in ihrem Job sind) , bleibt ihm ein schlechteres Ranking erspart.
4. Ed Stefanski (Philadelphia 76ers) in Philly seit: 2007 Playoff-Teilnahmen: 1
Griff ins Klo: holt Free Agent Elton Brand nach verletzungsgeplagter Saison für 5 Jahre/82 Millionen nach Philadelphia. Der ganz offizielle 'Wie beerdige ich ein Team'-Move, brilliant vorgeführt von Mastermind Stefanski. Schlechteste FA-Verpflichtung des Jahrzehnts.
weitere Hirnfürze: - feuert Head Coach Maurice Cheeks im Dez. 08, nur drei Monate nachdem er selbst Cheeks Vertrag langfristig verlängert hatte. Cheeks Ersatz: Tony DiLeo. Hat jemand schon mal von ihm gehört ? Ich auch nicht. - nimmt an einem einzigen Tag (Sep. 08) Andre Emmett, Maureece Rice, Justin Reed, Antywane Robinson und Jared Reiner unter Vertrag. Allein dafür gehört man eigentlich schon gefeuert... - verpflichtet letzten Herbst Allen Iverson, der ganz offensichtlich kein Bock auf Basketball hatte. Alle Teams wussten Bescheid, nur Stefanski scheinbar nicht. - zahlt insgesamt 160 Millionen $ an Elton Brand und Andre Iguodala
Fazit: ich habe bis heute noch keine überraschend gute Basketball-Entscheidung von Stefanski miterleben dürfen. Auch in diesem Jahr war die Verpflichtung von Evan Turner an Nummer 2 eher ein Selbstläufer, als Stefanki's Genie zuzuschreiben. Der Dalembert für Nocioni/Hawes Deal spricht auch nicht wirklich für den Sixers-GM.
3. Jeff Bower (New Orleans Hornets) in New Orleans seit: 2005 Playoff-Teilnahmen: 2
Griff ins Klo: feuert Head Coach Byron Scott etwa 1 Jahr nach dessen 'Coach of the Year Award' und mehreren Playoff-Teilnahmen, ernennt sich selbst an seiner statt zum Trainer. Ein Edelmann vor dem Herrn...
weitere Hirnfürze: - Draft 2006: Bower wählt mit dem 12. und 15. Pick Hilton Armstrong und Cedric Simmons. Verfügbar waren noch Rajon Rondo, Jordan Farmar, Craig Smith, Leon Powe oder Shannon Brown - Draft 2007: Bower zieht Julian Wright (13. Pick) vor Rodney Stuckey, Marc Gasol, Aaron Brooks, Carl Landy, Wilson Chandler oder Glen Davis - Draft 2008: Bower zieht Darrell Arthur (27.) und verkauft ihn für Geld. Mbah a Moute, Mario Chalmers oder DeAndre Jordan waren noch zu haben - lässt Free Agents Brandon Bass, JR Smith und Chris 'Birdman' Andersen ziehen - tradet Tyson Chandler nach OKC für Joe Smith und Chris Wilcox (der Deal wird kurz darauf von den Thunder annuliert) - tradet Tyson Chandler, der dank Chris Paul trotz limitierter Möglichkeiten in der Offensive einen guten Beitrag leistete, für einen uneffektiveren Emeka Okafor, der mehr $ und eine längere Laufzeit auf seinem Vertrag hat - tradet seinen Erstrundenpick Cole Aldrich (11.) zusammen mit Morris Peterson nach OKC für Craig Brackins und Quincy Pondexter - erwägt nach wie vor ernsthaft, Chris Paul aus NO weg zu traden
Fazit: Bower hat absolut keinen Blick für Talente und Rohdiamanten, was seine regelmässigen Draft-Schnitzer eindrucksvoll beweisen. Würde mich nicht wundern, wenn Collison oder Thornton in spätestens zwei Jahren woanders spielen. Den Vogel abgeschossen hat Bower mit seinem Trainerengagement an Stelle von Byron Scott. Sehr erfolgreich, in der Tat...
2. Larry Riley (Golden State Warriors) in Oakland seit: 2009 Playoff-Teilnahmen: 0
Griff ins Klo: Golden State hatte Speedy Claxton in einem Trade vor der Saison erworben. Obwohl klar war, dass Claxton aufgrund seiner Verletzungen kein NBA-Spiel mehr bestreiten wird, war sein auslaufender Vertrag (5.2 Mio $) dennoch ein wertvoller Argumentationschip in Trade-Gesprächen und hätte den Warriors zur Deadline einen brauchbaren Spieler beschaffen können - zumindest aber einen Draft-Pick. Was macht Riley ? Er gibt den Vertrag einfach auf, schmeisst ihn aus dem Fenster und Claxton aus dem Team - um einem anderen Spieler einen ungarantierten 10-Day-Contract zu unterbreiten. Unfassbar !
(weitere) Hirnfürze: - erste Amtshandlung von Riley: er tradet Jamal Crawford nach Atlanta für Acie Law und Speedy Claxton (dessen Vertrag er dann auf den Müll schmeisst) - er tradet Stephen Jackson + Acie Law nach Charlotte für die auslaufenden Verträge von Raja Bell + Vlad Radmanovic - er tradet Corey Maggette + einen Draft-Pick für Charlie Bell + Dan Gadzuric - Golden State draftet mit dem 6. Pick im 2010er Draft Ekpe Udoh - der dritte junge Power Forward im Team neben Anthony Randolph und Brandan Wright
Fazit: schwer, sich hier etwas auszusuchen. Obwohl 'der andere Riley' erst seit Anfang letzter Saison im Amt sitzt, pflastern schon jetzt kapitale Fehlentscheidungen seinen Weg. Ein Riesen-Fehler war bereits die Amtsübernahme an sich, denn sein Vorgänger, Chris Mullin (eine Legende in der Bay Area seit seinem Engagement als Spieler bei den Warriors in den 80/90ern), hatte hervorragende Arbeit geleistet und den Warriors in der Liga wieder zu ein wenig Respekt verholfen. In nur wenigen Monaten hat Riley fast die gesamte Arbeit Mullin's zunichte gemacht. Wer aus Jackson, Crawford, Maggette und einem Draft-Pick letztendlich Gadzuric und Bell macht, der beherrscht sein Handwerk ganz offensichtlich perfekt.
1. David Kahn (Minnesota Timberwolves) in Minnesota seit: 2009 Playoff-Teilnahmen: haha
Griff ins Klo: alles was Kahn anfasst
Hirnfürze: - erste Amtshandlung: Randy Foye und Mike Miller werden nach Washington getradet - zweite Amtshandlung: im 2009er Draft wählt Kahn mit dem 5./6./18. Pick je einen Point Guard (Rubio, Flynn, Lawson). Lawson wird sofort weiter getradet nach Denver im Tausch für einen Erstrundenpick 2010, wohlwissend, dass Denver um den Titel in der Western Conference mitspielt und der Pick damit nach unten rutscht (Mitte-Ende 20) - verpflichtet Free Agent Point Guard Ramon Sessions (das macht 4 verpflichtete PGs in wenigen Wochen, falls jemand von Euch noch mitzählt) - tradet Craig Smith nach LA für Quentin Richardson, den er aber weiter schickt nach Miami für Mark Blount. Im Endeffekt also Craig Smith für Mark Blount. - nach der totalen PG-Offensive gehts 2010 zu den Small Forwards über. Kahn wählt im Draft einen Small Forward nach dem anderen, verschickt dann auch noch Luke Babbit im Paket mit Ryan Gomes nach Portland für Martell Webster. Wieder mal verarscht worden, Mr. Kahn - spielt öffentlich mit dem Gedanken, Franchise-Center Al Jefferson zu traden wenn - ja wenn (und jetzt gut festhalten) - Darko Milicic bei den Wolves verlängert. Alles klar...
Fazit: bei Kahn gehen einem die Superlative aus. Der Rubio-Schachzug, den er nach aussen hin immer als absoluten Coup präsentiert, ist immer noch nicht aufgegangen. Der spanische PG denkt im Moment nämlich nicht einmal daran, zu den Timberwolves zu wechseln - und wer will's ihm verdenken ? Das Team ist absolut schäbig zusammen gestellt. Es fehlt an allen Ecken und Enden. Spieler wie Babbitt, die der Mannschaft sofort helfen könnten, werden abgeschoben. Al Jefferson und Kevin Love passen auf dem Platz überhaupt nicht zusammen. Darko Milicic passt nicht in die NBA. Kahn verzichtete auf Stephen Curry, Brandon Jennings, Terrence Williams, Taj Gibson, Omri Casspi oder DeJuan Blair. Kein Free Agent, der noch zu selbständigem Denken imstande ist, wird sich in den nächsten 10 Jahren nach Minneapolis verirren. Kalte Zeiten also für Wolves-Fans. Kahn sei's gedankt, der sich gegen Larry Riley in einer eng umkämpften Partie nach Overtime durchsetzt und den Titel einheimst - als schlechtester Manager der NBA.
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Outside the Lines: Jamaal Magloire hilft
Jamaal Magloire, in der letzten Saison noch NBA-Profi bei den Miami Heat, machte diesen Monat ausserhalb des NBA-Parketts auf sich aufmerksam. Der ehemalige All-Star, der in Toronto aufwuchs und immer noch seine Off-Seasons in der kanadischen Metropole verbringt, hörte in den Lokalnachrichten von dem Mord an Lucita Charles, einer Frau aus Toronto, die einen 7-jährigen Jungen mit schwerer Zerebralparese zurück liess. Magloire beschloss instinktiv, etwas zu tun.
Er errichtete einen Treuhandfonds, rekrutierte Bekannte und Bedienstete aus dem Finanzsektor der Stadt und sammelte so schon nach wenigen Tagen einen beträchtlichen Geldbetrag. Davon wurde zum einen die Beerdigung von Lucita Charles finanziert - zu der Magloire kein Bekanntheits- oder Verwandschaftsverhältnis hatte. Zum anderen soll mit dem Geld in Zukunft jegliche notwendige Arztbehandlung oder Therapie für den schwer erkrankten Jungen gestemmt werden.
Magloire, der zunächst sauer darüber war, dass seine selbstlose Aktion überhaupt an die Öffentlichkeit gedrungen war, sieht sich als Vorbild in der Gemeinde: "Ich wollte jungen Leuten so zeigen, dass jeder die Möglichkeit hat, Gutes zu tun. Man kann sich gegenseitig helfen, dafür bedarf es gar nicht viel. Ich will damit auch ein Botschafter für die Stadt Toronto sein. Jeder kann einen Unterschied ausmachen und mit gutem Beispiel voran gehen."
Magloire's Halbbruder war 2001, ebenfalls in Toronto, ermordet worden.
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Pierce, Nowitzki auch FAs
Der monumentale Free-Agent Jahrgang 2010 ist seit gestern um zwei Hochkaräter stärker: Dirk Nowitzki und Paul Pierce haben ihren Teams zeremonielle Opt-Out Briefe zukommen lassen, womit beide Forwards ab morgen den Status eines 'Unrestricted Free Agents' erhalten. Sowohl Nowitzki als auch Pierce verzichten auf garantierte 21.5 Millionen Dollar, die ihnen im letzten Laufjahr ihres aktuellen Vertrages zustünden und dürfen ihren nächsten Vertrag nach Belieben und mit jedem x-beliebigen Team aushandeln.
Nowitzki wird zum ersten Mal seit dem Draft 1998 kein offizieller Dallas Maverick sein. Dieser Status quo dürfte aber nicht allzu lange Bestand haben, denn Team-Präsident Donnie Nelson sitzt bereits im Flieger Richtung Würzburg - mit einem neuen Max-Vertrag für Dirkules in der Tasche. Wenn Nowitzki also am Donnerstag morgen aus seinem überlangen Bett steigt, wartet ein grinsender Nelson bereits mit Handschlag an seinem Frühstückstisch. "Nowitzki ist unsere Top-Priorität in diesem Sommer, ganz klar. Alles andere wird erst addressiert, wenn Dirk einen neuen Vertrag hat", machte Team-Manager Mark Cuban schon vor Monaten klar. Danach wollen die Mavs noch irgendwie auf dem freien Markt zuschlagen. Wenn man Lebron James nicht nach Big D lotsen kann, dann vielleicht Joe Johnson oder einen der anderen verfügbaren Top Free-Agents. Auch Al Jefferson von den Minnesota Timberwolves hat das Interesse der Mavericks-Verantwortlichen geweckt.
Während der lange Deutsche also mit ziemlicher Sicherheit in Dallas verlängert, ist sich Paul Pierce nicht so sicher. Das gesamte Teamgefüge wackelt, denn auch Ray Allen ist Free Agent, während Head Coach Doc Rivers noch nicht entschieden hat, ob er das Team nächste Saison noch betreuen will. Wie ESPN berichtet, wird Pierce all seine Optionen gründlich in Betracht ziehen. Zum einen wäre da ein Max-Vertrag bei Boston - vorausgesetzt, die C's sind bereit, 20+ Millionen im Jahr für einen ehemaligen Finals-MVP hinzublättern, der seinen Zenit schon überschritten hat. Auch könnte er weniger Geld verlangen, damit Boston irgendwie konkurrenzfähig bleibt nach dem unerwarteten Vorstoss ins letzte NBA-Finale. Ein weiterer Vorteil: bleibt PP, könnte er eine 'No-Trade'-Klausel in seinen neuen Vertrag einbauen lassen. Das ist gut für die Altersvorsorge, denn so kann er die nächsten 5-6 Jahre in Boston bleiben. Auf der anderen Seite wäre auch eine Sidekick-Rolle bei einem der Titelaspiranten sicherlich interessant, zumal Pierce als 2. Angriffsoption bei jedem Contender gern gesehen wäre. Sollten New York oder Miami im Lebron-Wettstreit leer ausgehen, wäre Pierce hier sicherlich eine Alternative.
Pierce und Nowitzki wurde beide 1998 gedraftet. Nowitzki an 9. Stelle, Pierce an Nummer 10. Pierce war bereits einmal Finals-MVP (2008), stand 8 mal im All-Star Team. Nowitzki war 9 mal All-Star und gewann den MVP-Award 2007. Für beide ist es die letzte Chance auf einen richtig dicken Vertrag und massig Kohle. Denn zum einem sind sie in ein paar Jahren Ende 30, zum anderen lastet der befürchtete Streik nach Ablauf des aktuellen Collective Bargaining Agreements 2011 wie ein dunkler Schatten über der Liga - und damit auch über den aktuellen Vertragsverhandlungen. Ich prognostiziere jeweils einen 5 bzw. 6 Jahresvertrag im Max-Bereich. Mit weniger geben sich All-NBA Spieler nicht zufrieden.
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Theater hinter den Kulissen
Was lange schon geplant war, wurde in diesen Tagen und Wochen zur bitteren Realität: Lebron James und sein bevorstehender Free Agent Status stehen im absoluten Mittelpunkt des NBA-Zirkus. Der König und sein Fussvolk an Beratern, Managern und Freunden üben willkürlichen Druck aus auf Teams, Fans und Funktionäre, während die Liga dem ganzen Spektakel untätig zusieht.
Schon während der Finals vor ein paar Wochen, und dann während des Drafts, war Lebron James Thema Nummer 1. Verlässt er Cleveland ? Wechselt er nach Chicago ? Vielleicht doch New York ? Und welche Farbe haben eigentlich seine Unterbuxen ? Das enorme Medieninteresse und die übertriebene Berichterstattung, bei der auf gut Glück Schlagzeilen in die Welt hinaus transportiert werden, hat zum einen natürlich mit Lebrons unbestrittenen Fähigkeiten auf dem Basketballplatz zu tun. Zum anderen steckt da aber eiskaltes Kalkül dahinter und die Anmassung, immer und überall im Mittelpunkt stehen zu müssen. Die unzähligen Helfer haben massgeblichen Anteil an diesem Spektakel, denn sie leben allein vom Glanz, den Lebron James abwirft.
Da ist zum einen Lebrons High-School Posse, angeführt von Maverick Carter, dem Anführer der Truppe und so etwas wie Lebrons Business Manager. In den letzten Jahren sind die alten Kumpel im Schatten ihres berühmten Sandkastenfreundes zu wichtigen Persönlichkeiten im sozialen Gefüge der Stadt empor gestiegen. Innerhalb der Cavaliers-Organisation und in der ganzen Region Akron/Cleveland üben sie sehr viel Einfluss aus. Sie drängen selbstredend darauf, dass Lebron in seiner Heimatstadt verlängert, denn das garantiert auch ihnen weiterhin alle Freiheiten, die mit diesem VIP-Status nun einmal daher kommen - pompöser Lebensstil inklusive. Für Carter selbst hat die Sache noch eine weitere Bedeutung: er finanziert seine Marketing-Firma LRMR zu grossen Teilen mit Geldern, die direkt von Lebron James kommen. Den Goldesel will er natürlich nicht abziehen lassen, denn die Firma verdient viel weniger, als sie ausgibt. (Vielleicht braucht man auch nicht unbedingt zwei Privatjets, Mr. Carter). Carter hat sich in den letzten Jahren immer mehr an James geklammert, gibt sich gerne als sein allerbester Freund aus und hat mittlerweile den Status des obersten Entscheidungsträgers an sich gerissen. Alle Ideen und Anfragen, alle Vorschläge müssen erst von Carter abgesegnet werden, bevor sie Lebron hören darf. Carter zeigt sich in der Öffentlichkeit gerne mit Jay-Z, Warren Buffett und anderen wichtigen Persönlichkeiten. Sie sollen suggerieren, dass er selbst genauso berühmt und aus dem Promi-Alltag nicht mehr weg zu denken ist.
Der andere wichtige Mann in Lebrons Leben agiert weitaus weniger pompös und verbringt viel weniger Zeit mit dem Superstar selbst. Sein Name ist William 'World Wide' Wesley. Wesley ist der Mann in der NBA. Seine Funktion kann von keinem, der mit ihm zusammen arbeitet, trefflich beschrieben werden. Manche nennen ihn eine Art Berater, andere eine Mischung aus Scout und Agent, aber alle werden eines bestätigen: Wesley ist der am besten vernetzte Mensch in der gesamten NBA. Er hat Connections überall hin: in die Chefetagen der Clubs, zu Coaches, Scouts, Agenten, Anwälten, Presseleuten, und nicht zuletzt zu allen wichtigen Spielern der Liga. Auch HighSchool- und College-Spieler sind bereits seit dem Kindesalter mit Wesley assoziiert, der sie dann weiter vermittelt an die nächsthöhere Instanz - also College oder in die NBA. Auch die Verbindung der Spieler untereinander und zu berühmten Persönlichkeiten leitet meist Wesley in die Wege (so wie im Fall Lebron James/JayZ). Für einen detaillierten Blick in die Machenschaften von World Wide Wes und seinen krakenähnlichen Einfluss in alle Bereiche des Profi/Promigeschehens hinein empfehle ich diesen Artikel von Alex French (GQ). Wesley's Plan ist einfach, aber genau auskalkuliert: Lebron James muss weg aus Cleveland, egal wohin! Wesley wird in Cleveland nämlich niemals seine volle Macht entfalten können, denn Carter & co. sind hier schon viel zu etabliert. Also liebäugelt 'Wes' mit New York, Chicago oder New Jersey, weist diese Teams schon seit Wochen an, Platz unter dem Salary Cap frei zu schaufeln, um für Lebron die passenden Sidekicks zu verpflichten. Die Franchise, die James letztendlich an Land ziehen kann, wird Wesley auf ewig dankbar sein. Das heisst dann für ihn: noch mehr Einfluss, noch mehr Entscheidungsfreiheit innerhalb jenes Teams. Und schon ist die nächste Generation von Spielern, Coaches und Agenten, die zu ihm gehören, auf Jahre versorgt.
Es geht also um Macht. Carter und Wesley können sich gegenseitig nicht ausstehen. Carter ist Wesley's Einfluss ein Dorn im Auge. Bei den Verhandlungen, die am Donnerstag starten, will er ihn nicht dabei haben. Beide beeinflussen nach Belieben Teams und Presseleute gleichermassen, platzieren nach Gutdünken Berichte über mögliche Wechsel und geheime Treffen, über Lügen und Intrigen. Das Chaos, welches Team Lebron im Vorbeigehen hinterlässt, ist genauso gewollt. Der Plan ist perfide, narzisstisch, egoistisch - und geht genau auf.
Die National Basketball Association drückt bei diesem Spektakel beide Augen zu, tut so, als wäre dieser Zirkus legitim und vielleicht auch ein wenig so gewollt. NBA-Statuten verbieten per Gesetz eigentlich jeglichen Kontakt zwischen Repräsentanten von Free Agents und Teams vor dem 1. Juli - egal in welcher Form. Diese Regel gilt für Lebron James nicht. Während Steve Kerr und Mark Cuban vor einigen Wochen empfindliche Geldstrafen von der Liga auferlegt bekamen, weil sie den Namen "Lebron James" in einem Interview in den Mund nahmen, dürfen James' Verbündete links und rechts Absprachen treffen, wie es ihnen passt.
Ich bin mir sicher, dass Lebron James letztendlich alleine entscheiden wird, wo er die nächsten Jahre spielen will. Die Machtspielchen, die sich in seinem innersten Kreis vollziehen, üben aber dennoch einen grossen Einfluss auf ihn aus - und verraten im Übrigen auch viel über Lebron James, den Menschen. Was als schönster Free Agent Sommer aller Zeiten angekündigt wurde, hat sich in eine schmierige tägliche Lebron-Seifenoper verwandelt. So wie Lebron James und seine Speichellecker sich das immer schon vorgestellt hatten...
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29 Juni 2010
New Miamiland Knickerbullmavs
Die Entscheidung im Vabanque-Spiel um die Dienste von Lebron James, dem kollosalsten Free Agent in der Geschichte des Universums, ist endlich gefallen. Viele Teams buhlten um die Dienste des selbsternannten 'Königs'. Nun weiss die Welt endlich Bescheid, und das zum Glück schon vor dem offiziellen Start der Free Agent Periode. Teams dürfen ab dem 1. Juli offiziell Verhandlungen mit freien Spielern aufnehmen, ab 8. Juli können dann schriftliche Verträge abgeschlossen werden. James wird in der kommenden Saison für gleich sechs Mannschaften an den Start gehen und 492 Spiele absolvieren - was angesichts seiner Superkräfte jedoch kein Problem sein wird.
Zunächst schlugen die New York Knicks in bester Wild-West-Manier auf dem FA-Markt zu. Stephen A. Smith, der allwissende US-Journalist, der in etwa genauso glaubwürdig rüber kommt wie die Bild-Zeitung, berichtete als Erstes von Lebrons Unterschrift im Big Apple.
"From what my sources tell me, he's higher on New York now [...]," Stephen A. Smith told ESPN Radio on Friday. "And the reality is that he is leaning more towards New York than he is towards returning to Cleveland." [...] Smith added that the sources said James' advisers have been asking "very in-depth questions" about the Knicks organization and that the superstar may not sign with Chicago because he doesn't want to compete with Michael Jordan's legacy.
Die Dallas Mavericks wollten dem Ganzen in nichts nachstehen und orchestrierten, quasi in der Nacht und aus dem Nichts, ein Sign & Trade mit Cleveland. Alle deutschen Blätter und Agenturen - auch solche, die absolut nichts mit NBA-Basketball zu tun haben - berichteten von der extrem ausgebufften Mavs-Aktion. Das wird dann schon so stimmen.
Okay, New York und Dallas waren also geritzt. Als nächstes heuerte Lebron dann bei den Chicago Bulls an. Die offizielle Bestätigung liessen nicht lange auf sich warten, denn ein Kolumnist der New York Post war zur Stelle:
The executive, who did not want to be identified discussing a player who is not yet a free agent, said he had gathered from discussions with his fellow N.B.A. executives that James was strongly leaning toward joining the Bulls in tandem with another free agent, Chris Bosh(notes) of the Toronto Raptors. "It's a done deal," the executive said.
Damit nicht genug. Lebron setzte seine Unterschriften-Tour fort, diesmal in Richtung South Beach, Florida. Und auch diesmal war Stephen A. Smith wieder der Überbringer der glücklichen Nachricht für Basketballfans weit und breit. Nachdem Smith's Knickerbockers-Voraussage 10 Tage zuvor bereits gestimmt hatte, behielt er auch diesmal recht: Lebron wurde ein Miami Heat !
Auch Maverick Carter, Lebrons Arschabwischer aus High School Tagen und mittlerweile 'Berater' seiner königlichen Hohheit, hatte Gutes zu vermelden, denn James verlängerte in Cleveland seinen Vertrag. Das trifft sich sehr gut, denn so kann Lebrons Posse in Cleveland weiterhin einen auf Yuppie, dicke Hose und 'Möchtegern VIPs' machen und sich im Schatten des Königs sonnen - in echten (Gross)Städten gibt man auf diesen Kasperle-Verein nämlich einen feuchten Kehricht.
Zuguterletzt wollte dann aber auch Jay-Z, Lebrons Super-Homie, noch was von seinem Freund abhaben. Also organisierte er mit seinem reichen russischen Freund Mikhail P. einen gemütlichen Abend für Drei. Sie verwöhnten Lebron von oben bis unten, machten ihn betrunken, und am nächsten Morgen war die Unterschrift unter einem Mehrjahresvertrag bei den New Jersey Nets bereits getrocknet.
Lebron James, meine Damen und Herren: der wichtigste Free Agent/Basketballspieler aller Zeiten. Und ab Donnerstag endlich auch ganz offiziell ein New Miamiland Knickerbullmav...
(mit freundlicher Genehmigung BDL)
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28 Juni 2010
Cuban will Joe Johnson
Mavericks-Besitzer Mark Cuban ist augenscheinlich an der Verpflichtung von Free Agent Shooting Guard Joe Johnson interessiert.
Während die Mavs nach wie vor irgendwie mit der Verpflichtung von Lebron James liebäugeln, sinken die Chancen auf den Jackpot täglich. Ein Sign and Trade mit den Cavaliers rückt in immer weitere Ferne, weshalb Dallas seinen Fokus auf Johnson verschoben hat. Auch in diesem Fall wäre ein Sign and Trade die einzige Möglichkeit für die Mavericks, Johnson ins bestehende Gehaltsgefüge des Teams zu integrieren. Johnson, der letzten Sommer ein vierjähriges Vertragsangebot der Hawks im Wert von 60 Millionen Dollar abgelehnt hatte, erwartet ein Angebot irgendwo im Max-Bereich - also knapp 90 Millionen für sechs Jahre. Da dies seine wohl letzte Chance auf einen grossen Gehaltsscheck ist, will der 28-jährige Topscorer der Hawks nochmal richtig Kohle scheffeln. Nur Atlanta wäre in der Lage, ihm einen solchen 6-jährigen Vertrag anzubieten, könnte ihn dann aber schnurstracks nach Dallas weiter traden. Ich gehe davon aus, dass Roddy Beaubois, der auslaufende Vertrag von Erick Dampier und der ein oder andere Draft Pick im Gegenzug nach Atlanta kämen - was angesichts der Gefahr, Johnson für nichts zu verlieren, ein guter Deal für die Hawks wäre. Dallas würde im Gegenzug mit absoluter Sicherheit um die beste Bilanz in der Western Conference mitspielen, denn eine Kidd-Johnson-Butler-Nowitzki-Haywood-Marion-Terry Lineup ist trotz des recht fortgeschrittenen Alters nicht zu verachten.
Glaubt man diversen Quellen aus Johnson's engstem Vertrautenkreis, würde der viermalige All-Star ein Engagement bei einem Titelaspiranten wie den Mavs einem Intermezzo in New York oder Chicago vorziehen. Das einzige Szenario, unter welchem sich JJ ein Wechsel zu den Knicks vorstellen könnte, wäre als Teil eines Superstar-Tandems. Im Gegensatz zu Chris Bosh sieht sich Johnson nicht mehr als 'The Man', will kein Team im Alleingang mehr führen und lieber als zweite Option irgendwo um Titel mitspielen. In Dallas würden an der Seite von Dirk Nowitzki (die treue Seele unterzeichnet mit 1289-prozentiger Sicherheit einen neuen Vertrag bei den Mavs) seine Wünsche in Erfüllung gehen. Und sein kleines Stadtmobil passt auch viel besser nach Texas als nach NY...
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27 Juni 2010
Von Winnern und Losern
Ein paar Tage sind jetzt vergangen seit dem NBA-Draft. Zeit, die Picks einzelner Teams einmal in Gänze Revue passieren zu lassen, obwohl eine vollständige und engültige Analyse erst in, oh, so etwa 10 bis 15 Jahren getätigt werden kann.
Die Winner ---------------- Zu den Gewinnern gehören ganz klar die Sacramento Kings, die sich neben DeMarcus CousinsnochHassan Whiteside in der zweiten Runde sichern konnten. Cousins gehört talentmässig zur Creme de la Creme in diesem Draft, von den Fähigkeiten her vielleicht sogar zu den Top3. Mit ihm und Tyreke Evans haben die Kings jetzt eine vorzügliche Inside-Outside Combo, um die herum sich in den nächsten Jahren wieder ein Playoff-Team basteln lässt. Auch wenn Cousins in der ersten Saison, bedingt durch die plötzliche Frontcourt-Tiefe der Kings (Dalembert, Landry, Thompson) keine 40 Minuten Spielzeit erhalten wird - die Skills sind bei ihm im Übermass vorhanden. Auch Whiteside hat gute Fähigkeiten, sowohl als Scorer, als auch in der Defensive als Shotblocker. An Nr. 33 ist er ein exzellenter Upside-Pick für die Kings, der in der D-League erstmal Erfahrung sammeln und in der Zukunft zu einem wichtigen Bestandteil der Mannschaft werden wird.
New Jersey konnte gleich zwei Spieler in der ersten Runde ergattern: Derrick Favors, ein Super-Athlet, der dank seiner erst 18 Jahre mehr Luft nach oben hat als alle anderen Spieler im diesjährigen Draft. Wer die Highlights in meinem Draft Profil gesehen hat, weiss wovon ich rede: extrem lang, unendlich viel Sprungkraft, und ein Flow in seinem Spiel, der auf eine natürliche Veranlagung a la Shawn Kemp erinnert. Favors wird auf Anhieb viel Spielzeit in New Jersey erhalten und vor allem in der Defensive mit seiner Länge und Sprungkraft helfen können. Mit Favors und Brook Lopez haben die Nets nun ein imposantes Frontcourt-Duo für die Zukunft. Der zweite Pick, Damion James (24), ist die Sorte All-Around-Spieler, bei dem zwar kein bestimmter Aspekt besonders hervorsticht, der aber in vielen Facetten des Spiels bewandert und dank seiner exzellenten Defensivarbeit auf drei Positionen einsetzbar ist. James wird kein Star, dafür aber ein solider mannschaftsdienlicher Profi auf viele Jahre hin.
Die Los Angeles Clippers draften einmal mehr exzellent und positionieren sich so für eine rosige Zukunft. Nach Eric Gordon, DeAndre Jordan und Blake Griffin in den letzten beiden Jahren fallen diesmal Al-Farouq Aminu, Eric Bledsoe und Willie Warren an die Clips ab. Aminu hat das Zeug zum Star dank seiner Länge und Athletik, gepaart mit seinem Spielfluss und harten Einsatz. Offensiv muss der SF zwar noch zulegen (Stichwort: Jumpshot), aber bei den Clippers wird eines sicherlich nicht von ihm verlangt werden: Punkte erzielen. Das Team verfügt mit Griffin, Kaman, Davis und Gordon schon über vier exzellente Scorer, so dass Aminu all die kleinen Dinge auf dem Court erledigen kann, die sonst so anfallen - Verteidigen, Rebounden, Arsch aufreissen. Bledsoe wurde an 18 von Oklahoma City gepickt, und dann nach LA weiter verschifft. Der gelernte Aufbauspieler, der in Kentucky wegen John Wall auf die Zwei ausweichen mussten, wird im Schatten von Baron Davis an seinem Guard-Spiel arbeiten können. Das trifft sich gut, denn die zwei sind sich von der Spielweise her sehr ähnlich. Der dritte im Bunde, Willie Warren, wurde vor der Saison noch als möglicher Top10-Pick gehandelt, erwischte dann aber eines dieser Jahre, die man am liebsten vergessen möchte. Verletzungspech, schlechtes Team, Probleme mit dem Coach, Ärger mit dem Gesetz: schlechter hätte es für Warren echt nicht kommen können. So fiel der Kombo-Guard ab bis auf Platz 54, wo er für die Clippers aber ein echter Segen sein könnte. Der ehemalige Mannschaftskollege von Blake Griffin in Oklahoma gehört talentmässig zu den besten 15 Spielern im Draft. Entdeckt er seine Form von 2008 wieder, haben die Clippers den Steal des Drafts gemacht. Stichwort Steal: keiner hat das mit dem Klauen während des Drafts mehr drauf als Sam Presti, Manager der Oklahoma City Thunder. In den letzten Jahren hat Presti den Draft in seinen ganz persönlichen Backstage-Anschauungsunterricht in Sachen Team-Pimping verwandelt und so die Thunder zum besten jungen Team der Liga gemacht. Wie kein zweiter versteht es Presti, mit Hilfe von Draft Picks nach oben und unten zu handeln und so immer den Spieler seiner Wahl an Land zu ziehen. OKC's Bedarf lag in diesem Jahr bei einem Center, der vorne und hinten Platz in der Zone weg nimmt, Würfe blocken und rebounden kann und gelegentlich im Low-Post offensiv zu Werke geht. Presti tauschte den 21. und 26. Pick in Kansas-Center Cole Aldrich um und bekam seinen Mann. Dadurch kann Serge Ibaka auf seine angestammte Power Forward Position rücken, Collison und Krstic sind in der zweiten Garde besser aufgehoben. Urplötzlich muss man auch den Thunder-Frontcourt ernst nehmen. Als Aldrich-Ersatz holte Presti noch den Deutschen Tibor Pleiss, den er in Europa noch ein paar Jährchen ranklotzen lassen wird, bis der NBA-Niveau erreicht. Latavious Williams ist ein extrem athletischer Spieler, den schon aufgrund seiner körperlichen Voraussetzungen an 48 ein gutes Gamble ist. Zusätzlich sicherten sich die Thunder noch einen künftigen Erstrundenpick - und in der Gesamtbewertung eine 1 mit Sternchen.
Die Loser ----------------
Die Golden State Warriors schossen den wohl ersichtlichsten Bock an Nummer 6 mit der Auswahl von Ekpe Udoh, der für sein Skillset viel zu hoch gezogen wurde. Ich mag Udoh, ich denke, der gute Rebounder und Verteidiger hätte bei einem anderen Team mit etablierteren Optionen mit sofortiger Wirkung einen guten Beitrag leisten können. Die Warriors aber sind für den jetzt schon 23-jährigen die denkbar ungünstigste Adresse. Udoh ist im Endeffekt eine ältere, weniger talentierte Version von Brandan Wright. Gemeinsam mit Anthony Randolph streiten sich nun drei junge Power Forwards um den Startplatz, während auf Center und Small Forward riesige Lücken klaffen. Farouq-Aminu, Greg Monroe oder Paul George wären weitaus bessere Picks gewesen.
Minnesota ging mit insgesamt 5 Picks in den diesjährigen Draft, darunter drei in der ersten Runde. Wesley Johnson an 4 war ja noch in Ordnung, aber insgesamt ist die Ausbeute von Manager David Kahn (wie schon letztes Jahr) ziemlich erbärmlich. Vor allem der 16. Pick (Luke Babbitt), den Minnesota zusammen mit Ryan Gomes nach Portland schickte im Tausch für Martell Webster, hätte weitaus mehr abwerfen müssen, zumal sich eine Handvoll Teams nach diesem Pick die Hände leckten. Lazar Hayward könnte ein durchschnittlicher Rollenspieler werden, Paulo Prestes gilt im Post als solide, aber wenig berauschend. Einzig Nemanja Bjelica, ein 2,08 grosser Point Forward, der in Europa bleiben wird, könnte in ein paar Jahren im Stile eines Toni Kukoc Brauchbares abwerfen. Bis dahin sollten sich die Timberwolves unbedingt - wollen sie die Niederungen der Liga in absehbarer Zeit verlassen - von David Kahn trennen.
Die grössten Verlierer in diesem Jahr waren zweifelsohne die New York Knicks. Absolut geschockt, als Milwaukee ihnen an 37 Darington Hobson vor der Nase weg schnappten, verfielen die Knicks in den bekannten Draft-Panik-Modus und verkackten ihre beiden Picks mit der Auswahl von Andy Rautins (38) und Landry Fields (39) auf absolut kollosale Weise. Rautins kann zwar ein bisschen werfen, keiner der beiden wird es aber jemals über '10./11. Spieler im Team' - Status hinaus schaffen. Rautins wurde wohl für den Fall verpflichtet, dass sich Lebron nach New York verirrt. Ansonsten machen diese Picks absolut keinen Sinn. Der Bedarf nach Point Guards oder einem halbwegs agilen Center ist bei den Knicks nach wie vor so riesengross, dass man hier getrost Jerome Jordan, Gani Lawal, Hamadi Ndyae oder Willie Warren riskieren hätte sollen. Ganz schwach von den Knicks.
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24 Juni 2010
NBA Draft 2010 LIVE
Los gehts mit einem weiteren legendären nbachef live Blog, diesmal direkt und in Farbe aus dem New Yorker Madison Square Garden.
1. Keine Überraschung: Washington zieht Kentucky Freshman John Wall, der helfen wird, die Katastrophen-Saison zu vergessen. Wall ist der 5. Point Guard in der Geschichte des NBA-Drafts an Nummer 1 (John Lucas - HOU, Magic Johnson - LAL, Allen Iverson - PHI, Derrick Rose - CHI). Ob er mit Gilbert Arenas im gleichen Backcourt spielt ? Sieht im Moment danach aus, denn die Wiz bekommen Arenas' Vertrag einfach nicht weg getradet.
2. Philadelphia pickt Evan Turner, einen extrem talentierten Guard, der hart spielt und unbedingt gewinnen will. Sehr vielseitig, kann auch PG spielen, wird in PHI aber wohl den SG geben. Denke nicht, dass Philly seinen SF Andre Iguodala wegtraden wird. Das heisst Holiday mit Turner und Holiday auf den Flügeln.
Extra-Info: Indiana versucht angeblich, New Jersey's 3. Pick im Paket mit Devin Harris abzustauben im Tausch für Danny Granger und den 10. Pick
3. Derick Favors geht als 3. nach New Jersey. Ich halte sehr viel von Favors, ein absoluter Freak von einem Athlet. Sehr explosiv, gross, mit enormer Reichweite, der extrem geschmeidig auf dem Platz agiert. Erst 18, harter Arbeiter, unendliches Potential. Wird mal ein Star in der Liga. Favors passt hervorragend zu Brook Lopez unter den Körben.
Extra-Info: so gut wie alle Teams sind an Favors interessiert, zahlreiche Angebote flattern minütlich in den Draftraum der Nets. Die wollen ihren Forward aber behalten.
4. Wesley Johnson. War absehbar, da die Timberwolves alle Flügel-Hilfe brauchen, die sie kriegen können. 'Schweizer Taschenmesser' - Spieler, die perfekte zweite Option in jedem Profiteam. Dürfte bei den Wolves aber zum Go-to-Guy werden und gilt als mein früher Favorit für den Rookie des Jahres Titel.
Extra-Info: Demarcus Cousins' Agent bestätigt, dass sein Klient nicht für Golden State spielen wird, falls das Team ihn ziehen sollte.
5. Demarcus Cousins geht an 5 weg, wird in Sacramento anheuern. Der wohl talentierteste Big Man in diesem Draft-Jahrgang. Lange Arme, gute Fussarbeit, exzellenter Rebounder. Greift alle 2 Minuten einen Rebound ab - absolut unfassbare Quote. Ein Fragezeichen steht hinter seiner Einstellung, denke aber nicht, dass es da Probleme geben wird. Arbeitet hart und wird in absehbarer Zeit unter den Top-Reboundern der NBA zu finden sein.
6. Die erste kleine Überraschung im Draft: Golden State schnappt sich Ekpe Udoh mit dem 6. Pick. Udoh macht einen Satz unter die Top 6, ich hatte ihn irgendwo zwischen 8 und 14 gerankt. Seine Defensive, vor allem das Shotblocking, passen in Golden State theoretisch gut hinein. Da aber der verrückte Professor Don Nelson nach wie der Coach ist, könnte Udoh genau so gut auf die Bank passen.
7. Damit fällt Greg Monroe als echter Center den Detroit Pistons in die Hände. Perfekter Pick für Detroit, die Monroe oder Cousins wollten. Interessant: Monroe trainierte vor dem Draft gar nicht in Detroit, das ihn dennoch auswählte. Monroe ist ein starker Center, der vielleicht beste pure 5er im Draft. Seine Passfähigkeiten sind aussergwöhnlich. Die Pistons brauchen dringend Hilfe im Frontcourt.
Extra-Info: Detroit versucht trotzdem irgendwie immer noch, Cousins via Trade aus Sacramento zu holen. Trotz mehrerer Trade-Angebote tut sich aber bisher nichts.
8. Keine Überraschung hier, sicherer Pick des anderen Teams aus LA. Die Clippers wählen Al-Farouq Aminu. Damit ist Al Thornton endlich Geschichte auf der SF Position in LA. Aminu hat wenig Ahnung vom Spiel an sich, ist aber lang und extrem athletisch. Auf jeden Fall ein Upgrade gegenüber Thornton. Zusammen mit Blake Griffin, der rein technisch ein Rookie in diesem Jahr ist, lautet der junge Kern der Clips nun Eric Gordon - Aminu - Griffin - Kaman.
9. Utah zieht nun als 9. Der Pick hatte ursprünglich mal den New York Knicks gehört, bevor ihn Isaiah Thomas in einem Anfall von Planlosigkeit herschenkte. Gordon Hayward geht vom Stapel, ein bisschen früher als erwartet. Allerdings zu dem Team, das ich antizipiert hatte. Typischer Utah Jazz Spieler, solide, gute Fundamentals, wird lange in der Liga bleiben dank seines hohen Basketball IQs.
Extra-Info: Oklahoma City versucht pausenlos, in die Top10 hoch zu traden. Wunschspieler der Thunder ist Cole Aldrich.
10. Indiana wählt Paul George an 10. Stelle. Ich hätte eher auf Ed Davis getippt, da die Pacers ganz dringend Point Guard Hilfe benötigen. George ist relativ unbekannt, schoss in den letzten Wochen die Draft-Boards hinauf wie eine Rakete. Viele sehen Star-Potential in George, vielleicht der nächste Tracy McGrady - oder der nächste Nick Young. Hohes Risiko für Indiana, aber Mut wird gelegentlich belohnt.
11. New Orleans wählt Cole Aldrich mit dem 11. Pick, einen Center aus Kansas. Seltsamer Pick von NO, die Emeka Okafor auf der Position haben, dem sie eine Tonne Geld überweisen. Vielleicht haben die Hornets einen Trade in der Hinterhand. Basketballtechnisch macht diese Auswahl für mich wenig Sinn.
Extra-Info: erster Deal während des Drafts. OKC-Manager-Genie Sam Presti hat mal wieder zugeschlagen, klaut Aldrich von den Hornets. Thunder senden ihren 21. und 26. Pick für Aldrich und Mo Peterson. Presti kriegt irgendwie immer seinen Mann. Echt Wahnsinn, dieser Typ. Starker Deal für OKC, die somit ihren defensiven Center bekommen, ganz wie geplant.
12. Die Grizzlies wählen Xavier Henry mit dem 12. Pick. Henry spielt SG und ist ein purer Shooter. Das heisst wohl: die Grizz traden entweder OJ Mayo weg, oder Free Agent Rudy Gay verlässt das Team im Sommer. So oder so: einer von beiden wird nächstes Jahr nicht mehr da sein.
Extra-Info: Memphis war absolut geschockt, dass Paul George an 12 nicht mehr verfügbar war. Henry war nicht der Wunschspieler.
13. Toronto wählt Ed Davis mit dem 13. Pick. Ein Power Forward. Für die Raptors ein absoluter Glücksgriff, da Chris Bosh das Team mit ziemlicher Sicherheit verlassen wird. Bin etwas überrascht, dass Davis so tief gefallen ist. Hab ihn weiter oben gesehen.
14. Houston wählt Patrick Patterson als 14. Da die Rockets auf allen Positionen recht gut aufgestellt sind, war Patterson der logische Pick, da er der talentierteste von allen übrigen Spielern ist. Erinnert an Carl Landry, den ja auch Rockets Manager Morey ausgewählt hat. Exzellenter Pick der Rockets.
15. Nach der Lotterie nun also die restlichen Erstrundenpicks. Milwaukee zieht Larry Sanders, einen Power Forward, der ein wenig an Theo Ratliff erinnert. Harter Arbeiter, der ultimative Hustle/Energy Spieler. Typischer Scott Skiles Favorit. Riesensatz von Sanders unter die Top15.
16. Zweiter Pick für die Timberwolves, die insgesamt 5 mal picken dürfen. Auf der 16 geht Luke Babbitt weg. Ein echter Shooter, der aber auch inside spielen kann.
Extra-Info: Portland Trail Blazers Kevin Pritchard, der direkt vor (!) dem Draft gefeuert wurde,klaut Babbitt UND Ryan Gomes von den Timberwolves im Tausch für Martell Webster. Unfassbarer Deal. Die Wolves-Verantwortlichen sind ein Witz. Das Team wird in den nächsten 137 Jahren nichts mit den Playoffs zu tun haben. Pritchard ist einer der besten Manager der Liga - und nach heute Abend erstaunlicherweise ohne Job. Schwacher Move der Trail Blazers, ihren GM auf diese Art vor die Tür zu setzen - stilvoll sieht jedenfalls anders aus.
17. Chicago Bulls wählen Forward Kevin Seraphin aus Frankreich, der erste Europäer der weg geht. Extrem athletischer Spieler, aber sehr unpoliert. Keine Ahnung, ob Seraphin nächstes Jahr über den Teich kommt.
Extra-Info: Chicago einigt sich vor dem Draft mit den Wizards auf einen Deal. Bulls PG Kirk Hinrich + ihr 17. Pick gehen nach Washington. Was die Bulls im Gegenzug erhalten, ist bisher noch nicht klar. Damit haben die Bulls de facto für die Wizards selektiert, Seraphin landet also in Washington.
18. OKC Thunder wählen PG Eric Bledsoe - schon der vierte Kentucky Wildcat unter den Top20.
Extra-Info 1: OKC einigt sich vor dem Draft mit den Miami Heat auf folgenden Deal: Daequan Cook und Miami's 18. Pick gehen nach OKC im Tausch für den 32. Pick. Damit tradet Miami aus der 1. Runde raus und muss nächstes Jahr keinen Erstrunden-Rookie-Vertrag garantieren, was alle Optionen für den Sommer offen hält. Noch krasser: wenn die Heat es schaffen, James Jones aus dem Vertrag raus zu kaufen (was kein Problem sein wird) und Michael Beasley via Trade loszuwerden (auch nicht allzu schwer), wäre Miami der erste Club überhaupt, der imstande ist, drei (!) Maximalverträge anzubieten. Wade + Lebron + Bosh könnte so Wirklichkeit werden. Ich glaub zwar nicht dran, aber ich wollts mal erwähnt haben.
Extra-Info 2: Thunder traden Eric Bledsoe gleich weiter zu den LA Clippers im Tausch für einen zukünftigen Erstrunden-Pick. Sam Presti lässt weiter die Telefonleitungen glühen.
19. Boston schnappt sich SG Avery Bradley. Möglich, dass Ray Allen und/oder Paul Piercevia Free Agency das Team verlassen. Bradley wäre der Neuanfang.
20. James Anderson, ein Shooting Guard, fällt San Antonio in den Schoss - ein echter Scorer. Wieder mal ein fantastischer Pick der Spurs, die routinemässig Top-Spieler ganz weit hinten im Draft abstauben. Anderson steht eine gute NBA-Karriere bevor, er wird wohl auf Anhieb Spielzeit bekommen.
21. New Orleans (via OKC) pickt Craig Brackins, einen Power Forward, der von draussen den Sprungwurf setzen kann.
22. Portland zieht Elliot Williams, ein linkshändiger Guard, der vor allem in der Defensive seine Stärken hat
23. Schon wieder Minnesota. Trevor Booker, ein Power Forward geht zu den Wolves. Noch nie wurde ein Senior später im Draft gezogen als in diesem Jahr.
Extra-Info: Trevor Booker wird nicht für Minnesota spielen. Der Forward wird zusammen mit dem 56. Pick nach Washington geschickt. Die Wolves erhalten im Gegenzug Picks Nr. 30 und 35.
24. Atlanta zieht Damion James, einen guten Rebounder und Verteidiger. Ich hatte den Small Forward höher eingeschätzt. Wird einige Leute überraschen. Guter Pick für ATL.
25. Memphis zieht Dominique Jones, ein weiterer Guard. Keine Ahnung, wer das ist...
Extra-Info: Dallas kauft die Draft-Rechte an Dominique Jones. Jones somit ein Maverick.
26. New Orleans (via OKC) zieht Quincy Pondexter, ein athletischer SF.
Extra-Info: Atlanta tradet seinen 24. Pick (Damion James) zu den New Jersey Nets gegen den27. und 31. Pick. Starker Deal für die Nets, die also mit Favors und Damion James aus der ersten Runde hervor gehen.
27. Atlanta (via NJN) zieht Jordan Crawford, ein fantastischer 1 gegen 1 Scorer.
Extra-Info: noch zahlreiche gute Spieler verfügbar: Solomon Alabi, Hassan Whiteside,Stanley Robinson, Greivis Vasquez, Daniel Orton, DaSean Butler unter anderem
28. Memphis zieht Greivis Vasquez, ein Kombo-Guard der vielseitig talentiert ist.
29. Orlando zieht Freshman Center Daniel Orton. Damit geht der 5. Spieler einer Schule (Kentucky) in der ersten Runde über den Ladentisch. Neuer NBA-Rekord !
30. Minnesota (via WAS) zieht Lazar Hayward, ein weiterer Forward. Wenig beeindruckender Draft der Timberwelpen.
Extra-Info: Die 1. Runde ist damit vorbei, aber immer wieder finden sich auch unter den zweiten 30 Spielern echte Rohdiamanten. Beispiele aus den letzten 5 Jahren: Monta Ellis, Paul Millsap, Marcus Thornton, Goran Dragic, DeJuan Blair, Jonas Jerebko, Ramon Sessions, Carl Landry, Marc Gasol, Andray Blatche...
31. Atlanta (via NJN) zieht Tibor Pleiss, sendet die Rechte des Deutschen C weiter zu den OKC Thunder (wohin sonst ?) für Geld. Sam Presti wollte Pleiss seit Wochen haben und hat seinen nächsten Wunschspieler. Pleiss wird in den nächsten Jahren nicht in der NBA erwartet
32. Dexter Pittman (C) nach Miami
33. Hassan Whiteside (C) nach Sacramento - exzellenter Pick für die Kings
34. Portland zieht Armon Johnson (G), einen sehr athletischen Kombo-Guard
35. Minnesota (via WAS) zieht Nemanja Bjelica (F) - der dritte Europäer des Drafts. Erinnert ein bisschen an Toni Kukoc.
36. Terrico White nach Detroit
37. Darington Hobson (F) nach Milwaukee
38. Andy Rautins (SG) zu den Knicks
39. Landry Fields (SF) zu den Knicks
40. Lance Stephenson (G) nach Indiana
41. Javier Barnado (F), der beste Shotblocker des Drafts, geht an Miami
42. DaSean Butler (F) ebenfalls zu den Heat. Butler erlitt einen Kreuzbandriss im Knie, wird bis Februar nicht spielen
43. LA Lakers ziehen Devin Ebanks (F) - ein Verteidiger, der sehr an Trevor Ariza erinnert
44. Jerome Jordan (C) zu Milwaukee
45. Minnesota zieht Paulo Prestes (PF/C) - einer der besten Big Men in der zweitbesten Liga der Welt in Spanien.
46. Gani Lawal (PF) nach Phoenix
47. Tiny Gallon (PF) nach Milwaukee
48. Latavious Williams (PF) nach Miami, direkt aus der D-League. Erster Development League Pick überhaupt
49. San Antonio macht mal wieder die International-Nummer, zieht Ryan Richards (F) aus England.
50. Dallas zieht Solomon Alabi (C) - fällt aus der ersten Runde bis auf 50 ab.
Extra-Info: Solomon Alabi wird zu den Toronto Raptors getradet für einen zukünftigen Zweitrundenpick und Geld.
51. Magnum Rolle (F) nach Oklahoma City
52. Luke Harangody (F) zu den Celtics
53. Pape Sy (F) nach Atlanta
54. LA Clippers ziehen Willie Warren. Anfang des Jahres galt Warren noch als sicherer Top10 Pick.
55. Jeremy Evans (F) nach Utah
56. Washington (via MIN) zieht Hamadi Ndiaye (C)
57. Ryan Reid nach Indiana
58. Derrick Caracter (F) zu den Lakers
59. Stanley Robinson (F) nach Orlando
60. Phoenix zieht mit dem allerletzten Pick Dwayne Collins (F)
Extra-Info: 17 der 30 Spieler in der zweiten Runde sind Power Forwards oder Center. Da wird einfach auf gut Glück im Trüben gefischt, vielleicht wird aus dem ein oder anderen ja in ein paar Jahren ein brauchbarer Starter. Wahrscheinlich aber eher nicht. Das wars von mir. Bis zum nächsten Mal...
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Draft Spotlight: Patrick Patterson
Der dritte Kentucky Wildcat Spieler nach Wall und Cousins ist Patrick Patterson. Der Power Forward kehrte entgegen vieler Ratschläge für sein Junior-Jahr an die Uni zurück, und retrospektiv betrachtet war es die richtige Entscheidung. Patterson, der dank Wall und Cousins keine Alpharolle in der Offensive übernehmen musste, verbesserte sich in anderen Bereichen seines Spiels und überzeugte dementsprechend in den Draft Combines mit seiner Vielseitigkeit. Patterson ist einer der besten Power Forwards im Draft. Kräftig, mit guten Händen und einem butterweichen Touch ausgestattet. Sein Sprungwurf hat sich stark verbessert und reicht bis an die Dreier-Linie hinaus (Trefferquote von 40% von Downtown)
54 - Patrick Patterson
Jahrgang: 1989 College: Kentucky Wildcats (Sophomore) Größe/Gewicht: 2,03m/110 kg Position: PF Stats: 14.3 Pts, 7.4 Reb, 1.3 Blk, 58% FG Stärken:purer Power Forward, echter 'Banger' in der Zone, effizient, macht kaum Fehler, Spielverständnis, Basketball IQ, guter Touch, Dreier-Reichweite Schwächen: Face-Up Game, Dribbling, kein dominanter Rebounder, Defense, nicht gross genug ? Best Case Vergleich: Paul Millsap mit Jumpshot
Patterson ist ein sehr zerebraler Spieler, mit hohem Basketball-IQ ausgestattet. Er trifft immer die richtige Entscheidung, spielt nahezu fehlerfrei. Ein Fragezeichen steht hinter seiner Defensivarbeit. Auch reboundet Patterson nicht konstant genug. Was schon im College ein Problem war, könnte bei den Profis aufgrund seiner geringen Grösse von 2,03 recht schnell ausarten. Für ein Team mit einem produktiven Rebounding-Center ist Patterson aber der ideale Pick, der sofort produktiv sein kann. Dank seiner Erfahrung und seiner abgeklärten Spielweise sehe ich Patterson von Beginn an massgeblich Spielzeit generieren - vorausgesetzt, er landet beim richtigen Team. Ein absolut sicherer, solider Pick ohne hohes Risiko.
Prognose: Pick 10 bis 14 !
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Draft Spotlight: Xavier Henry
Xavier Henry ist zwar erst 19 Jahre alt, bringt aber jetzt schon die idealen körperlichen Voraussetzungen für eine lange NBA-Karriere mit sich: 1,98 Meter gross und gebaut wie ein Frachtzug. Der Freshman von den Kansas Jayhawks dürfte nicht lange warten müssen, bis am Donnerstag sein Name fällt. Da in der oberen Drafthälfte ohnehin nicht sehr viele Shooting-Guard Optionen existieren, könnte Henry sogar als erster Zweier (vorausgesetzt man sieht Evan Turner als Small Forward an) von der Stange gehen. Seine kräftige Statur, Scoring-Mentalität (28 PPG als High School Senior) und enormes Potential wecken Begehrlichkeiten. Der Linkshänder kann sowohl den Dreier konstant versenken, als auch zum Korb ziehen, wo er dank seiner Power effektiv abzuschliessen imstande ist.
1 - Xavier Henry
Jahrgang: 1991 College: Kansas Jayhakws (Freshman) Größe/Gewicht: 1,98m/95 kg Position: SG/SF Stats: 13.4 Pts, 4.4 Reb, 1.5 Stl, 78% FT Stärken: Scorer, kräftiger NBA-Körper, Jumpshooter mit 3er-Reichweite, Instinkt-Spieler, effektiver Slasher, guter Rebounding-Guard, solider Off-the-Ball Verteidiger/Balldieb, sehr coachbar, positive Einstellung Schwächen: mangelnde Athletik, nicht schnell/flink/sprungstark genug, sehr Turnover-anfällig, Lateralspeed in der Defensive, gönnt sich 'mentale Pausen' Best Case Vergleich: Paul Pierce
Trotz seiner immensen Power ist Henry kein echter Athlet. Das klingt auf den ersten Hör zwar seltsam, aber ihm fehlen sowohl Schnelligkeit als auch Sprungkraft und Explosivität. Im Dribbling erfährt der Guard noch massive Probleme und leistet sich zu viele Ballverluste. Auch zieht er zu häufig mit seiner linken Hand, was ihn leicht zu verteidigen macht. Da der Jungspund aber über hervorragende Spielinstinkte verfügt und extrem coachbar ist (der Lieblingsspieler jedes Trainers bisher), wird er diese Mankos beheben können. Ein echter All-Around SHOOTING Guard im traditionellen Sinne.
Prognose: Pick 10 bis 15 !
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Draft Spotlight: Ekpe Udoh
Noch vor einem Jahr war die Ekpe Udoh-Seite in den Notizbüchern der NBA-Scouts noch unbeschrieben. Nach einer starken dritten College-Saison, in welcher Udoh hart an sich gearbeitet und enorme Fortschritte gemacht hat, kennt nun jeder seinen Namen, was eine mögliche Lotterie-Selektion für den 23-jährigen zur Folge haben wird. Der Forward aus Oklahoma führte seine Baylor Bears völlig überraschend bis ins Elite Eight und stellte während des gesamten NCAA sein überzeugendes Arbeiterarsenal zur Schau. Der 2,08-Mann ist einer der besten Shotblocker des Landes, und allein als solcher schon für Proficlubs interessant. Mit seinen 3.7 Abräumern im Schnitt belegte der Forward Platz 4 im gesamten Land. Sein Timing in der Defensive ist perfekt, Blocken für ihn eine Kunstform. Er erkennt immer den richtigen Winkel, blockt zum Mitspieler und leitet so oft direkt Transition-Situationen für sein Team ein. Auch im Offensivrebound ist Udoh eine echte Landmarke, seine 129 Offensivboards rangierten landesweit auf Rang 9. Dank seiner flinken, agilen Art und enormen Sprungkraft ist Udoh seinen Gegnern oft ein paar Sekundenbruchteile voraus. Erstaunlicherweise schneidet er aber im Defensivrebound recht schwach ab. Sein Ausboxen und Positionsspiel lassen einiges zu wünschen übrig.
13 - Ekpe Udoh
Jahrgang: 1987 College: Baylor Bears (Junior) Größe/Gewicht: 2,08m/110 kg Position: SF/PF Stats: 13.9 Pts, 9.8 Reb, 3.7 Blks Stärken:hervorragender Shotblocker, perfektes Timing, sehr guter Offensivrebounder, schnell unterwegs, sprungstark,solides Midrange-Spiel, gute Jumpshooting-Skills, Motivation/Einstellung, harter Arbeiter Schwächen: Dribbling, kein zwingender Offensivmove, zu soft ?, Entscheidungsfindung schlecht, mangelnder Spiel'Flow' im Angriff, Turnovers, schon 23 Best Case Vergleich: Kevin Garnett
Auch in der Offensive wird Udoh weiter hart an sich arbeiten müssen, um NBA-Anforderungen zu entsprechen. Zwar wird der Rookie dank seines technisch sehr ausgereiften Jumpshots (nahezu perfekte Form, gute Reichweite) im Face-up Spiel einige Punkte erzielen können, im Low-Post aber wird es für ihn schwer werden. Zum einen verfügt der ehemalige Bear über keinen effizienten Go-to Move - eine Tatsache, die NBA-Verteidiger recht schnell durchschauen und dementsprechend ihre Defensive anpassen. Zum anderen fehlt ihm so ein bisschen der Spielfluss. Udoh weiss oft nicht, welche Entscheidung er im Angriff treffen soll. Hat er sich dann doch einmal entschlossen, sind die Optionen schon längst wieder weg. Ausserdem muss Udoh kräftiger werden, um in NBA-Zonen auf Dauer Unheil anrichten zu können. Allerdings: ein Spieler mit seinen körperlichen Voraussetzungen, seinem Arbeitswillen und Trainingsfleiss wird sich trotz seiner jetzt schon 23 Lebensjahren (was manche Teams abschrecken wird) weiterhin verbessern und einem Lotterie-Team sicherlich weiterhelfen können. Defense wird schliesslich immer benötigt.
Prognose: Pick 8 bis 14 !
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22 Juni 2010
What the Dealy: Bucks-Warriors
Nächster Deal einer jetzt schon äusserst geschäftigen NBA-Offseason: die Golden State Warriors versenden SF Corey Maggette im Paket mit dem 44. Pick im diesjährigen Draft nach Milwaukee zu den Bucks im Tausch für die zwei Veteranen Dan Gadzuric und Charlie Bell.
In einer perfekten Welt würde dieser Deal für beide Seiten Sinn machen. Corey Maggette ist ein dynamischer Scorer von der Wing-Position, der bei den Bucks dringend benötigte Punkte auf die Anzeigetafel bringen wird. Sein Karriereschnitt liegt bei knapp 17 Punkten pro Spiel in mittlerweile 11 NBA-Saisons. Dank der Maggette-Addition verfügen die Bucks nun über drei potente Scorer auf drei verschiedenen Positionen: Maggette auf SF, Brandon Jennings auf PG und Andrew Bogut auf C. Rechnet man den genesenen Michael Redd auf der SG-Position noch hinzu, so liest sich die Startaufstellung in Milwaukee, zumindest was das Soring anbelangt, schon recht ordentlich. Inwiefern Maggs - ein hartnäckiger, individueller Spielertyp, der am liebsten für sich selbst kreiiert - in die frei fliessende Bucks-Offensive hinein passt, muss sich aber erst noch zeigen. Coach Scott Skiles sieht am liebsten den Ball laufen und fordert teamdienliches Zusammenspiel ein - nicht gerade Maggette's Stärken. Ein weiteres Problem: der Neuzugang kostet rund 31 Millionen in den nächsten 3 Jahren - ein heftiger Preiszettel für einen Spieler seines Kalibers. Mit dem 44. Pick werden die Bucks wohl auf Power Forward-Verstärkung im Draft spekulieren.
Im Gegenzug wechseln Charlie Bell und Dan Gadzuric nach Oakland zu den Warriors. Spielerisch macht der Deal für Don Nelson's Team auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn. Bell, ein durchschnittlicher Verteidiger und mieser Offensivspieler, kam in der abgelaufenen Saison auf magere 6.5 Pünktchen im Schnitt. Gadzuric, der nicht-fliegende Holländer, besticht schon seit 7 NBA-Jahren durch unauffälliges, uneffektives Spiel unter den Körben. Ich wäre überrascht, wenn einer der beiden es in die Rotation der Warriors schaffen sollte, aber bei Don Nelson weiss man ja nie. Der Sinn des Trades lag für GSW eher im finanziellen Bereich. Gadzuric's Vertrag läuft nach der kommenden Saison aus, Bell's im Jahr darauf. Insgesamt spart der extrem knausrige Teambesitzer Chris Cohan also knapp 17 Mio. US-Dollar gegenüber dem Maggette-Deal. Basketballtechnisch macht Maggette's Abgang den Weg frei für mehr Spielzeit für die Warriors-Youngsters Anthony Randolph und Brandan Wright.
Insgesamt sehe ich die Bucks besser aus diesem Trade hervor gehen. Durch den Abgang von John Salmons (vorzeitiger Ausstieg aus seinem Vertrag) fehlte Milwaukee ein verlässlicher Wing-Scorer. Den hat man in Maggette mit Sicherheit gefunden, auch wenn der Sommer noch sehr früh ist und sich vielleicht andere Möglichkeiten auf dem Markt aufgetan hätten. Das finanzielle Risiko ist zwar hoch, aber die Bucks wollen in einer sicherlich verbesserten Eastern Conference wieder in die Playoffs. Für Golden State kam der Deal zu früh. Auch wenn klar war, dass man Maggs' Vertrag gerne loswerden möchte: man hätte wohl bessere Erträge für einen Scorer seines Kalibers erzielen können. Das Management und die Clubführung bei den Warriors sind/bleiben ein absoluter Witz.
nbachef meint: Vorteil Milwaukee
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Draft Spotlight: Luke Babbit
Als einer der technisch beschlagensten Spieler im Land konnte Luke Babbitt - eine absolute Scoringmaschine im College - in den letzten Wochen zahlreiche NBA-Scouts von seinen Fähigkeiten als Basketballspieler überzeugen und schoss in viele Draft-Boards nach oben. Nun sieht es so aus, als würde der Small Forward am kommenden Donnerstag schon in der 'Lotterie' weggehen, also irgendwo in den Top 14. Babbitt ist ein purer Shooter, der beste im diesjährigen Draft. Sein perfekter linkshändiger Wurf erinnert sehr an die New Yorker Legende Chris Mullin, der es in 16 Profijahren in Golden State und Indiana auf 18 Punkte im Schnitt brachte. Babbitt verfügt ebenfalls über einen sehr soften Touch und kann den Ball von überall auf dem Court in die Reuse dreschen. Ähnlich wie Mullin springt er kaum beim Release, verfügt aber über ein beeindruckendes Arsenal an Stepback- und Fadeaway-Würfen, mit denen er die Defensive routinemässig vernascht und so seinen Wurf kreiert. Sein Midrange-Spiel ist vorzüglich, auch weil der 2,06m grosse Small Forward über ein für seine Grösse exzellentes Dribbling verfügt und auch den gelegentlichen Zuckerpass spielen kann. Im Low-Post fühlt sich Babbitt ebenfalls pudelwohl. Auch hier operiert er am liebsten mit seinem butterweichen Jumpshot nach einem seiner effektiven Kopf- oder Wurffinten.
5 - Luke Babbitt
Jahrgang: 1989 College: Nevada Wolfpack (Sophomore) Größe/Gewicht: 2,06m/102 kg Position: SF Stats: 21.9 Pts, 8.9 Reb, 50 FG%, 42% Dreier, 92% FT Stärken:Jumpshot, purer Shooter, exzellenter Scorer, Freiwurfe, Linkshänder,Post-Up Moves, recht gutes Dribbling/Passspiel für seine Grösse, Kampfgeist, Einsatz Schwächen: Physis, Athletik, wird defensiv Probleme bekommen mit den SFs der Liga, lateraler Speed, nimmt zuviele Midrange-Würfe Best Case Vergleich: Chris Mullin
Babbitt's körperliche Vorraussetzungen lassen indes zu wünschen übrig. Er verfügt über keinerlei beeindruckenden physischen Eigenschaften. Seine mangelnde laterale Schnelligkeit wird ihm gegen die lange Reihe elitärer Swingmen in der NBA grosse Probleme bereiten. Zwar spielt Babbitt hart und gibt immer alles, gegen die Carmelo Anthonys oder Kevin Durants der Liga wird ihm das aber nicht viel nützen. Da Babbitt athletisch höchstens Durchschnitt ist, könnte er auch in der Offensive Probleme bekommen - dann nämlich, wenn er im Gegensatz zum College nicht in der Lage sein wird, regelmässig seinen eigenen Wurf zu kreieren. Dennoch: Babbitt's Skillset wird in NBA-Teams immer gern gesehen. Pure Shooter hatten immer schon ihren berechtigten Platz im Teamgefüge. Im schlimmsten Fall wird Babbitt zum reinen Spotup-Schützen umfunktioniert, so wie es Chris Mullin in der zweiten Hälfte seiner Karriere war. So oder so: dem Junge steht dank seiner Spielintelligenz, seines Kampfgeistes und seinem perfekten Wurf eine lange NBA-Karriere bevor.
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