16 August 2010


Knapp eine Halbzeit lang schaffte es das französische Team, mit der Heimmannschaft im New Yorker Madison Square Garden mitzuhalten. Dann beschloss der Ratsälteste, dass genug genug gewesen sei: Chauncey Billups führte einen furiosen Zwischenspurt Anfang des dritten Viertels mit insgesamt neun Punkten an und scorte insgesamt 17 Zähler (3 Dreier) in nur 15 Minuten. Seine Mannschaft zog nach der Pause unaufhaltsam davon und gewann letztendlich überdeutlich mit 86-55.

Der heimliche Anführer hatte das Nervenflattern seiner jungen Teamkollegen wohl erwartet, die fast alle zum ersten Mal ein 'richtiges' Spiel für Team USA absolvierten: "Eine ganz neue Situation, plötzlich spielst du richtig, das Ganze wird im TV übertragen, du hast das USA Jersey an, und obwohl es eigentlich um nichts geht, geht es für uns doch um einiges weil wir hier etwas aufzubauen versuchen", zeigte Billups Versändnis für die Jungspunde.

Die Nervosität war den US-Boys, bei denen fünf Spieler unter 22 Jahren im Kader stehen, zu Beginn anzumerken. Viele Ballverluste, überhastete Würfe, Frankreich blieb die ganze erste Hälfte über in Schlagweite. Dann aber nahm der 33-jährige Billups das Heft in die Hand und demonstrierte jene Führungsqualitäten, von der schließlich das gesamte Team profitierte. Rudy Gay beendete die Partie als Topscorer mit 19 Punkten von der Bank aus, Kevin Durant scorte 14 Zähler, das Spiel war nach wenigen Minuten zu Beginn des Dritten entschieden. Frankreich war jedoch kein wahrer Maßstab, lediglich Boris Diaw (15 Pts) und Nic Batum (11 Pts) konnten halbwegs überzeugen. Tony Parker, Ronny Turiaf und Joakim Noah sassen allesamt auf der Tribüne, konnten/durften aber nicht auflaufen. Mavericks-PG Roddy Beaubois muss wegen seines in der Vorbereitung erlittenen Mittelfußbruchs drei Monate pausieren und wird den Franzosen auch in der Türkei fehlen.

Es war das letzte Vorbereitungsspiel des Team USA auf amerikanischem Boden. Sie fliegt bereits heute nach Europa, wo ein intensives Trainingscamp und drei weitere Tests die Mannschaft auf die bevorstehehende Weltmeisterschaft vorbereiten sollen. Die Test-Gegner Litauen (21.8.), Spanien (22.8.) und Griechenland (25.8.) sind qualitativ hochwertig und werden genauer aufzeigen, wo die USA insgesamt stehen und was man von ihnen während der Endrunde erwarten kann. Die WM beginnt dann in zwölf Tagen, am 28. August.

In der Türkei nicht mit dabei sein werden Jeff Green und Javale McGee, die beide wie erwartet am Samstag aus dem Kader gestrichen wurden. Damit bleibt den US-Boys nur ein etatmässiger Center, Tyson Chandler. Der kam gestern auf 4 Punkte und 3 Rebounds. "Es ist immer schwer, Spieler daheim zu lassen, denn alle haben hart gearbeitet. Aber wir dürfen nun mal nur mit 12 Männern antreten", erklärte Chairman Jerry Colangelo seine Entscheidung. Die Amerikaner reisen mit 13 Spielern nach Europa, wo dann (wahrscheinlich erst kurz vor dem Turnier) ein letzter Akteur gecuttet wird. Stephen Curry (gestern 4 Pts), Russell Westbrook (2 Pts) und Eric Gordon (8 Pts) kämpfen wohl um die letzten beiden Guard-Spots.