29 Juli 2010


Keine Überraschung, die sich langjährigen Beobachtern des TV-Marktes in den USA heute bietet. Ein etablierter Journalist des Sportsenders ESPN hatte es geschafft, sich für einen Abend in die Partyposse von Lebron James zu schmuggeln. Darüber schrieb er dann einen Artikel und veröffentlichte ihn - wie es eben üblich ist - unter seinem Namen auf der Homepage des Networks. ESPN aber nahm die Story wenige Minuten später aus dem Netz - wieso, ist bisher unbekannt. Ebenso ist nicht geklärt, ob die Geschichte zu einem späteren Zeitpunkt wieder auftaucht, eventuell in zensierter Version. Der ehemals hoch respektierte TV-Sender setzt damit seine höchst zweifelhafte Entwicklung fort, weg vom traditionellen faktenbasierten Journalismus der Vergangenheit, hin zu einer reinen Boulevard- und PR-Agentur im Stile von Bild & co.

nbachef präsentiert Euch trotzdem exklusiv und in voller Länge
eine 1 zu 1 Transkription des Original-Dokumets von A.M., einem ESPN-Journalisten. Alle folgenden Textpassagen stammen von A.M. und wurden hier lediglich übersetzt. Keine der folgenden Textpassagen stammt im Ursprung von hier. Die subsequenten "nbachef ist ein Lebron-Hater" Kommentare im Anschluss sind dennoch bereits fest verbucht. Zum Text:


...Lebron James lehnt gegen eine 5 Meter grosse Buddha Statue, die über ihm prangt.

Er ist im 'Tao', einem pulsierenden Restaturant/Nachtclub inmitten des gigantischen 'Venetian Hotel' in Las Vegas. Seine Arme sind vor dem Körper verschränkt, er hört Lynn Merit und Charles Denson, den führenden Köpfen von Nike Basketball zu. James sagt nichts, trägt von Zeit zu Zeit ein bisschen Labello auf und nickt gelegentlich.

Fünf Sicherheitsbeamte sind in seiner Nähe, jeweils einer an jedem Eck des Tisches, an dem er gleich Platz nehmen wird. Ein weiterer Security-Mann patroulliert ständig vor James auf und ab und beobachtet jede Bewegung mit Argusaugen. Jeder Mensch, der sich in Richtung James' zubewegt, wird gestoppt und darf sich erst nach James' Zustimmung nähern.

Passieren dürfen lediglich der Ober, der James einen grünen Tee serviert, sowie eine halbnackte Brunette mit einem Herztattoo auf ihrer Schulter. Sie will ein Foto mit Lebron. "Ich kann jetzt nicht", antwortet James. "Vielleicht später, oben, ich werd mich an dich und dein Tattoo erinnern.

James wird später eine Party im oben gelegenen Nachtclub des 'Tao' schmeissen. Im Moment gibt er noch ein Essen für seine Freunde und Familienangehörigen im unten gelegenen Restaurant (...)

Irgendwie habe ich es an diesen exklusiven Tisch geschafft. Ich sitze neben Eddie Jackson, der mir als James' Vater vorgestellt wird (obwohl er erst nach James' Geburt dessen Mutter Gloria datete und die beiden mittlerweile nicht mehr zusammen sind). Jackson trägt ein Muskelshirt, welches seine kräftigen Arme betont und sieht aus wie einer aus James' innerem Kreis, wie einer seiner Jugendfreunde.

Dieser innere Kreis besteht aus Randy Mims (sitzt rechts), Maverick Carter (sitzt zentral) und Richard Paul (sitzt vor James). Dieses Quartett steht auch hinter den Initialien LRMR Marketing, der Management-Firma, die James vor knapp vier Jahren mit seine Freunden gründete. In den Bürogebäuden von LRMR fanden die berüchtigten Vertragsverhandlungen in diesem Sommer statt.

Rechts von James sitzt Chris Paul mit seinem Bruder CJ. Der Point Guard der New Orleans Hornets musste in den letzten Wochen feststellen, dass sich Lebron James durch seinen Wechsel nach Miami und den Zusammenschluß mit Wade und Bosh in eine exzellente Position für einen möglichen Titelgewinn gebracht hat. Er liebäugelt mit einem ähnlichen Move.

In Wahrheit würde Lebron James in den nächsten 10 Jahren am liebsten mit Wade und Paul zusammenspielen - seinen besten Freunden in der NBA. Paul ist seit gut vier Jahren wie ein Bruder für James. Damals, 2006 im Trainingscamp des USA Basketballteams, war Paul noch ein Rookie und schleppte James' Taschen durch die Gegend.

James und Paul verhalten sich ziemlich ruhig am Tisch, saugen das Geschehen drumherum in sich auf. Edler Fisch und knusprige Krabben-Schrimps werden dargereicht. James speist mühelos mit Stäbchen und erhebt von Zeit zu Zeit seinen Tee in Richtung der Schaulustigen, die ein Glas erheben, während sie von Security Personal an James' Tisch vorbei begleitet werden.

Während das Dessert serviert wird, zieht James es vor, die Party nach oben zu verlagern. Er steht auf. Ein Sicherheitsbeamter kommt zu uns rüber, verpasst uns Plastik-Armbändchen und eskortiert uns durch den Hintereingang des Restaurants ein paar Stufen hinauf durch den Hintereingang in den Club. Rund ein Dutzend weiterer Security-Menschen dirigiert uns, Taschenlampen schwingend, zu einem abgesperrten Bereich auf der Tanzfläche, direkt neben einer übergrossen Badewanne voll mit Wasser, Rosenblüten und offenbar nackten Frauen.

James, der jetzt eine Sonnenbrille im dunklen Club trägt, stellt sich auf die Couch, verschränkt die Arme vor der Brust und nickt mit dem Kopf. Er grinst und betrachtet die tanzende Menge. Die Menschen bemerken James und zücken ihre Fotoapparate, während der DJ ausruft "Lebron James in the building !" Er spielt LMFAO's "I'm in Miami, bitch."

Carter, Lebron's Jugendfreund und Manager, beginnt um James herum zu tanzen wie Puff Daddy in einem Notorious BIG Video. Ein gigantischer roter Kuchen in Form einer Krone wird gebracht, während halbnackte Go-go Tänzerinnen "KING-Plakate" emporhalten. Carter schnappt sich eine Flasche Edelvodka, schüttet gut einen Viertel davon auf den Fussboden, und gibt die Flasche weiter.

James' berüchtigte einstündige 'The Decision' Spezialsendung war angeblich Carter's Idee - einem 28-jährigen, der noch nie eine andere Person als James gemanaged hat. Dieser dreitätige Partymarathon in Las Vegas (der James einen sechsstelligen Betrag einbringt) war ebenfalls Carter's Idee.

Flasche um Flasche teuerster Champagner wird an den Tisch serviert - von oben. Ein Ober wird, an einem Drahtseil hängend, wie ein überdimensional grosser Peter Pan eingeflogen. Mal ist er wie ein König gekleidet, mal wie Indiana Jones, mal trägt er ein Miami Heat Trikot mit der Nummer 6.

James, der durch seine dunkle Sonnenbrille den Ober kaum erkennen kann, wird bei dessen letzter Lieferung fast von einem Schuh am Kopf getroffen. James blickt zu den Mädels, die bei ihm sitzen und sagt: "Ich wünschte, eines dieser Mädchen ohne Höschen würde das tun anstatt dieser Typ."

Gegen Ende der Nacht läuft Boston Celtics-Forward Glen Davis zufällig vorbei. Er betrachtet die Szenerie ein paar Mal von oben bis unten wie ein Gemälde in einem Museum. Er vertieft sich in die Tänzerinnen, die KING Plakate und den kostümierten Champagner-Lieferanten. Davis schüttelt mit dem Kopf und läuft weiter. James tanzt auf seiner Couch und nickt mit dem Kopf zur Musik, die aus den Lautsprechern dröhnt.

Je länger man mit James abhängt, desto klarer realisiert man, dass er noch immer ein Kind ist, verpackt in einem 2,03 Meter grossen, 120 Kilogramm schweren Körper. Nach der Party im 'Tao' spaziert James mitsamt seiner Crew durch das Casino im 'Wynn and Encore's'. Er tut so, als würde er einen Basketball dribbeln, während er an Spielautomaten und knipsenden Touristen vorbei schlendert. In Jeans, T-Shirt und Sneakers gekleidet, wirkt James' Pantomime wie von allen guten Geistern verlassen. Alle paar Meter hält er inne, um einen Jumpshot zu werfen - seine rechte Hand ist schulbuchmässig gestreckt. Er umdribbelt ein gutes Dutzend Freunde und tut so, als würde er einen Korbleger versenken. Er läuft unter Casino-Anzeigetafeln hindurch, springt hoch und schlägt sie ab, so als würde er dunken. Litfasssäulen werden zu stehenden Verteidigern, die es auszufaken gilt, bevor James seine Midrange Jumper sicher versenkt. Auf dem Weg vom 'Encore' Nachtclub durch das 'Wynn' rüber zum 'Palazzo' nimmt James in etwa so viele Würfe wie in einem regelmässigen Training.

Als wir im 'Lavo' ankommen, einem Restaurant/Nachtclub im 'Palazzo', bricht eine Szene aus, die aus 'West Side Story' sein könnte. James und Lamar Odom, der in der Nähe sitzt, liefern sich ein improvisiertes Tanzduell zu 'Teach Me How to Dougie' von California Swag District.

Odom, der eine Zigarre pafft, kann nicht mithalten. James feiert sich selbst, kreuzigt sich und nimmt einen Schluck Tequila. Sekunden später nähern sich als Cheerleader gekleidete Mädchen seinem Tisch, wo irgend jemand weisses Puder auf zeremonielle Art und Weise in die Luft schleudert, so wie es James vor jedem Spiel praktiziert. Im Hintergrund läuft wieder James' inoffizielle Hymne 'I'm in Miami, bitch."

Odom blickt nur kurz zu James rüber, um dann wieder zur Menge in entgegen gesetzter Richtung zu schauen. Odom erhebt sein Glas zum Toast, mehrere Menschen auf der Tanzfläche zeigen auf ihre Ringfinger und lachen.

An James Tisch singen Lebron und seine Crew währenddessen jede einzelne Zeile von 'Free Mason', einem Song von Rick Ross. Lebron rappt seinem ehemaligen Teamkollegen Damon Jones jeden Vers vor. Jones pafft Zigarre und nickt.

James rappt:
"If I ever die, never let it be said I didn't win/
Never, never say/
Never say legend didn't go in/
I just wanna die on top of the world."


Während Clubbesucher ihre 'LA' und 'Westside' Handzeichen in Richtung Lebron werfen, grinst James, erhebt sein Glas und zeigt auf Jackson's T-Shirt. Auf dem steht: "Another Enemy".

Letztendlich lässt Carter wissen, dass es Zeit ist, aufzubrechen. Die ganze Crew verlässt den Club, während Lebron einen Tisch nach dem anderen mittels Crossover stehen lässt und bis rüber zu seinem Zimmer über einarmige Banditen hinweg Jumpshots versenkt...