29 August 2010


Spanien

Stars: Ricky Rubio, JC Navarro, Marc Gasol, Rudy Fernandez, Fran Vasquez, Pepe Reyes, Jorge Garbajosa, Victor Claver
Es fehlen: Pau Gasol, Jose Calderon, Sergio Rodriguez

Der klare Favorit, sowohl in dieser Gruppe, wie auch im gesamten Turnierverlauf (auf Augenhöhe mit den USA). Auch ohne Pau Gasol und den verletzten Calderon dürften die Spanier mit keinem der fünf Vorrundengegner Mühe haben. Juan Carlos Navarro und Rudy Fernandez werden nonstop freigeblockt werden, um zu freien Würfen zu gelangen. Vor allem Navarro ist einer der besten puren Schützen der Welt. Wunderkind Ricky Rubio wird nach dem Ausfall von Calderon die Spielmacherrolle übernehmen und für das ein oder andere Highlight sorgen. Neben dem tödlich effizienten Backcourt verfügen die Spanier mit Marc Gasol und Pepe Reyes über ein ebenso effizientes Frontcourt-Duo. Der Ball wird häufig in den Low Post wandern. Beide Center sind überaus versiert in allen Facetten des systemischen Offensivspiels. Die Auswechselbank ist mit Euroleague- bzw. (ex)NBA-Veteranen wie Jorge Garbajosa, Raul Lopez, Sergio Lull oder Alex Mumbru überqualifiziert und ein weiterer Garant für ein tiefes spanisches Vordringen bis unter die letzten vier Mannschaften des Turniers. Die Defensive ist fast noch besser als die ohnehin schon perfekt geölte Offensivmaschinerie. Einzige Gefahr für das Team von Sergio Scariolo ist die eigene Überheblichkeit, so wie 2009, als man während der Europameisterschaft erst nach 4 Spielen den Schalter umlegte, dann aber unangefochten zum Turniersieg durchmarschierte.


Frankreich

Stars: Boris Diaw, Nic Batum, Ian Mahinmi, Nando DeColo, Mickael Gelabale
Es fehlen: Tony Parker, Joakim Noah, Roddy Beaubois, Mickael Pietrus, Ronny Turiaf, Kevin Seraphin, Alex Ajinca

In Bestbesetzung würde Frankreich zu den absoluten Titelfavoriten zählen. Bei so vielen Absagen muss man die Erwartungen aber etwas drosseln. Ohne Parker, Beaubois und Pietrus könnten 'Les Bleus' einmal mehr Probleme im Scoring bekommen - eines fast schon notorische Schwäche der Equipe, vor allem aus der Distanz. Schlaue Gegner machen die Zone dicht und fordern die Franzosen gerne zu Distanzwürfen auf. Die Defensive allerdings steht. Aggressive Deckungsarbeit führt zu vielen Ballverlusten und damit automatisch zu leichten Punkten im Transition-Spiel. Ganz klar eine der Stärken des Teams um die NBA-Cracks Boris Diaw, Batum und Gelabale (ex-Seattle Supersonic). Diaw muss konzentiert bleiben, wird er doch über weite Strecken erste Anspieloption in der Offensive sein. Das ist manchmal leichter gesagt als getan für den Akteur der Charlotte Bobcats, der sich gerne mal Auszeiten gönnt auf dem Platz. Nic Batum wird, häufiger noch als bisher, auf der Weakside isoliert werden, wo er dank seiner Athletik häufig den Weg zum Korb suchen muss. Von Mickael Gelabale erwarten die Rot-Weiss-Blauen Entlastung in der Offensive. Je nach Achtelfinal-Gegner ist das Viertelfinale für Frankreich durchaus im Bereich des Möglichen. Zu mehr wird es aber nicht reichen.


Litauen

Stars: Linas Kleiza
Es fehlen: Sarunas Jasikevicius, Darius Songaila, Ramunas Siskauskas, Donatas Motiejunas

Losglück für die Litauer, die es ohne ihre Veteranen Jasikevicius, Songaila und Siskauskas in jeder anderen Gruppe wohl kaum unter die ersten drei Mannschaften bringen würden. In der schwachen Gruppe D aber kein Problem. Der Talentpool in der baltischen Basketball-Nation ist einfach
tiefer als beispielsweise im Libanon. Die glorreichen Zeiten der Spät-90er/frühen 2000er sind aber erst einmal vorbei. Die Defensive ist das grosse Sorgenkind der Litauer, der Auftritt bei der EM im letzten Jahr war blamabel. Der Backcourt ist ohne das Tandem Jasikevicius/Siskauskas nur noch ein Schatten seiner selbst. Zwar ist die Lineup immer noch gespickt mit Schützen, und in Linas Kleiza wird ein gestandener NBA-Spieler seine Farben Spiel für Spiel führen. Alles, was über eine Achtelfinal-Teilnahme hinaus geht, wäre aber eine faustdicke Überraschung.


Neu-Seeland


Libanon


Kanada