31 August 2010


Ted St. Martin sitzt in seinem Wohnzimmer in Jacksonville, Florida, und schüttelt mit dem Kopf. "Ich konnte noch nie begreifen, wie ein paar von diesen Super-Athleten so miserable Freiwurfschützen sind. Ich könnte nahezu jeden von diesen Spielern zu einem besseren Shooter machen, einem 90 Prozent Shooter", verkündet St. Martin selbstsicher.

Dennoch wartet der 75-jährige weiterhin vergeblich auf einen Anruf von Shaquille O'Neal, Dwight Howard oder Lebron James. "Wenn ich daran denke, wieviele Spiele durch verschossene Freiwürfe verloren gehen. Das lässt sich so leicht abstellen. Wahrscheinlich hält mich die NBA für zu alt und zu klein, um es zu lehren. Ich begreif's einfach nicht, warum sich keiner meldet".

Dabei zählt St. Martin zu den besten Werfern in der Geschichte der Menschheit. Er stellte 1972 zum ersten Mal den Rekord für die meisten Freiwurftreffer in Folge auf (200) und verbesserte die eigene Bestmarke seither schon 15 mal. Das Guiness Buch der Weltrekorde führt St. Martin immer noch als den Menschen mit den meisten versenkten Freiwürfen in Folge: unfassbare 5221 Treffer (kein Schreibfehler: fünf Tausend zweihundert einundzwanzig) während einer mehr als 7-stündigen Wurfeinheit im Jahr 1996. Ein weiterer seiner bemerkenswerten Rekorde hat schon seit über 35 Jahren Bestand: 1974 traf er 84 Dreier in 8 Minuten - aus über 9 Metern Korbentfernung (30 Fuss), lange bevor es Drei-Punkt-Linien überhaupt gab.

Nach einem Leben auf Achse, Shows und unzähligen Wurfclinics, Millionen von Würfen und zwei Schulter-OPs nimmt St. Martin nur noch selten die Lederkugel in die Hand: "Wenn ich aber müsste, würde ich das Ding versenken, keine Frage." Statt dessen bringt er heutzutage Kindern und Jugendlichen in Jacksonville die richtige Wurftechnik bei, meistens auf dem Full Court Basketballplatz hinter seinem Haus. Die '90 Prozent Erfolgsquote' wird dabei selbstverständlich garantiert. Es ist sicherlich kein Zufall, dass die besten Wurfquoten im High School Basketball aus Nordflorida stammen, aus dem direkten Einzugsgebiet von St. Martin's Wurfeinfluss. Der Erfolg lässt sich also nicht von der Hand weisen. Auf einen Anruf aus der National Basketball Association wartet die menschliche Wurfmaschine aber weiterhin vergebens...