31 Mai 2010


Wäre Ed Davis gleich nach seinem ersten College-Jahr zu den Profis gewechselt, der Power Forward hätte eine realistische Chance auf einen Platz unter den Top3 Picks des 2009er Jahrgangs gehabt. So fasziniert war die Basketballwelt vom damals 19-jährigen. Ein Jahr später hat sich das Blatt jedoch gewendet. Nach einer für die Tar Heels katastrophalen Saison, die für Davis mit einem gebrochenen Handgelenk endete, sank der Kurswert des agilen Forwards in den Keller. Hauptgrund ist sicherlich, dass viele Scouts in der abgelaufenen Spielzeit Davis' offensive Defizite beleuchten und studieren konnten. Der Sohn des ehemaligen NBA-Profis Terry Davis (absolvierte insgesamt 10 Jahre in der Liga) ist noch immer ein sogenannter 'Project Player'. Sein Offensivspiel ist grösstenteils unausgereift. Er hat massive Probleme, den eigenen Wurf zu kreieren. Ein Face-up Game ist noch nicht vorhanden. Wenn überhaupt, sorgt Davis nur direkt am Korb für Gefahr, denn einen Sprungwurf meidet der Forward wie Vampire das Sonnenlicht (nur 4 Jumpshot-Versuche in der ganzen Saison). Seine körperliche Entwicklung dürfte erst in 3 bis 4 Jahren abgeschlossen sein. Mit 10 bis 15 Kilo mehr auf den Rippen könnte Davis dann irgendwann seine Rolle in der NBA ausspielen können.


32 - Ed Davis

Jahrgang: 1989
College: North Carolina Tar Heels (Sophomore)
Größe/Gewicht: 2,08m/102 kg
Position: PF/C
Stats: 12.9 Pts, 9.2 Reb, 2.7 Blk, 58 FG%
Stärken: Länge, Sprungkraft, Rebounding, Shotblocking,
guter Verteidiger, hoher Basketball IQ, der perfekte Rollenspieler
Schwächen: Offense, Midrange-Game, Jumpshot, Post-Game, braucht noch Zeit, 'Tweener (4/5)
Best Case Vergleich: Udonis Haslem, PJ Brown



Defense, Rebounding und Teambasketball, das sind die grossen Stärken des 2,08m grossen Frontcourt-Spielers. Wie sein Vater verfügt auch Ed über hervorragende Instinkte und antrainierte Grundvoraussetzungen im Kampf unter den Brettern. Seine Länge, agile Spielweise und guten Hände sorgen für Chaos in der Zone. Davis war einer der besten Shotblocker des Landes, und ist dank seiner langen Arme imstande, Rebounds wie eine Krake abzugreifen. Allein deswegen werden vielen Mannschaften ihn als potentielle Zonenpatrouille zu verpflichten versuchen. Wer auch immer Davis selektiert, muss sich jedoch bewusst sein, dass der Jungspund auf Profiniveau noch kein 'Impact Player' sein kann. Dafür muss er sich erst noch ein paar Jährchen entwickeln - körperlich wie spielerisch. Auch sollte ihn niemand als Go-to Scorer ins Auge fassen. Davis wird nie mehr als eine 3. oder 4. Scoringoption darstellen. Wer Davis wählt, will einen mannschaftsdienlichen, harten Arbeiter mit gutem Spielverständnis, der irgendwann einmal zu den besseren Verteidigern der Liga zählen wird. Bis dahin bleibt der Ex-Tar Heel ein Projekt.



Prognose: Pick 7 bis 12 !