25 Mai 2010


Cleveland Cavaliers Head Coach Mike Brown ist gestern gefeuert worden. Viele Beobachter hatten diesen Schritt antizipiert, nachdem das Team vor Wochenfrist gegen die Boston Celtics in 6 Spielen hochkant aus den Playoffs flog. Nach einer 2-1 Führung hatten die Cavs drei Spiele in Folge verloren, zwei davon in eigener Halle mit insgesamt 50 (!) Punkten Unterschied. Nachdem man als bestes Team in die Eastern Conference Playoffs gestartet war, verfehlte der Club wieder einmal seine hoch gesteckten Saisonziele. Nun muss, wie so oft in solchen Fällen, der Coach daran glauben. "Nach ausgedehnter Analyse der Ereignisse sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass wir eine neue Richtung einschlagen müssen", wird Teambesitzer Dan Gilbert zitiert.

Brown erhielt noch in der letzten Saison den Titel 'NBA Trainer des Jahres'. Er übernahm das Team vor der 2005er Saison und wurde, zumindest auf dem Papier, zum erfolgreichsten Cavaliers-Coaches aller Zeiten. Seine Siegesquote von 66.3 Prozent (272-138) ist weit höher als die von Cavs-Legenden Lenny Wilkins, Mike Fratello oder Bill Fitch. Brown, ein ausgezeichneter Verteidigungs-Coach, etablierte in Cleveland von Beginn an eine defensive Identität. Offensiv aber ist Brown immer noch eine absolute Niete, der sich in den Playoffs regelmässig outcoachen liess - in den Finals von Gregg Popovich, letztes Jahr von Stan van Gundy und heuer von Boston's Doc Rivers. Dokumentierte Meinungsverschiedenheiten mit Megastar Lebron James und Rotationsprobleme in den diesjährigen Playoffs kosteten Brown nun seinen Kopf. Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht, dass Lebron mit der Entscheidung des Managements Quellen zufolge nichts zu tun hatte - ein schlechtes Zeichen für Cavs-Fans, wenn James kein aufrichtiges Interesse an der Personalie zu haben scheint, wo er doch in den vergangenen Jahren allen Verpflichtungen, auf oder abseits des Platzes, erst seinen königlichen Segen erteilen musste, bevor Cleveland aktiv werden durfte. Worauf der Schritt des Vereins hingegen abzielt, ist klar. Man will seinem Franchise-Spieler und Free Agent signalisieren: "Wir sind unzufrieden mit dem Abschneiden. Brown ist an allem Schuld. Du nicht. Du kannst deinen neuen Trainer selbst auswählen. Hauptsache, Du bleibst hier !"


Der Fluch des 'Coach of the Year'-Awards hält nach dieser Personalentscheidung weiter an. Brown ist bereits der fünfte Trainer in Folge, der innerhalb von nur 2 Saisons nach seiner Ernennung zum Trainer des Jahres gefeuert wurde. Die anderen: Mike D'Antoni (PHX 04/05), Avery Johnson (DAL 05/06), Sam Mitchell (TOR 06/07) und Byron Scott (NOH 07/08). Nimm dich in Acht, Scotty Brooks...