28 September 2010


Geht es nach Paul Pierce, dem Kapitän der Celtics, ist die Rückkehr von Coach Doc Rivers genau die Dosis Medizin, die Boston in diesem Sommer benötigt hatte. Das gab der Franchise-Spieler während des Medien-Tages am Montag zu Protokoll. "Das wichtigste war, dass Doc zurück gekommen ist, freiwillig. Unabhängig davon, ob Ray (Allen) oder ich verlängert haben, Doc's Rückkehr war riesig für uns."

Ohne die Rückkehr des Meister-Coaches von 2008, so Pierce, wäre Boston wohl in einen Rebuilding-Prozess verfallen. Ray Allen hätte den Verein gewechselt, er selbst (Pierce) wohl auch, Nate Robinson hätte nicht verlängert, die beiden O'Neals wären nicht verpflichtet worden. "Ein Domino-Effekt, und alles fing mit Rivers an", so Pierce, der frohen Mutes seinen Vertrag verlängerte und dabei auf Geld verzichtete, um die Cap-Felxibilität aufrecht zu erhalten für die Signings von Shaquille und Jermaine O'Neal.

Die Moves in diesem Sommer waren ein klares Zeichen der Besitzer (Wyc Grousbeck) und des Managements (Danny Ainge). Die Franchise ist fest entschlossen, mit diesem Mannschaftskern noch ein paar Mal anzugreifen und weitere Titel nach Boston zu holen. Man muss Pierce durchaus Recht geben, wenn er das aktuelle Team als talentiertestes der letzten Jahre bezeichnet. Vom ersten bis zum zwölften Mann stehen gestandene NBA-Profis im Kader. Die Rollen sind klar verteilt. Der Anführer ist nach wie vor Coach Rivers, wer nicht an die Teamphilosophie glaubt, sitzt. Die Neuzugänge Shaq, JO, Delonte West, Von Wafer und Rookie Luke Harangody werden die notorisch schwache Celtics-Bank um Nate Robinson und Glen Davis in dieser Saison zu einer der tiefsten der Liga machen. Ein tiefer Playoff-Run, möglicherweise an Orlando und Miami vorbei und wie letztes Jahr in die NBA-Finals, sollte bei dieser Truppe nicht ausgeschlossen werden.

Perkins heilt schneller als erwartet

Der etatmässige Center Kendrick Perkins ist in seiner Rehabilitation von der schweren Knieverletzung, die er während der NBA-Finalspiele erlitt, dem Plan weit voraus. Obwohl Perkins sein genaues Rückkehr-Datum nicht verraten wollte, um die bösen Geister nicht zu wecken, habe er aber ein paar Wochen hinzu gewonnen. Man sollte den grossen Mann ohne Hals aber nicht vor Januar auf dem Parkett zurück erwarten. Die durchschnittliche Verheildauer nach Kreuzbandrissen im Knie beträgt mehr als 6 Monate.

Perk ist nach wie vor davon überzeugt, dass die Kobolde dank seiner Hilfe im siebten Spiel der Finalserie gegen die Los Angeles Lakers als Sieger und NBA-Champion vom Platz gegangen wäre, wenn er sich nicht verletzt hätte. Perkins: "Wir hätten zweistellig gewonnen, keine Frage."

Über seinen Stammplatz macht sich der Mann, der auf dem Platz niemals lächelt, keine Sorgen. Auf die Frage, ob ihm einer der beiden Nezugänge (Shaq oder JO) die Starterrolle wegnehmen könne, gibt sich Perkins gewohnt trocken: "Ich will dazu nichts sagen, weil ich nichts lostreten will. Mein Stammplatz steht aber nicht zur Disposition. Wenn ich zurück komme, gehört der Spot mir, und der Rest wird sich anpassen müssen."

Erstes Training dauert 3 Stunden

Mit einer schweisstreibenden, brutalen Trainingseinheit eröffnete Coach Doc Rivers ganz offiziell das Übungscamp der C's. Einer der Hauptaugenmerke war natürlich die Einverleibung der beiden Big Man Neuzugänge Shaquille/Jermaine O'Neal.

"Offensiv machen sie schon einen ganz guten Eindruck, scheinen die Angriffssysteme recht schnell zu verstehen. In der Defensive müssen wir noch arbeiten, es wird wohl noch ein bisschen dauern, bis sie die Philosophie und die Team-D verinnerlicht haben", zeigte sich Rivers ganz zufrieden. Nicht so glücklich war der Coach über die mangelnde Fitness seiner Spieler, weshalb er am Abend gleich noch einmal eine Konditionseinheit ansetzte.


Der Coach wird wohl Jermaine O'Neal den Vorzug in der Startaufstellung geben. Shaq, der mit 148 Kilogramm zum Dienst antrat, wird von der Bank kommen und knapp 20 Minuten Einsatzzeit kassieren. Der andere O'Neal (JO) scheint mit einem vollstänsig genesenen und spritzig wirkenden Kevin Garnett auf Anhieb eine gute Connection zu bilden, was sich vor allem in der Celtics-Defensive auszahlen sollte, bis Perkins Anfang 2011 ins Team zurück kehrt.