28 August 2010


USA

Stars: Kevin Durant, Chauncey Billups, Derrick Rose, Russell Westbrook, Rudy Gay, Andre Iguodala, Stephen Curry, Kevin Love, Tyson Chandler, Danny Granger, Lamar Odom, Eric Gordon
Es fehlen: Kobe Bryant, Chris Paul, Dwyane Wade, Dwight Howard, Deron Williams, Chris Bosh, Carlos Boozer, Lebron James, Carmelo Anthony, Amare Stoudemire

Nachdem die amerikanische Auswahl in überzeugender Manier die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2008 gewann, sagte in diesem Jahr ein Topstar nach dem anderen die Teilnahme an der WM ab. Kurzerhand entschied man im Mutterland des Basketballs, mit einer komplett rund erneurten, jungen Mannschaft die Mission WM-Titel anzugehen. Einen entscheidenden Nachteil hat dieses extrem junge Team USA: während alle anderen Nationen bereits seit Jahren zusammen spielen, musste dieses Team das im Vorbeigehen lernen. Die bisherigen Resultate, wenn auch nur in Testspielen, sind überaus beeindruckend und lassen ein exzellentes Turnier der Mannschaft mit den Sternen und Streifen vermuten. Kevin Durant ist der klare Anführer und beste Spieler im Team. Auf seine Offensivqualitäten werden sich die US-Boys verlassen können im Laufe des Turniers. Der Routinier Chauncey Billups lenkt gemeinsam mit den Jungspunden Derrick Rose und Russell Westbrook das Spiel. Rudy Gay ist die Mikrowelle von der Bank. Eric Gordon und Stephen Curry sind die Schaftschützen. Die grossen Positionen sind zwar schwach besetzt, die Schwächen auf der 5 machen die Amerikaner aber mit exzellenter Defensive, viel Disziplin, Athletik und der nötigen Aggressivität wieder wett. Der Head Coach Mike Krzyzewski hat in der Kürze der Zeit ein defensiv orientiertes, europäisches Spielsystem etabliert. Man respektiert die Gegner weitaus mehr als bei vergangenen Turnieren. Dieses Labor-Team wird, allen Widerständen zum Trotz, locker bis ins Halbfinale durchmarschieren, wo dann aller Vorraussicht nach Spanien zum Kampf der Giganten bitten wird. Team USA ist einer der ganz klaren Titelfavoriten, vielleicht sogar der Kandidat Nummer 1.


Brasilien

Stars: Leandro Barbosa, Anderson Varejao, Tiago Splitter
Es fehlt: Nene

Obwohl mit Nene Hilario der wohl beste Spieler der Brasilianer verletzt zuschauen muss, verfügen die Südamerikaner über ein starkes Team und zählen für viele zum erweiterten Favoritenkreis. Nicht zuletzt die fantastische Vorstellung bei den südamerikanischen Meisterschaften 2009, als man das FIBA Americas Turnier gewinnen konnte, hat viele Kritiker überzeugt. Angeführt vom pfeilschnellen Leando Barbosa schwärmt die Mannschaft gerne aus und sucht über ständiges Fast-Break Spiel den schnellen Korberfolg. Der Neuzugang der San Antonio Spurs, Tiago Splitter, beteiligt sich gerne als Trailer am Tempospiel, weiss aber auch im Low-Post, was er mit dem Basketball anstellen muss. Er kann sowohl mit rechts als auch mit links sicher abschliessen, verfügt über exzellente Beinarbeit und reboundet hart. Seine Qualitäten als Passgeber sind für einen Big Man phänomenal. Anderson Varejao tut auch in der Nationalmannschaft das, wofür er von den Cleveland Cavaliers in der NBA bezahlt wird: Defense spielen, Rebounden, sich den Arsch aufreissen. Viel wird bei den Brasilianern vom Aufbauspiel abhängen und davon, wie man ins Halbfeldspiel findet, wenn der Fast Break nicht verfügbar ist. Der Trainer Ruben Magnano gehört aber zu den besten der Welt und hat sicherlich ein paar Asse im Ärmel. Am Montag steigt das wichtigste Spiel für die Brasilianer - der Showdown mit den US-Amerikanern. Ein Platz unter den ersten zwei nach der Vorrunde ist das erklärte Zwischenziel.


Slowenien

Stars: Goran Dragic, Primoz Brezec, Bostjan Nachbar
Es fehlen: Beno Udrih, Sasa Vujacic, Rasho Nesterovic, Erazem Lorbek

Die Slowenen waren ebenso wie die Serben eines der Überraschungsteams der letzten Europameisterschaft. Die starke Defensive war zuletzt Garant für die Rückkehr zu internationaler Relevanz. Schade für die Slowenen, dass sie nicht in Bestbesetzung auflaufen können. Allen voran das Fehlen von Udrih und Vujacic im Backcourt sowie Lorbek (einer der besten europäischen Center) unter den Körben wird sich bemerkbar machen. Vieles im Spiel der Slowenen wird demzufolge von Phoenix Suns Guard Goran Dragic und dem ehemaligen NBA-Spieler Bostjan Nachbar abhängen. Alles in allem wohl zu wenig, denn der Frontcourt ist zu schwach besetzt. Zwar spielen die Slowenen so, wie man es von den Balkan-Ländern gewohnt ist - viel Ballbewegung, gute Ballhandler und reichlich Schützen aus der Distanz. Zu mehr als Platz 3 oder 4 wird es aber in dieser Gruppe nicht reichen. Das Aus im Achtelfinale droht.


Kroatien

Stars: Roko Ukic, Zoran Planinic, Ante Tomic, Bogdan Bogdanovic
Es fehlt: Mario Kasun

Die Parallelen zum regionalen Nachbarn Slowenien sind zahlreich. Ein Playmaker mit NBA-Niveau (Roko Ukic). Ein Shooting Guard mit Profierfahrung in den USA (Zoran Planinic). Mehrere Backcourt-Akteure, die gut im Umgang mit dem Ball sind und allesamt von der jenseits der Dreier-Linie stechen können. Einen der besten Big Men in Europa (Ante Tomic). Im Gegensatz zum Slowenen Lorbek kann Tomic aber auflaufen und hält die Schlüssel zum Vordringen ins Viertelfinale in seinen Händen. Viele sehen in dem 2,18m Center, dessen Rechte die Utah Jazz besitzen, ein Abbild von Pau Gasol: treffsicher, ballsicher, gewandt im Low-Post. Schafft es Tomic, sein Potential abzurufen, und verteidigen die Kroaten auf halbwegs vernünftigem Niveau, sind sie vielleicht sogar einen Ticken stärker einzustufen als die Slowenen. Es winkt Gruppenplatz 3 und ein potentielles Achtelfinal-Matchup mit der deutschen Mannschaft.


Tunesien


Iran