30 Juni 2010


Der monumentale Free-Agent Jahrgang 2010 ist seit gestern um zwei Hochkaräter stärker: Dirk Nowitzki und Paul Pierce haben ihren Teams zeremonielle Opt-Out Briefe zukommen lassen, womit beide Forwards ab morgen den Status eines 'Unrestricted Free Agents' erhalten. Sowohl Nowitzki als auch Pierce verzichten auf garantierte 21.5 Millionen Dollar, die ihnen im letzten Laufjahr ihres aktuellen Vertrages zustünden und dürfen ihren nächsten Vertrag nach Belieben und mit jedem x-beliebigen Team aushandeln.

Nowitzki wird zum ersten Mal seit dem Draft 1998 kein offizieller Dallas Maverick sein. Dieser Status quo dürfte aber nicht allzu lange Bestand haben, denn Team-Präsident Donnie Nelson sitzt bereits im Flieger Richtung Würzburg - mit einem neuen Max-Vertrag für Dirkules in der Tasche. Wenn Nowitzki also am Donnerstag morgen aus seinem überlangen Bett steigt, wartet ein grinsender Nelson bereits mit Handschlag an seinem Frühstückstisch. "Nowitzki ist unsere Top-Priorität in diesem Sommer, ganz klar. Alles andere wird erst addressiert, wenn Dirk einen neuen Vertrag hat", machte Team-Manager Mark Cuban schon vor Monaten klar. Danach wollen die Mavs noch irgendwie auf dem freien Markt zuschlagen. Wenn man Lebron James nicht nach Big D lotsen kann, dann vielleicht Joe Johnson oder einen der anderen verfügbaren Top Free-Agents. Auch Al Jefferson von den Minnesota Timberwolves hat das Interesse der Mavericks-Verantwortlichen geweckt.

Während der lange Deutsche also mit ziemlicher Sicherheit in Dallas verlängert, ist sich Paul Pierce nicht so sicher. Das gesamte Teamgefüge wackelt, denn auch Ray Allen ist Free Agent, während Head Coach Doc Rivers noch nicht entschieden hat, ob er das Team nächste Saison noch betreuen will. Wie ESPN berichtet, wird Pierce all seine Optionen gründlich in Betracht ziehen. Zum einen wäre da ein Max-Vertrag bei Boston - vorausgesetzt, die C's sind bereit, 20+ Millionen im Jahr für einen ehemaligen Finals-MVP hinzublättern, der seinen Zenit schon überschritten hat. Auch könnte er weniger Geld verlangen, damit Boston irgendwie konkurrenzfähig bleibt nach dem unerwarteten Vorstoss ins letzte NBA-Finale. Ein weiterer Vorteil: bleibt PP, könnte er eine 'No-Trade'-Klausel in seinen neuen Vertrag einbauen lassen. Das ist gut für die Altersvorsorge, denn so kann er die nächsten 5-6 Jahre in Boston bleiben. Auf der anderen Seite wäre auch eine Sidekick-Rolle bei einem der Titelaspiranten sicherlich interessant, zumal Pierce als 2. Angriffsoption bei jedem Contender gern gesehen wäre. Sollten New York oder Miami im Lebron-Wettstreit leer ausgehen, wäre Pierce hier sicherlich eine Alternative.

Pierce und Nowitzki wurde beide 1998 gedraftet. Nowitzki an 9. Stelle, Pierce an Nummer 10. Pierce war bereits einmal Finals-MVP (2008), stand 8 mal im All-Star Team. Nowitzki war 9 mal All-Star und gewann den MVP-Award 2007. Für beide ist es die letzte Chance auf einen richtig dicken Vertrag und massig Kohle. Denn zum einem sind sie in ein paar Jahren Ende 30, zum anderen lastet der befürchtete Streik nach Ablauf des aktuellen Collective Bargaining Agreements 2011 wie ein dunkler Schatten über der Liga - und damit auch über den aktuellen Vertragsverhandlungen. Ich prognostiziere jeweils einen 5 bzw. 6 Jahresvertrag im Max-Bereich. Mit weniger geben sich All-NBA Spieler nicht zufrieden.