09 Oktober 2010


Ganz miese Nachricht für alle Hornets-Fans, während die Supporter der New York Knicks oder New Jersey Nets weiter träumen dürfen: der geplante Verkauf der New Orleans Hornets ist flach gefallen.

Gary Chouest, ein Milliardär aus New Orleans, dessen Familie mit Schiffen ein Vermögen macht, hatte 25 Prozent der Teamanteile bereits 2007 von Hauptbesitzer George Shinn übernommen. Es schien nur eine Frage der Zeit, bevor Chouest den ganzen Laden aufkaufen und re-investieren würde. Noch vor wenigen Monaten schien die Akquise beschlossene Sache. Das ist nicht mehr der Fall. Ob Chouest kalte Füsse bekommen hat, oder ob der dickköpfige Shinn weiterhin unwillig ist, sein Hornissen-Spielzeug abzutreten - darüber existieren wiedersprüchliche Informationen. Wer diese vertrackte Situation aber schon länger verfolgt, weiss genau, das Shinn einfach nicht loslassen kann.

Für die Basketball-Franchise wäre eine Übernahme durch Chouest ein Segen gewesen - hätte man doch dadurch den maroden Haufen auf Vordermann bringen können. Im Gegenzug zu Shinn, der "nur" knapp 100 Millionen Dollar schwer ist, ist Chouest nämlich unverschämt reich. 100 Millionen mal 100 reich, um genau zu sein - also 10+ Milliarden Dollar. Da würde nicht jeder Cent dreimal umgedreht, Spieler nicht aus Luxury Tax Gründen abgegeben und Teambuilding nicht mit ständigem Blick auf die Ausgaben betrieben werden. Hornets-Fans hatten wirklich gehofft, dass der neue Besitzer wie ein Kavalier auf weissem Schimmel daher geritten kommt, Geld en masse in den Verein pumpt, talentierte Spieler verpflichtet und so den verärgerten Star des Teams, Chris Paul, langfristig binden kann.


Ohne Chouest aber bleibt zunächst alles beim Alten im Big Easy. Das Team ist in der momentanen Zusammenstellung, auch nach dem Zugang von Swingman Trevor Ariza, in der Spitze zu gut, um abzustürzen, aber zu schlecht, um wirklich was zu reissen. 40+ Siege sind schon fest verbucht. Deshalb scheint auch ein Playoff-Platz in der Western Conference im Bereich des Möglichen zu liegen. Sieht man aber von der Starting Five einmal ab, fehlt den Stechmücken schlicht und ergreifend die Tiefe, um durch die lange Saison zu kommen. Schon eine Verletzung eines Leistungsträgers wie Paul oder West, und die Kacke ist wieder mächtig am Dampfen im Hornissennest. Am Ende wird man die Playoffs wieder um ein paar Siege verpassen - und so zusätzlich zur ohnehin schon länger vorhandenen Frustration bei Chris Paul beitragen. Der wird zwar weiterhin brav beteuern, dass er ein Hornet ist und jegliche Trade-Gerüchte dementieren. Aber die ganze Welt weiss mittlerweile, dass Paul mit seinem Kumpel Amare Stoudemire ab 2012 in New York zusammen spielen will.


Solange der knausrige Shinn in New Orleans der Mann mit dem Scheckbuch bleibt, haben die Hornets überhaupt keine Chance, eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf den Platz zu schicken, die den Ansprüchen eines Chris Paul gerecht wird. Dessen Mißmut lässt sich aus genau diesem Grund bestens nachvollziehen: weil es so nämlich keine Aussicht auf wirkliche Besserung geben kann in NOLA.