01 August 2010


Miami, die neue It-Adresse im NBA-Zirkus, ist augenscheinlich der große Gewinner des Sommers. Dwyane Wade, Lebron James, Chris Bosh. Etcetera. Während General Manager Pat Riley in der zurückliegenden Woche seinem Kader den letzten Feinschliff für die kommende Saison verpasste (Scharfschütze Eddie House unterschrieb für zwei Jahre), verkaufte das Team auch das allerletzte seiner Saisontickets. Mehr als drei Monate vor dem Start der neuen Spielzeit eine sehr beeindruckende Tatsache, die das enorme öffentliche Interesse an der neu formierten Supermannschaft eindrucksvoll belegt.

Zum Dank für erstklassige Arbeit feuerte Teambesitzer Micky Arison am Freitag mir nichts, dir nichts sein gesamtes Dauerkarten-Verkaufspersonal. Knapp 30 Mitarbeiter wurden fristlos entlassen - jetzt, da das Team keine Verwendung mehr für sie hat. "Nun, da alle Tickets verkauft wurden, benötigen wir kein Season Tickets Sales Team mehr. Es war eine schwere Entscheidung, aber wir bedanken uns für die geleistete Arbeit", liessen die Heat per offizieller Stellungnahme verlauten.

Schon vor der Zusage von Lebron James war das Interesse an Heat-Tickets in astronomische Höhen geklettert. Das Verkaufsteam ackerte rund um die Uhr, telefonierte mit potentiellen Kunden, rekrutierte neues Klientel und stieß so innerhalb weniger Wochen alle verfügbaren Eintrittskarten ab. Nicht nur dass: auch die aktuelle Warteliste wuchs im sprichwörtlichen Stundentakt und umfasst bereits jetzt mehr als 7000 Interessenten. Die billigsten Dauerkarten gingen für knapp 6000 US-Dollar über den Ladentisch. Einzelkarten sind nach wie vor verfügbar, werden aber zu zunehmend irrationalen Preisen gehandelt (die günstigsten Upper Bowl Tickets für das Eröffnungsspiel 2010/11 kosten offiziell 250 US-$)

Wenngleich man davon ausgehen kann, dass jeder der 30 Verkäufer für seine Arbeit einen gewissen Provisionssatz einstreichen konnte, stösst die Massenentlassung dennoch etwas säuerlich auf. Zumal ein Team wie die Miami Heat ihre bisherigen Mitarbeiter sicherlich auch in anderer Kapazität weiter hätte anstellen können - zumindest bis nächsten Sommer. Alles in allem eine recht seltsame Art, seinen Angestellten für hervorragende Arbeit zu danken. Erfolg hat ganz offensichtlich seinen Preis...