21 Mai 2010



11 Punkte. 4 Treffer aus dem Feld. 25 Prozent Trefferquote. 18.8 Millionen Dollar. Rashard Lewis' Verschwinden hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt für Orlando kommen können, das nach zwei Sweeps in den ersten beiden Playoff-Runden urplötzlich 0-2 hinten liegt gegen aggressive und determinierte Boston Celtics. Das Offensivspiel der Magischen krankt gewaltig, und Lewis muss die Hauptschuld am Dilemma angelastet werden. Im letzten Jahr noch wichtigster Magic-Akteur mit unzähligen Clutch-Würfen in den entscheidenden Spielphasen und konstantester Punktesammler, ist Lewis nach seiner Vertragsverlängerung in dieser Saison den Beweis schuldig geblieben, dass er die Kohle auch wirklich verdient.

Die Verteidigung der C's hat den Power Forward bisher vollständig neutralisiert, der sich kampflos in sein Schicksal zu fügen scheint. Kein Biss, kein Zug zum Korb. Statt dessen hängt Lewis an der Dreierlinie herum und versemmelt von dort einen Großteil seiner Wurfversuche (1-9). Ja, die Celtics zwingen den Scharfschützen zu schlechten, überhasteten Würfen. Aber wie wärs mal mit nem Zug zum Korb, nem Dribbling oder zwei, nem harten Cut in die Zone ? Mal etwas am Brett suchen, die Defensive mal härter arbeiten lassen und sich so die nötigen Freiräume erarbeiten, damit er mal endlich zu freien Dreiern kommt. Das ein oder andere Post-Up könnte auch nicht schaden, denn so könnte Boston zu defensiven Entscheidungen veranlasst werden, an anderer Stelle werden Räume für die Mitspieler frei. Eins ist klar: mit der aktuellen Strategie ist für Orlando in dieser Serie nichts zu holen. Mit 'Howard gegen 5' spielt das Team aus Florida dem Altmeister aus Boston in die Karten.

Stan van Gundy wird sich für Spiel 3 unbedingt etwas einfallen lassen müssen, um das Offensivspiel seines Forwards wieder zu finden. Orlando ist auf seine Punkte und Präsenz angewiesen, will man nicht schon Anfang nächste Woche in den Urlaub. So könnte Lewis mehr zum Jumpshooter off the dribble werden, oder in transition öfters einmal aufposten, anstatt sich immer in die Ecken zurückfallen zu lassen und auf den Dreier zu spekulieren. Wie auch immer der neue gameplan am Samstag aussieht: von Lewis muss viel mehr kommen. 11 Punkte in 83 Spielminuten reichen einfach nicht aus.