22 Juni 2010


Nächster Deal einer jetzt schon äusserst geschäftigen NBA-Offseason: die Golden State Warriors versenden SF Corey Maggette im Paket mit dem 44. Pick im diesjährigen Draft nach Milwaukee zu den Bucks im Tausch für die zwei Veteranen Dan Gadzuric und Charlie Bell.

In einer perfekten Welt würde dieser Deal für beide Seiten Sinn machen. Corey Maggette ist ein dynamischer Scorer von der Wing-Position, der bei den Bucks dringend benötigte Punkte auf die Anzeigetafel bringen wird. Sein Karriereschnitt liegt bei knapp 17 Punkten pro Spiel in mittlerweile 11 NBA-Saisons. Dank der Maggette-Addition verfügen die Bucks nun über drei potente Scorer auf drei verschiedenen Positionen: Maggette auf SF, Brandon Jennings auf PG und Andrew Bogut auf C. Rechnet man den genesenen Michael Redd auf der SG-Position noch hinzu, so liest sich die Startaufstellung in Milwaukee, zumindest was das Soring anbelangt, schon recht ordentlich. Inwiefern Maggs - ein hartnäckiger, individueller Spielertyp, der am liebsten für sich selbst kreiiert - in die frei fliessende Bucks-Offensive hinein passt, muss sich aber erst noch zeigen. Coach Scott Skiles sieht am liebsten den Ball laufen und fordert teamdienliches Zusammenspiel ein - nicht gerade Maggette's Stärken. Ein weiteres Problem: der Neuzugang kostet rund 31 Millionen in den nächsten 3 Jahren - ein heftiger Preiszettel für einen Spieler seines Kalibers. Mit dem 44. Pick werden die Bucks wohl auf Power Forward-Verstärkung im Draft spekulieren.

Im Gegenzug wechseln Charlie Bell und Dan Gadzuric nach Oakland zu den Warriors. Spielerisch macht der Deal für Don Nelson's Team auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn. Bell, ein durchschnittlicher Verteidiger und mieser Offensivspieler, kam in der abgelaufenen Saison auf magere 6.5 Pünktchen im Schnitt. Gadzuric, der nicht-fliegende Holländer, besticht schon seit 7 NBA-Jahren durch unauffälliges, uneffektives Spiel unter den Körben. Ich wäre überrascht, wenn einer der beiden es in die Rotation der Warriors schaffen sollte, aber bei Don Nelson weiss man ja nie. Der Sinn des Trades lag für GSW eher im finanziellen Bereich. Gadzuric's Vertrag läuft nach der kommenden Saison aus, Bell's im Jahr darauf. Insgesamt spart der extrem knausrige Teambesitzer Chris Cohan also knapp 17 Mio. US-Dollar gegenüber dem Maggette-Deal. Basketballtechnisch macht Maggette's Abgang den Weg frei für mehr Spielzeit für die Warriors-Youngsters Anthony Randolph und Brandan Wright.

Insgesamt sehe ich die Bucks besser aus diesem Trade hervor gehen. Durch den Abgang von John Salmons (vorzeitiger Ausstieg aus seinem Vertrag) fehlte Milwaukee ein verlässlicher Wing-Scorer. Den hat man in Maggette mit Sicherheit gefunden, auch wenn der Sommer noch sehr früh ist und sich vielleicht andere Möglichkeiten auf dem Markt aufgetan hätten. Das finanzielle Risiko ist zwar hoch, aber die Bucks wollen in einer sicherlich verbesserten Eastern Conference wieder in die Playoffs. Für Golden State kam der Deal zu früh. Auch wenn klar war, dass man Maggs' Vertrag gerne loswerden möchte: man hätte wohl bessere Erträge für einen Scorer seines Kalibers erzielen können. Das Management und die Clubführung bei den Warriors sind/bleiben ein absoluter Witz.


nbachef meint: Vorteil Milwaukee