29 August 2010


Griechenland

Stars: Vasilis Spanoulis, Dimis Diamantidis, Ioannis Borousis, Antonis Fotsis
Es fehlen: Theo Papaloukas, Kosta Koufos

Dank der Schlägerei im Freundschaftsspiel müssen die wieder einmal starken Griechen zwei Spiele lang auf Antonis Fotsis und Sofoklis Schortsanitis verzichten. Aber auch ohne die beiden Big Men verfügt die Mannschaft um Cheftrainer Jonas Kazlauskas über ein Arsenal an Offensivwaffen, die den Ausfall ihres Frontcourts ohne weiteres kompensieren kann. Mit Vasilis Spanoulis und Dima Diamantidis schicken die Griechen Abend für Abend eines der Top-Tandems im Backcourt auf die Platte. Spanoulis ist einer der besten europäischen Guards, sehr korbgefährlich und ein wenig eigensinnig. Diamantidis ist das komplette Gegenteil, sehr teamdienlich und hauptsächlich auf Assists aus. Mit Nikos Zisis und Nick Calathes ist auch der zweite Anzug im Rückraum der Griechen ausgezeichnet besetzt. Ioannis Borousis ist ein echter Center, einer der besten in Europa. Trifft ausgezeichnet bis raus zur Dreierlinie sowie direkt am Korb, reboundet zudem ganz stark. Das Team ist gespickt mit nervenstarken Euroleague-Veteranen und wird dank seiner Ausgeglichenheit und Top-Defensive ein paar ernste Wörtchen im Kampf um dem WM-Titel mitzureden haben.


Türkei

Stars: Hedo Turkoglu, Ersan Ilyasova, Semih Erden, Omer Asik
Es fehlt: Mehmet Okur

Die Türken enttäuschten in der Vorbereitung auf das Turnier. Davon sollte man sich jedoch nicht blenden lassen. Das Team ist gespickt mit Euroleague-Akteuren und NBA-Spielern. Mit den eigenen Fans im Rücken wird der Gastgeber ein emotionales Feuerwerk zu entfachen wissen und gehört allein schon deshalb zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten. Das Spiel der Türken steht und fällt mit dem Auftreten der beiden 2,08m Forwards Hedo Turkoglu und Ersan Ilyasova. Beide Spieler laufen in der NBA auf (Turkoglu in Zukunft für die Phoenix Suns, Ilyasova für Milwaukee) und haben ihre Stärken im 1 gegen 1. Dementsprechend sieht auch das Spielsystem der Türken häufig aus, die gerne einen der beiden Spieler isolieren und fürs restlichen Team kreieren lassen. Semih Erden und Omer Asik bilden ein überdurchschnittlich gutes Center-Tandem, vor allem in Pick'n'Roll Situationen. Beide werden in Zukunft in der amerikanischen Profiliga auflaufen (Erden bei den Boston Celtics, Asik für die Chicago Bulls). Die entscheidende Partie um den Gruppensieg steigt am Dienstag Abend gegen Griechenland und verspricht ein Basketball-Bonbon zu werden.


Russland

Stars: Viktor Khryapa, Timofei Mozgov, Sergei Monia, Anton Ponkrashov
Es fehlen: Andrei Kirilenko, JR Holden

Der Erfolg der Russen hängt zum grossen Teil von der defensiven Intensität ab. Head Coach David Blatt wird schon dafür sorgen, dass sein Team einmal mehr zu den unerbittlichsten Defensiveinheiten des Turniers zählt. Die Russen verstehen es wie kein zweites Team, verschiedene Zonen mit Mann-Mann Verteidigung durchzumischen, und so dem Gegner alles abzuverlangen. Dummerweise fehlt vorne ohne Andrei Kirilenko und JR Holden eine klare Offensivoption. Viktor Khryapa ist zwar der vielseitigste Spieler im Team, aber keine Scoringmaschine. Ebenso wenig der Spielmacher Anton Ponkrashov. Auch Timofei Mozgov, der Neuzugang der New York Knicks, hat Probleme, seinen eigenen Wurf zu kreieren. Alles in allem fehlen den Russen ganz klar einige wichtige Zutaten, um in diesem Turnier ganz vorne mitspielen zu können. Platz 3 in dieser Gruppe sollte allerdings drin sein.



Puerto Rico

Stars: JJ Barea, Carlos Arroyo, PJ Ramos, Renaldo Balkman
Es fehlen: -

Die Puerto Ricaner legten vergangenes Jahr eins starke pan-amerikanische Meisterschaft hin und wurden hinter den Brasilianern Zweiter. Das Team verlässt sich auf sein Backcourt-Tandem JJ Barea-Carlos Arroyo. Beide sind phasenweise exzellent im Spielaufbau und auch aus der Distanz durchaus treffsicher - wie übrigens das gesamte Guard-Kontingent im Team. Selbstredend ist der lange Ball integraler Bestandteil des puerto-rikanischen Offensivspiels. Dummerweise verlieren sowohl Barea als auch Arroyo gerne mal den Faden und lassen sich lieber auf 1 gegen 5 Intermezzos ein, statt die Angriffe ihres Teams konsequent herunter zu spielen. PJ Ramos misst gigantische 2,22m und spielt durchaus solide, wenn er denn mal die Murmel erhält. Renaldo Balkman und Nathan Peavy sind zwei athletische Spieler, die vor kurzem zur Mannschaft hinzu gestossen sind und den Frontcourt verstärken. In jeder anderen Gruppe könnte Puerto Rico um Platz 3 mitspielen. In diesem Hammertopf wird es wohl nur zu Rang 4 reichen - vorausgesetzt, man besiegt die Chinesen (Spiel 3 am Dienstag).


China

Stars: Yi Jianlian, Sun Yue
Es fehlt: Yao Ming

Ohne Yao Ming hängt das gesamte chinesische Spiel von Yi Jianlian ab, dem Forward der Washington Wizards. Schafft es der 2,13m Foward, sein Potential als Scorer und Rebounder abzurufen, und setzt zudem Sun Yue seine Grössenvorteile und NBA-Erfahrung auf der Point Guard Position geschickt ein, winkt mit einem Sieg gegen Puerto Rico vielleicht sogar ein Platz im Achtelfinale. Ein Vordringen in die Endrunde wäre ein riesengrosser Erfolg für die chinesische Mannschaft.


Elfenbeinküste