22 Juni 2010


Nach der Saison ist immer auch vor der Saison. Die Vorbereitungen aller Teams laufen also schon auf Hochtouren. Mindestens vier Mannschaften werden zur neuen Spielzeit mit neuen/gepimpten Logos und/oder Trikotsätzen auflaufen.

Orlando lässt das jetzt dritte Logo seiner 21-jährigen Teamgeschichte vom Stapel. Es unterscheidet sich vom Vorgänger durch die klarere, straightere Linienführung und soll insgesamt 'zeitloser' wirken, so die Magic-Designabteilung. Ausserdem will man so die gestiegenen Meisterschaftsansprüche beim letztjährigen Finalisten unterstreichen - was auch immer das bedeuten soll.

Ein weiterer ehemaliger Finalist motzt sein Logo ebenfalls auf: Cleveland verstärkt die Weinrot- und Gelb-Anteile im beliebten und allseits bekannten Cavs-Abzeichen. Das aktuelle Emblem wird schon seit 2003 verwendet. Mit den neuen Farben möchte man aber den Fans einen Gefallen tun - die Hardwood Jersey Kollektion ist seit ihrer Einführung 2006 sehr beliebt und erinnert Fans an die 'guten' alten 70er/80er. Warum man hier nicht den Cavaliers-Schriftzug ebenfalls in Gold eingefärbt hat, um den Old School Effekt zu komplettieren, weiss der Teufel.

Ganz dem Throwback-Wahnsinn verfallen, katapultieren auch die Utah Jazz ihre Fangemeinde ins letzte Jahrtausend zurück. Wer schon länger die NBA verfolgt, erinnert sich sicherlich an das Uralt-Logo mit der unvergesslichen J-Musiknote. Die klassische und unverwechselbare Farbgebung war seit jeher Marineblau, Grün und Gelb. Diesen Style haben die Clubdesigner nun wieder entdeckt und gleich beide Icons - Hauptlogo und Secondary - ummodelliert. Ein weiser, wenn auch wenig revolutionärer Schritt, wie ich finde. Damit dürfte dann auch das desaströse und augenzerfessende Trikot-Kapitel der 90er Jahre endgültig ad acta gelegt sein.

Zwar dümpelt das vierte Team irgendwo in den Niederungen der Tabelle herum, zumindest logotechnisch klettern die Golden State Warriors aber wieder in die Belle Etage der NBA zurück. Das neue Logo erinnert stark an die Teamidentität der legendären San Francisco Warriors aus den 60er Jahren. Das Trikot-Design aus jener Zeit ist bis heute unerreicht, die Idee mit dem Trolli (dem Wahrzeichen San Francisco's) auf der Rückseite immer noch zu gut, um wahr zu sein. Ich konnte nie nachvollziehen, warum man Ende der 90er die eigentlich so perfekte Farbkombination über den Haufen schmiss für dieses dubiose orangefarbene Kriegerlogo, und bin dementsprechend froh, dass hier eine puristischere Farbästhetik letztendlich obsiegt hat. Das klassische Brückenmotiv inmitten des kalifornischen Gelb-Blau sind für alle Zeiten repräsentativer für die Golden State Warriors als ein römischer Basketball-Kämpfer mit einem Blitz in der Hand.